Premier gibt Verschleppung syrischer Flüchtlinge zu

4. November 2011, 14:27
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Mikati: Fälle mit "individuellem Charakter"

Beirut - Der libanesische Ministerpräsident Najib Mikati hat Fälle von Verschleppungen syrischer Flüchtlinge aus seinem Land zugegeben. "Es hat solche Fälle gegeben, sie hatten individuellen Charakter", sagte der Premier am Freitag dem arabischsprachigen Dienst der BBC. Libanesische Polizeikreise hatten zuvor die syrische Botschaft in Beirut mit dem Verschwinden von vier syrischen Oppositionellen in Verbindung gebracht. Die Botschaft protestierte umgehend gegen den Vorwurf.

Frankreich und die USA hatten ihre Besorgnis über die zu befürchtende fehlende Sicherheit syrischer Flüchtlinge im Libanon ausgedrückt. Nach libanesischen Medienberichten hatten syrische Soldaten bei der Verfolgung von Oppositionellen die libanesische Grenze verletzt. Im Libanon halten sich schätzungsweise 5000 Flüchtlinge aus Syrien auf, unter ihnen etliche Deserteure. Syrische Oppositionelle hatten berichtet, dass Angehörige der zivilen Shahibba-Milizen, die das Baath-Regime von Präsident Bashar al-Assad zur Niederwerfung der Protestbewegung einsetzt, auch im Libanon aktiv wären und Flüchtlinge massiv einschüchtern würden.

In der libanesischen Regierung geben pro-syrische Kräfte um die schiitische Hisbollah den Ton an. Die Unruhen in Syrien haben auch im Libanon schwere Auseinandersetzungen zur Folge. Vor allem in Tripoli, der zweitgrößten libanesischen Stadt im Norden des Landes, war es nach der Auslieferung syrischer islamistischer Flüchtlinge an Syrien zu Zusammenstößen zwischen Sunniten und pro-syrischen Alawiten gekommen. (APA)

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