Hundsärsche, köstliche!

6. November 2011, 17:14
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    foto: wolfgang hartwig/pixelio.de

    Wenn die Mispel erst einmal reif und schön cremig weich ist, dann entfaltet sie ein berückendes süßes und vor allem säuerliches Aroma.

    Foto: Wolfgang Hartwig/pixelio.de

In manchen lokalen Idiomen wird die Mispel auch Hundsarsch genannt, was wohl mit dazu beiträgt, dass sie konstant unter ihrem kulinarischen Wert geschlagen wird

In manchen lokalen Idiomen wird die Mispel, eine besonders spät reifende Herbstfrucht, auch Hundsarsch genannt.

Tatsächlich erinnert der recht üppige, stark zerfurchte Rest des Blütenstempels samt Kelchblättern an der Frucht-Unterseite an das, was man bei Spitz, Mops und ähnlichem Ringelschwanz-Hundegetier exakt unterhalb des Schwanzansatzes zu sehen bekommt - rein optisch, versteht sich. Dennoch ist die Bezeichnung in ihrer Abfälligkeit ungehörig. Und trägt wohl mit dazu bei, dass die Mispel konstant unter ihrem kulinarischen Wert geschlagen wird. Wenn sie nämlich erst einmal reif und schön cremig weich ist (was gemeinhin erst nach den ersten Frösten passiert), dann entfaltet sie ein berückendes süßes und vor allem säuerliches Aroma, das wie geschaffen ist, um mit Wildgeflügel, aber auch mit häuslicher Ente oder Gans kombiniert zu werden.

Idealerweise mischt man ein paar Löffel Mispelgelee direkt in den Bratensaft, der darauf, wie durch ein Wunder, seine üppige Schwere abgelegt zu haben scheint. Was natürlich kein Grund ist, den fetten Vogel deshalb mit Knödeln oder anderen zentnerschweren Sättigungsbeilagen zu versehen: Dass die Unverdaulichkeit fetter Speisen nicht aus ihnen selbst, sondern erst aus der Kombination mit Kohlehydraten entsteht, weiß schließlich jedes Kind. Also, in Frankreich oder Italien zumindest. (Severin Corti, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 05.11.2011)

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10 Postings
Yashi Oshkosh
00
10.11.2011, 16:56

Auch Mispelschnaps ist nicht zu verachten!

Rose Bud
00
7.11.2011, 16:21
Das sind Asperln...

florian holzer2
00
7.11.2011, 13:15

so, mispel wäre für mich somit erledigt.

GiordanoB
00
9.11.2011, 15:11

Mispel-Geele herzustellen ist jedenfalls eine Hundsarbeit, wahrscheinlich nennt man sie deshalb Hundsärsche.

Schmeckt halt wie ein mostiger Apfel.
Einfach so essen oder als fruchtige Note in einem Braten-Saftl zu verarbeiten ist jedenfalls einfacher.
Aber so ein kleiner Baum sieht auch nett aus mit seinen dekorativen Früchten.

severin corti
01
7.11.2011, 16:38
aber geh, kein hundefreund?

Ibsen
00
7.11.2011, 11:10
Das ist nicht so mein Ding, aber sehr gesund...

...und mein Mispelbaum im Garten sieht wirklich schön aus!

jumpingjack flash
00
7.11.2011, 03:06

solso schmeckt das zeug dank konsistenz echt scheixxx

wakman
00
7.11.2011, 15:40

Ganz im Gegentum. Richtig durchgereifte Mispeln schmecken fast wie Apfelstrudel. Süß, apfelig, Zimtnoten - ich lass immer einen Teil am Baum hängen, um im Winter immer wieder Mispeln naschen zu können. Herrlich im Geschmack und echte Vitamin-C-Bomben.
Einzig die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig.

jumpingjack flash
00
7.11.2011, 16:47

völlige zustimmung - es ist die konsistenz die mich stört.

dudi kailkia
01
6.11.2011, 18:27

hab ich vor ein paar tagen welche geerntet - empfehle bei der verarbeitung die großen kerne zuerst zu entfernen dann macht das passieren mehr spaß und daeuert nicht jahrhunderte ;)

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