Fiktive Bewerbung

Die Jobsuche der Leyla Aktürk

4. November 2011, 16:00
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    grafik: career's best recruiters

    Die Grafik zeigt wie viele Unternehmen auf die Bewerbungen geantwortet haben

Die Studie 'Career's Best Recruiters' untersucht wie österreichische Unternehmen mit Bewerbern umgehen

"Die Fragen stelle ich, Sie haben hier nur zu antworten!". "Können Sie überhaupt lesen oder schreiben?". "Sind Sie auch froh, dass es schon Freitag ist?" Solchen Fragen werden von österreichischen Personalern im Rahmen von Bewerbungsgesprächen gestellt. So geschehen im Rahmen der aktuellen Studie 'Career's Best Recruiters'. Die Studie wird jährlich von GPK gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium durchgeführt und zeigt auf, wie es Bewerbern auf Jobsuche ergehen kann. Mithilfe einiger ausgedachter Identitäten, wie jener von Leyla Aktürk, wurden die Aktivitäten der Arbeitgeber zur Bewerberansprache und der Umgang mit Initiativbewerbungen untersucht.

Kuriose Antworten

500 Initiativbewerbungen hat die fiktive Bachelor-Absolventin Leyla Aktürk auf der Suche nach einem Praktikumsplatz im August 2011 an österreichische Arbeitgeber verschickt. Geantwortet haben ihr lediglich 40 Prozent. Doch Antwort ist nicht gleich Antwort. Teilweise sei zu bezweifeln, dass die Bewerbung überhaupt gelesen wurde, heißt es in einer Aussendung. So bekam sie unter anderem Antworten wie:

  • "...aus Sicherheitsgründen können wir Ihnen leider keine freie Stelle anbieten" oder
  • "...bei Servicefragen wenden Sie sich bitte an...".
  • Viele Arbeitgeber antworteten auch mit dem Satz: "...vielen Dank für Ihre Bewerbung auf unsere ausgeschriebene Position...". Dabei hatte sich Leyla doch auf gar keine konkrete Stelle beworben.

Laut der Studie antworten in Österreich weniger als die Hälfte der Unternehmen und Institutionen auf Bewerbungen. Nur 17 Prozent der österreichischen Arbeitgeber teilen ihren Bewerbern mit, warum sie ihnen eine Absage erteilen mussten. Auch eine andere Studie stellt Unternehmen kein gutes Zeugnis für die Art und Weise der Mitarbeitersuche aus: Potentielle neue Mitarbeiter bemängeln bei über 80 Prozent der getesteten Unternehmen fehlende, jedoch relevante Hintergrundinformationen über die Stelle (derStandard.at berichtete).  (red, derStandard.at, 4.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 113
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mstislav raskachlovitsch
01
16.11.2011, 09:03
im Grunde egal, ob "Leyla" oder "Hannelore"......

....sich bewirbt. Die Geringschätzung eines Bediensteten (Arbeiter oder Angestellter) durch den Arbeitgeber war noch nie so ausgeprägt!

Lupus67
00
8.11.2011, 09:22
hahahaha

die wahrheit ist eh hier zu lesen:

http://derstandard.at/131918218... fgebauscht

soviel zum österreichischen arbeitsmarkt und dem märchen von "händeringenden suchen"........wie gesagt, eine billabuchkarriere reicht eh völlig aus

Na Er halt
 
11
7.11.2011, 17:03

>>Viele Arbeitgeber antworteten auch mit dem Satz: "...vielen Dank für Ihre Bewerbung auf unsere ausgeschriebene Position...". Dabei hatte sich Leyla doch auf gar keine konkrete Stelle beworben

Leyla macht sich nicht mal die Mühe zu schauen welche Stellen ausgeschrieben sind udn erwartet sich aber dass sich dann das Unternehmen Mühe gibt? Wie lautet die Bewerbung? "Ich bewerbe mich für eine Position in Ihrem Unternehmen."

Lupus67
10
7.11.2011, 11:45

würde es wirklich einem "josef müller" anders gehen?

in österreich reicht eine billabuchkarriere um billiges zeug euer zu verkaufen

Lupus67
10
7.11.2011, 11:33
die "arme" Leyla Aktürk

erkennt halt die realität am arbeitsmarkt..............genauso wie ihre anderen kollegen.

die "vielgesuchten" spezialisten , facharbeiter und fachkräfte werden schon gesucht, aber NICHT in österreich. da reicht eine billabuchkarriere, um billiges zeug teuer zu verkaufen.

charles darwin
04
5.11.2011, 17:09
"ich habe über 20 Jahre erfolgreich eine trafik geführt...

und möchte mich nun verändern und bewerbe mich daher um die stelle als "produktmanager - onkologie" in Ihrem pharma-unternehmen"...

hab ich bekommen... (wollte >4.500/monat)

was schreiben Sie dem zurück ??
da wundert mich nicht, das manche auf solche traummännleinbewerbungen gar nicht antworten und statt dessen die zeit für sinnvollere dinge zb hundestreicheln verwenden.

tignosa
00
gerade Trafikanten kennen sich doch aus in Onkologie, oder?

defjak
00
15.11.2011, 12:55
warum

sollte er den job nicht können? hätt ihm an 6er netto zahlt.

Keyser
01
5.11.2011, 13:34
Wenn man schon Blind / Initiativbewerbungen verschickt ...

dann ist es auch nötig, selber aktiv zu werden, und sich bei der Firma zu melden. Schreiben verschickt +3 bis 5 Tage. Oder zwei Tage darauf, wenn es per E-Mail erfolgt ist. Dazwischen kann man noch ein wenig recherchieren - was macht die Firma eigentlich, damit man nicht bei der ersten Frage: "An welcher Stellung in unserer Firma wären Sie denn interessiert," und "Was wissen Sie über unsere Firma," ins stolpern gerät.

Es ist zwar schön zu glauben, man sei so wichtig, dass einem Firmen nach telefonieren, nur ist es so dann doch auch nicht. Und wenn man wirklich Initiative zeigen will, geht man direkt hin zu den Firmen, mehr als Abweisen oder einen Termin geben, können die Leute da ja auch nicht.

Blick Winkel
00
7.11.2011, 14:56

Genau das ist der Punkt!

Die 0815 Serienbrief-Initiativbewerbungen sind ein Zeichen von extremer Faulheit. Es kann ja wohl nicht zuviel verlangt sein, dass der Bewerber einen Blick auf die Jobbörse einer Firmenhomepage macht. Diese Zeit sparen sich viele und Drucken halt 500 "Initiativbewerbungen" aus.

Schade ums Papier....

Erwin Wolfram
00
5.11.2011, 12:51
...

ablehnungstexte sammeln und durch textanalyse schicken, habe ich vor 3 jahren gemacht: irre zusammenhaenge werden offenbar...

Johannes Benn
11
5.11.2011, 11:55
.

"...aus Sicherheitsgründen können wir Ihnen leider keine freie Stelle anbieten"
es ist tatsaechlich bei manchen unternehmen ueblich (und sinnvoll) keine praktikanten aufzunehmen, das hat nichts mit dem nachnamen zu tun

Dramaqueen
02
5.11.2011, 11:16
Ich habe noch nie einen Job über Bewerbungsschreiben erhalten, sondern durch Direktkontakt

hingehen, erkundigen oder mit Leuten sprechen, die dort arbeiten.
Das Bewerbungsschreiben kam erst für die Akte, wenn klar ist, dass ich den Job erhalten habe.
Augen und Ohren offen halten ist zielführender als Massenbriefe.

Dagmar Rehak Wien
 
21
5.11.2011, 11:06
Aja und...

Wie viel % der Bewerber haben einen ausländisch klingenden Namen?
Kein Unternehmen würde auf mehr als die Hälfte der Bewerbungen verzichten - wenn sie überhaupt wen suchen, was bei Leyla nicht der Fall war.

Dagmar Rehak Wien
 
22
5.11.2011, 10:59

Ich glaub, die Bewerbungen sind genauso erfunden wie die Leyla.
Die Antworten könnten stimmen, aber was sollen die Unternehmen denn sonst machen? Jede Bewerberin annehmen, nur weil sie Leyla heißt? Den Monikas geht es übrigens genauso.
Das AMS verlangt außerdem spamartige Bewerbungsmarathons. Als ich noch eine Firma hatte, sind auch ständig Bewerbungen reingekommen, um die ich gar nicht gebeten hatte. Sicher liest man sowas irgendwann nicht mehr.

The Green Fairy
02
5.11.2011, 10:59

Und wie waren die Ergebnisse bei den anderen Identitäten?
Dass viele Leute keine (vermeindlichen) Ausländer einstellen wollen ist ja wohl nichts neues. Mich hätte hier vor allem interessiert wie die Ergebnisse von Leyla im Vergleich zu denen der anderen Identitäten ausschauen.

Sabbelwakker
09
5.11.2011, 10:46
Mysteriös

Wow 40% haben zumindest geantwortet? Das kann ich mir, aus eigener Erfahrung und bei dem was momentan bei Freunden und Bekannten erlebe, nicht wirklich vorstelllen. Vor allem bei Initiativbewerbungen. Das ist momentan nämlich die Unart Nr1 nicht einmal Bestätigungsmails zurück zu senden.

centerum censeo
00
5.11.2011, 10:10
reihlich tendenziös

aus meiner erfahrung, sowohl als firmenchef, als auch aus gesprächen mit anderen firmenchefs, ist das sicher nichtder fall. das problem liegt m.E. zum großteil darin, daß man als personalchef bei stellenausschreibungen in unbeschreiblicher form mit standardisierten AMS-bewerbungen von teils total unqualifiziertem personal zugemüllt wird. beispiel: ein 55-jähriger baggerfahrer hat sich als textilverkäufer für junge mode beworben. kein vernünftiger mensch quält sich mit der beantwortung derartiger schreiben. die bewerbungen von menschen mit migrationshintergrund werden aus meiner erfahrung von einem überwiegenden teil der personalverantwortlichen mit absoluter gleichbehandlung bearbeitet, schlicht, weil gutes personal schwer zu finden ist.

Gary Grantscherbn
214
5.11.2011, 09:14

Wenn Sie täglich mit 3-5 unaufgeforderten -und zumeist vollkommen unqualifizierten- Bewerbungen konfrontiert werden und zudem auf Ihrer Jobseite Ihrer Website darauf hinweisen, dass keine Praktikumsplätze vergeben werden, pfeifen Sie irgendwann auch einmal darauf, auf jede Bewerbung zu reagieren, weil Sie etwas anderes auch zu tun haben. Zumindestens ich tu es.

frunzi002
19
5.11.2011, 09:14
wow 40% Rücklaufquote: sehr gut!

Abgesehen von den vielen Infolücken des Artikels wie auch weiter unten beschrieben, kann bei 40% nicht mehr viel heruminterpretieren. Kollegen und mir gings bei der Jobsuche anders - deutlich schlechtere Werte!

Plus: ich habe in den letzten 3 Jahren am Rande mit der Durchsicht von hereinkommenden CV's zu tun gehabt: was da an Farbenpracht, Desinformation, Selbstüberschätzung und Inkompetenz daherkam, war nicht nur teilweise katastrophal. Wenn Layla und die anderen die angenommene durchschnittliche 08/15 Bewerbung inkl. blelanglosem Anschreiben zu Firmen sendet, und dann 40% antworten ist das mE nach sehr weit weg von im Artikel unterschwellig unterstellter Rassismus.

living reef
03
5.11.2011, 08:48
40% rücklaufquote bei initiativbewerbung?

die fiktive frau ist ein genie! langjährige erfahrung im bereich bewerbungen von arbeit suchenden frauen liegt gerade einmal bei ca. 10%! man sollte sie realität werden lassen damit sie arbeit suchenden menschen "ihr" erfolgsrezept weitergeben kann! ich kenne einen fall, wo eine htl kolleg absolventin - mit dem makel über 40 zu sein - auf viele bewerbungen nicht einmal irgend eine antwort zurück bekommt. ach ja, dass sie kinder hat ist noch ebenso erwähnenswert, wie die tatsache, dass sie trotz dieser geschilderten situation (alter/kinder) ihre kollegausbildung vor kurzem mit auszeichnung absolviert hat! ich frage mich wie seriös das gejammere der wirtschaft über zu wenig qualifizierte mitarbeiter ist!

Sabine Werner
08
5.11.2011, 08:40

was für ein schwachsinn, es geht österreichern mit urnamen genauso mies bei der jobsuche. eine liebe freundin von mir ist molekularbiologin, und die kriegt tw. nicht mal antworten auf bewerbungen - zu alt mit reifen 48!!

Dr silvia kerke Allgemeinmedizinerin
30
5.11.2011, 11:23

Na wenn ihre gute Freundin beim studienabschluss schon 48 ist, dann wundert mich eh nichts. In diesem Alter beginnt man zu degeneriern und man wird schlaf und unansehlich. Das passt in eine modernes junges Team nicht hinein !

Sabine Werner
00
13.11.2011, 19:13

@Dr silvia kerke,
wie kommen sie auf die unverfrorene idee, meine freundin habe gerade ihren abschluß gemacht. molekularbiologin ist sie seit 18 Jahren!!!!! mit keinem wort in meinem posting habe ich sowas gesagt.

Montgomery McFerryn
03
5.11.2011, 08:38

Es wird anscheinend besser, ich habe bei meinen Bewerbungen gerade mal 30% Antworten bekommen, und natürlich waren die meisten Allgemein.

Es gibt also Grund zu jubeln.

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