Regierung investierte 700.000 Euro in Umfragen

4. November 2011, 13:37
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Zeitraum Juni 2010 bis Juli 2011 - Wirtschaftsministerium ließ sich mit rund 300.000 Euro Umfragen am meisten kosten

Wien - Die Regierungsmitglieder haben im Zeitraum Juni 2010 bis Juli 2011 insgesamt rund 700.000 Euro für Meinungsforschung ausgegeben, das geht aus der Beantwortung einer Anfrageserie der Grünen hervor, über die am Freitag die "Wiener Zeitung" berichtet hat. Den höchsten Betrag hat mit rund 300.000 Euro das Wirtschaftsministerium in Umfragen gesteckt, den geringsten das Bundeskanzleramt mit 15.000 Euro. Gar keine Umfragen in diesem Zeitraum ließ das Sozialministerium durchführen.

Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (V) gab mit rund 300.000 Euro das meiste für die Meinungsforschung aus. Er ließ sich etwa ein Bevölkerungsmonitoring 33.800 Euro und ein Unternehmensmonitoring 34.000 Euro kosten. Auch das Investitionsverhalten der österreichischen Unternehmen (11.400 Euro) und die Auswirkung der Erleichterung bei Schwellenwerten (7.200 Euro) ließ er untersuchen. Am teuersten kam Mitterlehner die Erstellung des Jugendmonitors (95.000 Euro).

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) ließ Studien um insgesamt 105.180 Euro durchführen. Erstellt wurden um diesen Betrag eine Lifestyle- und eine Jugend-Studie, eine Maturantenbefragung sowie eine Studie über das Spendenverhalten der Österreicher.

Einen geringeren Betrag steckte das Außenministerium (50.000 Euro), das Frauenministerium (44.076 Euro) und das Unterrichtsministerium (40.800 Euro) in die Meinungsforschung. In etwa gleich viel waren es im Verkehrsministerium (36.480 Euro), im Gesundheitsressort (36.000 Euro), im Finanzministerium (35.000 Euro) und im Verteidigungsministerium (34.000 Euro).

Das Image der Landwirtschaft und die Einstellung zu EU-Agrarzahlungen ließ etwa das Agrarministerium abfragen. In Summe war die Meinung der Bevölkerung Minister Nikolaus Berlakovich (V) 22.680 Euro wert. Weniger gaben noch das Justizministerium (18.000 Euro) und das Kanzleramt aus.

Vom Innenministerium liegen keine Zahlen vor. Beauftragt wurden von den Ressorts etwa die Institute Karmasin Motivforschung, IFES, OGM, GfK oder das Humaninstitut. (APA)

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