Hellas-Krise

Interview: Griechischer Schein

Interview | Sigrid Schamall, 07. November 2011 06:15
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    Jorgo Chatzimarkakis: "Wir müssen lernen, Sparprogramme mit Investitions- und Konjunkturprogrammen zu begleiten. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, Österreichs oder Finnlands ist so stark,..."

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    “...dass die europäische Peripherie kaum noch Chancen hat, der logistischen Power der zentraleuropäischen Länder etwas entgegenzusetzen."

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Bis zum Schluss hat sich Giorgios Papandreou gewunden - Die Motive für sein politisches Hasardstück verrät EU-Parla­mentarier Jorgo Chatzimarkakis

Giorgios Papandreou ist Geschichte. Mit seinem strikten Sparprogramm hat er sich zuletzt fast nur Gegner in der Bevölkerung gemacht. Nach außen kämpft das Land gegen die Pleite, die Maßnahmen sind bislang nur Schein. Die Umsetzung wird noch Jahre dauern. Faktisch steht Griechenland am Abgrund. Wie es soweit kommen konnte und was jetzt noch bleibt, erklärt der FDP-Politiker und Europa-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis im Interview.

***

derStandard.at: Seit Wochen ist Griechenland Synonym für Chaos und Unberechenbarkeit. Wie konnte es so weit kommen?

Jorgo Chatzimarkakis: Nicht nur erst seit Wochen. Die Politiker haben vor Jahren sowohl den statistischen Betrug Griechenlands beim Euro-Beitritt bis hin zum EU-Betrug offenen Auges geduldet. Ein Regelwerk, wie wir es in der Europäischen Union kennen, muss entweder eingehalten oder eingefordert werden. Das wurde von den Europäern versäumt, und zwar nicht nur gegenüber Griechenland, sondern auch gegenüber anderen europäischen Ländern. Wir müssen wieder lernen, Regeln einzuhalten - wenn es sein muss auch undiplomatisch und ohne Papperlapp. Diplomatie hat nämlich auch Schattenseiten. Bei den Griechen hat sie dazu geführt, sie nicht unmittelbar zum Sparen anzuhalten.

derStandard.at: Ist die Schuldenkrise Griechenlands zur Demokratiekrise gewuchert?

Chatzimarkakis: Definitiv. Die Griechen zweifeln an der EU. Sie fragen sich, ob Dinge, die von einem Technokraten-Team ausgearbeitet werden mehr wert sind als parlamentarische Beschlüsse. Ganz deutlich zeigte sich das bei der Referendums-Frage: Das Primat der Politik wurde plötzlich zugunsten des Primats der Finanzmärkte aufgegeben.

derStandard.at: Für Griechenland ist ein Demokratiechaos nichts Neues.

Chatzimarkakis: Keineswegs. Eine ähnliche Situation erlebte Griechenland im Jahr 1909, als die Militärregierung während des Aufstands von Mazedonien Venizelos holte (Eleftherios Venizelos, ehemaliger Premierminister, Anm.) und das Land mit der Union Kreta mit Griechenland sozusagen rettete. 1967, als Giorgios Papandreou, der Großvater des heutigen Ex-Premiers, die Kontrolle über sein Land, verlor, folgte die Militärdiktatur. Auch 1974 erlebte das Land ein Interregnum, in dem nicht klar war, was eigentlich passierte.

derStandard.at: Die EU schnürt unter größten Verrenkungen ein Billionen schweres Hilfspaket, Giorgios Papandreou kündigte ein Referendum an. Ein Treppenwitz oder politisches Kalkül?

Chatzimarkakis: Papandreou hatte keine andere Chance. Im Nachhinein gesehen war die Idee eines Referendums ein Manöver, die Opposition in die politischen Entscheidungen einzubinden und gleichzeitig Neuwahlen zu vermeiden. Danach erst schien Antonis Samaras bereit, sich an der Regierung zu beteiligen. Außerdem brachte Papandreou die Bevölkerung hinter sein Reformprogramm. Ohne dieses wäre die Instabilität weiter gestiegen mit all seinen Folgen: Ständige Streiks, Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Auf der anderen Seite hat er sich mit einem Schlag an den Verhandlungstisch katapultiert. Allein die Tatsache, dass er nach Cannes gerufen wurde, zeigt, dass Griechenland plötzlich ernster genommen wurde und in die Verhandlungen über die Details eingebunden wurde.

derStandard.at: Papandreou ist dennoch vor den internationalen Geldgebern eingeknickt. Ist Angela Merkel die neue Margaret Thatcher?

Chatzimarkakis: Jein. Frau Thatcher setzte sich in erster Linie stark für britische Interessen ein. Bei Frau Merkel muss man anerkennen, dass sie sich nach langer Zeit auf die Seite des europäischen Interesses geschlagen hat. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsmäßigkeit des ersten Griechenland-Pakets wurde sie zur Verfechterin der Euro-Rettung. Dabei tritt sie weit weniger aggressiv als Thatcher auf und setzt, wenn auch mit anderen Mitteln, das Erbe Helmut Kohls fort - die europäische Einigung.

derStandard.at: Papandreous sozialistische Pasok und die konservative Nea Demokratia (ND) begraben das Kriegsbeil und wollen eine "Regierung der nationalen Einheit" bilden. Der richtige Weg?

Chatzimarkakis: Ja. Im Grunde war es von uns Europäern unverantwortlich, mitanzusehen, wie sich Papandreou bislang mit einer kleinen Mehrheit abquälen musste. Die ÖVP in Österreich oder die CDU/CSU in Deutschland hätten viel stärker darauf pochen sollen, Herrn Samaras (ND, Anm.) aus der konservativen christdemokratischen Parteienfamilie auszuschließen. Sich in einer derartigen Krisensituation nicht an der Regierung zu beteiligen, ist schlicht unakzeptabel. Ich rechne für die nächsten Monate mit einer Neubildung der Regierung mit dem alten Parlament. Papandreou macht seinen Platz frei - möglicherweise für Venizelos (Finanzminister, Anm.) oder Lucas Papademos, dem ehemaligen Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Papandreou wird wohl einen Nachfolger nach seinem Gusto installieren.

derStandard.at: Ein Austritt aus der Währungsgemeinschaft ist im europäischen Denken schlicht nicht vorgesehen. Was, wenn die Eurozone Griechenland dennoch verliert?

Chatzimarkakis: Das wird meiner Ansicht nach nicht passieren. Wahrscheinlicher ist, dass das zweite große Hilfspaket kommt. Dieses wurde bisher nur in Grundsatzbeschlüssen festgelegt, die Details müssen in den nächsten sechs bis acht Wochen noch ausverhandelt werden. Wichtig wäre dabei, dass Griechenland mit am Tisch sitzt und nicht wie früher nur Objekt der Verhandlungen ist. Ein Ausscheren Griechenlands hätte katastrophale Folgen für andere Ökonomien des Südens, insbesondere für Italien, weil die Märkte feststellen müssten, dass es sich lohnt, gegen den Euro zu wetten. Man sollte über ein solches Szenario eigentlich nicht zu lange nachdenken.

derStandard.at: Die Erfahrung zeigt, dass die Verschuldung Griechenlands umso stärker steigt, je mehr gespart wird, weil es die Konjunktur abwürgt. Welchen Ausweg gibt es aus diesem Teufelskreis?

Chatzimarkakis: Wir dürfen uns von der Finanzwelt nicht an der Nase herumführen lassen. Über die Finanzierung der Staaten durch private Banken wurden erhebliche Geschäfte gemacht. Damit muss man dringend brechen. Das beinhaltet aber auch, dass der Staat nur noch das ausgeben kann, was er hat. Will er die Inflation niedrig halten, wird er weniger ausgeben können, als es in der Vergangenheit der Fall war.

derStandard.at: Was bedeutet das konkret für Europa?

Chatzimarkakis: Wir müssen lernen, Sparprogramme mit Investitions- und Konjunkturprogrammen zu begleiten. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, Österreichs oder auch Finnlands ist so stark, dass die europäische Peripherie kaum noch Chancen hat, der logistischen Power der zentraleuropäischen Länder etwas entgegenzusetzen.

derStandard.at: Bei der Griechenland-Krise blicken alle auf die Schulden des Landes. Reicht das? Wie kann das Land noch gerettet werden?

Chatzimarkakis: Zum einen muss Griechenland seine Beschlüsse in einer Weise fassen, die die Bevölkerung mittragen kann. Zum anderen müssen die Sparbeschlüsse, die mit einem Haircut einhergehen, mit einem Investitionsprogramm kombiniert werden. In der Schweiz werden 300 Milliarden Euro von griechischen Bürgern vermutet. Bei einer Koppelung der Privatisierungen Griechenlands mit einer Teilamnestie für diejenigen, die sich in der Heimat an einer Privatisierung beteiligen, würde man nicht nur einen Teil dieser Gelder wieder zurück ins Land holen, sondern einen Ausverkauf der griechischen Wirtschaft abwenden.

derStandard.at: Soll der europäische Steuerzahler Griechenland überhaupt noch Geld geben, wenn so große Unsicherheit über die Entschlossenheit der dortigen Bevölkerung herrscht?

Chatzimarkakis: Der europäische Steuerzahler hat bisher noch keinen Cent, sondern nur Garantien gegeben. Und das aus gutem Grund: Hätte er sie nicht gegeben, wäre Griechenland heute längst bankrott - mit schwerwiegenden Folgen für den Steuerzahler.

derStandard.at: Wann wird die europäische Finanzkrise frühestens beendet sein? Reden wir von eher fünf oder 50 Jahren?

Chatzimarkakis: Ich würde meinen, in fünf Jahren wird die Finanzkrise für die Europäer vorbei sein. Die Griechen selbst werden die Belastungen allerdings noch länger spüren.

derStandard.at: Hat US-Präsident Obama recht, wenn er die Europäer scharf kritisiert und zugleich ermahnt, mehr gegen die Krise zu tun, also notfalls mehr Schulden zu machen?

Chatzimarkakis: Nein, denn die USA haben ein völlig anderes Modell der Finanzierung von Staatsausgaben. Im Zweifelsfall überschulden sie sich, und zwar noch mehr als die Europäer, und gleichen das mit Gelddrucken aus - die US-Notenbank nimmt Inflation in Kauf. Man sollte sich Präsident Obamas Aussagen also nicht zu Herzen nehmen.

derStandard.at: Die Europäische Zentralbank kauft seit Monaten Staatsanleihen geschwächter Euro-Staaten auf. Das Vorgehen ist schwer umstritten und gilt als hochriskant.

Chatzimarkakis: Das Vorgehen der EZB sollte die Ausnahme bleiben. Gut, um eine Krise abzuwenden - aber das war's dann auch. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 7.11.2011)

JORGO CHATZIMARKAKIS ist Europa-Abgeordneter für die FDP. Er ist unter anderem Mitglied im Rat der Europäischen Liberalen, Demokraten und Reformer und seit 2009 Vize-Präsident der World Hellenic Inter-Parliamentary Association (WHIA).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 68
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Norbert_Brandstätter
07.11.2011 23:19
In der Schweiz werden 300 Milliarden Euro von griechischen Bürgern vermutet.

Zum Schutz der Griechischen Zivilbevölkerung vor weiteren Finanz-Massakkern, sollte die UNO eine Resolution verabschieden und - notfalls mit NATO-Hilfe - diese 300 Milliarden einkassieren.

Die Staatsschuldenkrise wäre über nacht beendet.

hanfman1951
07.11.2011 18:24
Grichenland war vor dem Abgrund...

jetzt ist es einen Schritt weiter ;)

Elén
07.11.2011 18:21
Polemisch gesagt, ..

hat man nun zur Finanzkrise eingeleitet, die über Europa die Lektion der Gegenwart vollziehen soll: Das Ende des Souveräns und der Demokratie. - Während die Bürger in Griechenland sich anhören müssen, sie hätten gelebt wie die Götter und es nun das Gebot der Stunde wäre, Demut und Verzicht zu üben, erklären uns die Europamacher im Zweikanalton die großen Visionen. Von Durchgriffsrecht u. und Alternativlosigkeit ist denn die Rede. Was nicht passt, wird passend gemacht, was nicht ist, muss werden: im Zweifelsfall am nächsten Krisengipfel, - denn da ist der Ort, wo die Gerichte tagen für d. Rettung der Welt. - Geschätze Bürger der Nationen, streichen Sie d. Wort "Selbstbestimmung" aus Ihrem Wortschatz und vertrauen Sie: Es ist zu Ihrem Besten.

der schwitzbär der schwitzt sehr
07.11.2011 15:28
Daß in einem freien Binnenmarkt ohne jegliche Handelshemmnisse

und Schutzmechanismen für Schwächere die Stärkeren, also besser organisierten, jene Schwächeren weil schlechter organisierten an die Wand drücken würden, war ja klar

Die besser organisierten Länder haben Marktanteile, Elitenreichtum und politische Macht gemehrt, die schwächer organisierten Länder stehen nun in der Rue de Gac und haben 30-50% Jugendarbeitslosigkeit

Was ist daran wirklich überraschend ?

NB:
Mit dem nunmehrigen 2.Rettungspaket werden SÄMTLICHE griechische Staatsanleihen - auch alle bereits bestehenden
=>
von griechischem auf britisches Recht umgestellt

Das Land ist nicht nur gefesselt, es ist auch geknebelt und bekommt auch eine Gummibadehaube auf, damit die Haare sich nicht unerlaubt bewegen

Hurra Europa, Friedensprojekt

santa fe
 
07.11.2011 13:15
"Das Primat der Politik wurde plötzlich zugunsten des Primats der Finanzmärkte aufgegeben. derStandard.at: Für Griechenland ist ein Demokratiechaos nichts Neues."da lese ich nicht weiter. nichts neues ist die übernahme der herrschaft über

die nur noch scheindemokratischen länder der gesamten welt durch die FI. alle regeln der demokratie, der fairness, des humanismus werden von der FI gebrochen, weil suchtkrankheit kein gewissen kennen kann, sonst würde sie geheilt sein.

die süchtiggsten 1% der welt sind der überschmarotzer, nicht einzelne länder, die fast unschuldig - kindlich begeistert mitschummeln, weil dort leben noch priorität vor sklavenmentalität hat.
die sozialschmarotzerhetze auf die ärmsten wird auf die freiheitsliebenden und deshalb unorganisiertesten länder ausgeweitet, weil sie unbotmässig sind.

die FI muss das weltvermögen an jeden einzelnen zurückzahlen, frieden machen, sich demokratisieren und therapieren:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle

NOW!

Ed Sackbauer
09.11.2011 08:41

Hahahahhaha - hab mich prächtig amüsiert über Ihr post!

Zaphod Beeblebrox III
07.11.2011 15:05
Träum weiter, Traumtänzer ...

Leuten wie dir verdanken wir Hitler, Stalin und Mao Tse Tung.

santa fe
 
07.11.2011 15:12

oh ja, die waren alle so gegen den krieg.

LGM
07.11.2011 14:38

Die Postings werden immer fanatischer und immer weltfremder. Glauben Sie, dass Sie damit außer mitleidigem Kopfschütteln irgend etwas bewirken?

santa fe
 
07.11.2011 19:30

hier geht es nicht um diplomatisches taktieren, hier geht es um die alternative von welt-chaos-krieg und welt-frieden.

vielleicht werden auch sie einmal bereuen, die falsche seite gewählt zu haben.

alpenmilch
07.11.2011 13:02

Der rote Faden, der sich durch dieses Interview zieht:

"Eigentlich sind die anderen mindestens gleich schuld wie wir und sind deshalb dazu verpflichtet uns zu unseren Konditionen zu helfen."

Unglaublich, das der es wirklich fertig bringt, so etwas zu sagen, ohne dabei rot zu werden...

Ed Sackbauer
09.11.2011 08:47

find ich gar nicht.

hauptschuld haben (in dem interview) die griechen selbst mit ihren lausien, unkontrollierbaren strukturen, besonders aber die steuerflüchtigen milliardäre.

tatsache ist aber, dass die europäischen und internationalen banken sich eine goldene nase mit dem gambling mit staatspapieren verdient haben - und damit auch die "kleinen" anleger (auch gambler!) im "westen" (leute wie du und ich..?).

Dr. Viktor Frankenstein
07.11.2011 12:31
Das wird meiner Ansicht nach nicht passieren. Wahrscheinlicher ist, dass das zweite große Hilfspaket kommt.

So ein Traeumer ...

Kara Mustafa
07.11.2011 12:16
Politiker-Endlagerung

Chatzimarkakis ist ja Doppelstaatsbürger und hat schon angekündigt, dass er in diesen schweren Zeiten für wichtige Aufgaben (politische, glaube ich, nicht wissenschaftliche) in Griechenland zur Verfügung steht.

Das ist ein guter Ansatz. Wenn Griechenland als Gegenleistung bereit wäre, auch den gesamten Rest der FDP bei sich aufzunehmen, dürften die nächsten "Rettung"spakete in Deutschland mehrheitsfähig sein.

Der Schizologe
07.11.2011 13:07
Das hat was.

Jetzt, wo der Doktor weg ist, wird es vielleicht für alle Beteiligten sogar etwas billiger. ??

Walter Bimini
07.11.2011 12:11
immer noch beschäftigt man sich mit dem schein statt mit der grausigen realität.

griechenland hat nur mit dem austritt aus der eurozone eine chance irgendwann wieder auf die beine zu kommen.
aber italien wird vorher dem euro den rest geben und damit den neuesten europäischen völkerkerker aufschließen.

Der Kirk der jetzt eine Tochter hat
07.11.2011 11:39
Der Kirk der jetzt eine Tochter hat
07.11.2011 11:38

Wieso darf der Schatzi zum thema wirtschaft was sagen und hat der seinen dr. titlel noch?

scrollradl
 
07.11.2011 10:43
also dass der großvater papandeous damals weggeputscht wurde . . .

. . . kann man weder ihm noch seinem enkel vorwerfen

Karl Krammer
07.11.2011 10:02
"Über die Finanzierung der Staaten durch private Banken wurden erhebliche Geschäfte gemacht. "

nein. Griechische Staatsanleihen haben noch 2009 gerade mal 1,5% für 1jährige und 4% für 10jährige eingebracht - kaum mehr als Papiere von Deutschland. Es sind Hedgefonds, die mit Leerverkäufen von Staatsanleihen die großen Geschäfte gemacht haben. Es gab (und gibt - heute in Italien) zwischen Verkaufsauftrag und tatsächlicher Lieferverpflichtung bis zu 10 Tage Zeit. Das war in der "ruhigen" Zeit nie ein Problem, da Staatsanleihen immer sicher waren und es immer ausreichend Nachfrage gab. Aber durch den Schock der Finanzkrise konnte man plötzlich damit spekulieren. Wenn man hier den Markt zähmen will, dann muß die EZB dafür sorgen, daß es für Staatsanleihen verbindliche Kurse gibt und Leerverkäufe damit sinnlos werden.

Walter Bimini
07.11.2011 12:02
seit wann kann der verkäufer allein den preis festsetzen?

sobald sich keine käufer mehr finden, muß der verkäufer mit dem preis hinuntergehen bzw in unserem fall bereit sein höhere zinsen zu zahlen.

wenn man die tatsächliche inflation berücksichtigt, dann zahlen alle staaten für ihre schuldpapierln viel zu niedrige zinsen. jeder käufer von staatsanleihen ist offensichtlich ein dummkopf.

ilrio xxxxx
 
07.11.2011 09:46
Griechischer Schein !

nun bald ist der vollmond, und da platzt der schein.

torch
 
07.11.2011 09:36
Die Politiker haben vor Jahren sowohl den statistischen Betrug Griechenlands beim Euro-Beitritt bis hin zum EU-Betrug offenen Auges geduldet. Ein Regelwerk, wie wir es in der Europäischen Union kennen, muss entweder eingehalten o. eingefordert werden

Fortfall der Vertragsgrundlage, nationale Währung wieder einführen, den Euro als Parallelwährung beibehalten.

Gibt übrigens ein Balkanland in dem der Euro verwendet wird und das ist nicht mal in der EU.

GR wird auf absehbare Zeit wirtschaftlich nicht leistungsfähig genug sein und daher ist der Schritt unumgänglich, je früher der erfolgt desto geringer der Schaden für die die Steuerlast tragenden EU-Euro-Bürger.

Und GR ist erst der Anfang.

hatschepsut27
07.11.2011 10:07

...die Politiker der EU wußten bereits seit JAHREN, dass die Zahlen der Griechen gelinkt waren....und taten nichts....

Walter Bimini
07.11.2011 12:04
auch italien hätte man nie in die eurozone aufnehmen dürfen

denn italien hat nie auch nur annäherungsweise die 60% verschuldung eingehalten.

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