Tel Aviv

Israelischer Neonazi zu 69 Monaten verurteilt

04. November 2011 15:26
  • Artikelbild
    Foto: epa/israeli police

    Die Gruppe mit Dimitri Bogitch auf einem Archivbild

Einwanderer aus Russland terrorisierten Angehörige von Minderheiten - Bandenführer floh nach Russland

Jerusalem - In den Jahren 2005 bis 2007 wütete eine Neonazi-Bande mit Dimitri Bogitch an der Spitze in der Gegend von Tel Aviv. Dutzende Menschen wurden wegen ihrer Hautfarbe, Rasse oder sexuellen Identität brutal angegriffen. Die aus Russland nach Israel eingewanderte Gruppe war von den Rassentheorien der Nationalsozialisten "besessen", erklärte einer der Richter.

Der Bandenführer Bogitch konnte 2007 rechtzeitig nach Russland fliehen. Später wurde er nach Kirgisien deportiert und von dort infolge eines internationalen Haftungsbefehls nach Israel ausgeliefert. Im Jänner wurde er wegen Verbrechen, öffentlicher Feindseligkeit, Rassenhetze und des Besitzes rassistischer Veröffentlichungen angeklagt.

Neben Bogitch wurden noch acht andere israelische Neonazis verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Einige hatten sich Hakenkreuze und andere Nazisymbole tätowieren lassen.

Das Wüten dieser neonazistischen Gruppe wurde in Israel erstmals öffentlich bekannt, nachdem eine Synagoge mit Hakenkreuzschmierereien entweiht worden war. Damals stellte sich heraus, dass es in Israel, anders als in Deutschland, keine Gesetze gegen nazistische Aktivitäten gibt, offenbar, weil man derartiges für überflüssig gehalten hatte. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 159
1 2 3 4
kerstin stiege
06.11.2011 12:09
"Die aus Russland nach Israel eingewanderte Gruppe ..."

ein kleines detail das mir aufgefallen ist, ist die verwendung des worts 'einwanderer'. ist bei terroristen aus der islamischen welt immer von 'migranten' oder höchstens 'zuwanderern' die rede, liest man NIE 'einwanderer' im zusammenhang mit moslems. das wort hat auch was von 'eindringling'.

und wenn wir schon dabei sind: ist es plötzlich auch ok, die herkunft zu nennen ?

doublesix
27.12.2011 15:13
nachdem ich mal davon ausgehe,

dass die jungen Leute vermutlich als *Juden*, nicht als *Russen* nach Israel eingewandert sind, galten sie vermutlich nach israelischem Gesetz als "Olim" - "Einwanderer". Nicht Zuwanderer und nicht Migranten. Das ist einfach eine historisch bedingte Sache.

Ulrich Nagel
22.11.2011 05:07

Wenn Sie wuessten wie man google bedient, und selbst nur die kurztexte ueberfliegen wuerden sie merken, dass ihr "NIE" nur durch ihren Selektionsbias entsteht.

Das problem ist jedoch, dass selbst eine konfrontation mit der wirklichkeit Sie nicht zum umdenken bewegen wird.

kerstin stiege
22.11.2011 10:01

es geht um den selektiven sprachgebrauch in politisch 'korrekten' kreisen ...

Das hat System
08.11.2011 15:10

Oh mein Gott!? Du wirst doch nicht erkannt haben, dass mit zweierlei Maß gemessen wird!?!?

torch
 
05.11.2011 20:09
Ein nahezu unbekanntes Kapitel, die Tempelgesellschaft, deutschen Siedlungen in Palästina - die NSDAP-Landesgruppe der Palästina-Deutschen

Tempel-Mitgründer und zentralen Figur in Haifa war Georg David Hardegg, es entstand eine inzwischen wieder instand gesetzte Tempelkolonie der Pietisten in Haifa sowie Sarona und Wilhelma bei Jaffa die der Landwirtschaft dienten siehe "Jaffa-Orangen". Die Templer siedelten ab Mitte des 19 JH (1868) in Palästina, Ziel "Errichtung des Reichs Gottes auf Erden". Zentralorgan der Tempelgesellschaft war die "Warte des Tempels".

Es gabe ab 1933 eine eigene "Landesgruppe der NSDAP in Palästina", ja sogar eine NSDAP-Ortsgruppe in Jerusalem.

Die Siedler wurden von den Briten nach AUS/VIC/Tatura in ein Internierungslager im Outback verbracht und konnten naturgemäß nicht mehr in ihre Heimat Palästina, in der inzwischen Israel gegründet wurde.

kerstin stiege
06.11.2011 12:18

ja, in der tat ein kapitel das gerne verschwiegen wird.

allerdings verwechseln sie da glaube ich was: die nazis waren nicht mit den juden verbündet um die armen araber zu drangsalieren, sondern die nazis waren mit den arabern verbündet, die die bereits in den 20er begonnenen pogrome gegen die juden mit deutscher hilfe zum abschluss bringen wollten. federführend dabei mohamed al husseini, der frühere grossmufti von jerusalem, der es immerhin bis in die SS schaffte und in bosnien eine muslimische SS brigade leitete.

und das lange bevor es israel überhaupt gab ...

bitte untertänigst um verzeihung wenn das jetzt ein 'etwas' ungünstiges licht auf den arabischen naqba mythos wirft ;)

torch
 
06.11.2011 15:13

Ich verwechsle da gar nichts, ich interessiere mich für Geschichte bis herauf zur Gegenwart.

Welches Licht geworfen wird, hängt von geographischem Ort, Jahres- und Uhrzeit ab und damit verbunden dann auch der Schatten.

Mich interessiert das Faktische und nicht irgendein ideologisch verbogenes bzw. getriggertes Gewäsch von wem auch immer.

kerstin stiege
06.11.2011 15:32

dass die araber mit den nazis kollaborierten um die juden zu vertreiben sieht bei jeder ort-, tages- und uhrzeit gleich aus. rein faktisch.

lol eigentlich urkomisch, dass ausgerechnet jemand der glaubt nur am 'faktischen' interessiert zu sein, den grössten ideologischen biegern überhaupt aufsitzt. ja ich weiss schon, der edle wilde ... ;)

torch
 
06.11.2011 19:17
Sie bringen mit "... allerdings verwechseln sie da glaube ich was: die nazis waren nicht mit den juden verbündet um die armen araber zu drangsalieren, sondern die nazis waren mit den arabern verbündet ..."

hier ins Spiel. Ich habe mich auf den Fakt beschränkt, dass es die Sekte der "Templer" gab und dass die eine "Landesgruppe der NSDAP in Palästina" samt einer Ortsgruppe in Jerusalem begründet hatten. Mehr steht da bei mir nicht.

Auf die Idee bzw. den eher bizzaren Gedanken der Verbündung mit den Zionisten wäre ich nie gekommen, den Sie mir aber in Ihrem "Glauben" unterstellen ebenso wie die Unterschwelligkeit in der Anmerkung des ungünstigen Lichtes.

Agitieren Sie wo immer Sie wollen, aber sparen Sie mich aus.

torch
 
06.11.2011 20:16

Und Nachtrag

Mehr als 750 Zeichen gehen in einem Rutsch nicht, eine Kolumne steht nicht zur Verfügung und daher sollten Sie das auch berücksichtigen.

Es steht jedem frei sich zu dem Thema zu vertiefen und dann werden die aufgezeigten Inhalte klar.

Meine Initiative war, das Thema aufzugreifen und im Forum zur Sprache zu bringen, dass es so etwas gegeben hat.

Ich werde daher bis auf Angriffe und Unterstellungen auch weiterhin dabei bleiben derartige Dinge aufzuzeigen, es bleibt individuelle Sache sich eine Meinung zu bilden und das ohne Unterstellungen etc. wenn das möglich ist.

Herbert Chaos
05.11.2011 15:55
Macht das eigentlich Sinn, so jemanden ins Land ausliefern zu lassen?

Ich meine der bekommt dann c.a. 6 Jahre und danach läuft er wieder auf den eigenen Strassen herum? Lasse ich ihn da nicht lieber in Kirgisien oder sonstwo dahinvegetieren?

75534
05.11.2011 14:14
Rechtsgerichtete Gewalt in Israel ist nicht unüblich.

Auch dass Rabiner von israelischen Nazischlägern zusammengeprügelt werden, kennt man dort. Nur wird das eben in der Rechtsprechung als Vandalismus behandelt.

hage
05.11.2011 09:41

beim Lesen der Überschrift schoss mir sofort Sharon durch den Kopf, aber der schläft ja...

pimpf1
06.11.2011 16:04
na ja

schlaf weiter!

klaus dona
05.11.2011 09:29
neonazi

dachte schon netanjahu ist gemeint

pimpf1
06.11.2011 16:04
na ja

wohl für Fehlassoziationen anfällig?
Woran kann das liegen?

Johannes Benn
04.11.2011 21:59
.

es ist immer besonders umsympathisch wenn zuwanderer die ansaessigen terrorisieren. das gibt es leider auch in vielen europaeischen laendern

the other side
05.11.2011 17:15
Ja, Mallorca zum Beispiel

Oder Kitzbühl und Lech

papst benedikt
05.11.2011 09:01

davon können die ansässigen palästinenser ein lied singen :)

venere nera
06.11.2011 17:27

lies mal nach, mal wie viele deiner "ansässigen" palästinmenser zwischen 1880 und 1946 in palästina eingewandert sind....

nicht mal arafat war "ansässiger" in palästina...

Makronaut
06.11.2011 00:19

jup - unter der hamas leiden die pal am meisten 8-/

die ansässigen isr können sich die hamas wenigstens halbwegs vom hals halten...

kommentare
05.11.2011 08:41

Der Terror von "Ansässigen" stört Sie wohl nicht?

Nick Tameer
05.11.2011 08:32

Tja, Israel hätte halt keine Ausländer ins Land lassen sollen.

Avicenna
 
05.11.2011 17:39

Bei einem intelligenten Menschen wie ihnen nehme ich das mal als Sarkasmus.
Was die anderen betrifft: Ziel und Zweck der Gründung des Staates Israel war die Tatsache, dass es für ein Volk, das über zwei Jahrtausende verstreut war und an vielen Orten Pogromen und Verfolgung ausgesetzt war, eine Heimat zu bieten! Der größte Schock war ja nach oftmals gelungener Assimilierung im 19. Jhrt. wieder zum Freiwild zu werden.
Viele jüd. Menschen fühlten sich mehr als Deutsche, Österreicher oder Angehörige anderer Nationen und kämpften auch im WK I für ihre Heimat-Nationen. Erst die Zuschreibungen und Kategorisierungen schlossen sie wieder aus. Ein Land, in dem man sich sicher fühlen kann, liegt da schon nahe! Aber Einwanderung gehört kontrolliert.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 159
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.