Iran warnt Israel vor "apokalyptischen" Konsequenzen

4. November 2011, 16:14
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Frankreich will nicht untätig danebenstehen, "wenn Israels Existenz bedroht" wäre

Cannes - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat am Freitag beim G-20-Gipfel in Cannes das umstrittene iranische Atomprogramm verurteilt und gemeint, Frankreich würde nicht untätig danebenstehen, "wenn Israels Existenz bedroht" wäre.

Der nächste in wenigen Tagen erwartete Bericht der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) zum umstrittenen iranischen Atomprogramm könnte von besonderer Bedeutung werden. Das Weiße Haus sprach am Donnerstag von einer wichtigen Aussage für die Welt darüber, ob Teheran seinen Verpflichtungen nachkomme. In Israel ist bereits ein Streit über einen möglichen Militärschlag gegen den Iran entbrannt. Angeblich bereitet sich auch Großbritannien laut einem "Guardian"-Bericht auf einen Einsatz vor.

Deutsche Reaktion verhalten

Die deutsche Regierung gibt sich zurückhaltend. Berichte über Planungen für einen Militärschlag könne man nicht kommentieren, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag in Berlin.

Allerdings gebe es nicht nur in Israel, sondern auch bei der internationalen Gemeinschaft erhebliche Zweifel am zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms, fügte der Sprecher hinzu. Sollte der für nächste Woche erwartete Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEO diese Zweifel weiter verstärken, müsse der diplomatische Druck auf Teheran erhöht werden.

Iran droht Israel

Der Iran hat Israel im Falle eines Angriffes mit Konsequenzen in "apokalyptischem" Ausmaß gedroht. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag auf seiner Webseite eine entsprechende Warnung. Israel seien die militärischen Fähigkeiten des Irans gut bekannt, heißt es weiter. "Die iranische Raketenindustrie ist in der Region die beste und in der Welt eine der besten."

"Immer bereit zum Krieg"

Zuvor hatte das iranische Militär Israel bereits vor einem Angriff gewarnt: "Wir würden sie einen derartigen Fehler bedauern lassen und sie schwer bestrafen", sagte Generalstabschef Hassan Firouzabadi nach Angaben der Agentur ISNA. Im Falle eines israelischen Angriffs ist der Iran nach den Worten von Außenminister Ali Akbar Salehi "immer bereit zum Krieg". Drohungen seien für sein Land nicht neu, sagte Salehi der englischsprachigen "Hürriyet Daily News" (Donnerstag).

In Israel ist indes wegen der öffentlichen Debatte über einen Militärschlag gegen Atomanlagen im Iran heftiger Streit entbrannt. In israelischen Medienberichten hieß es am Donnerstag, die Regierung in Jerusalem habe noch keine endgültige Entscheidung über einen Angriff gefällt. In diesem Zusammenhang sei auch ein weiterer Bericht der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) zu dem iranischen Atomprogramm von besonderer Bedeutung. (APA)

  • Am Freitag demonstrierten zahlreiche Iraner in Teheran gegen die USA und Israel.
    foto: epa/tahkenareh

    Am Freitag demonstrierten zahlreiche Iraner in Teheran gegen die USA und Israel.

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