Berufung wegen Insider-Freispruchs von OMV-Ruttenstorfer

4. November 2011, 12:09
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Wien - Die Berufung gegen den Freispruch für Ex-OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer im Insiderprozess liegt seit Anfang September beim Oberlandesgericht (OLG) Wien. Wie lange das Verfahren dauern werde, sei derzeit nicht abschätzbar, erklärte ein Sprecher des OLG Wien. Anfang September hatte die Oberstaatsanwaltschaft Wien eine Stellungnahmen zur vollen Berufung der Staatsanwaltschaft Wien abgegeben, die auch eine Nichtigkeitsbeschwerde umfasst. Da der Fall komplexer sei als eine typische Causa beim OLG, könnte das Verfahren durchaus länger dauern, hieß es aus der Oberstaatsanwaltschaft Wien.

Ruttenstorfer war heuer am 27. Jänner vom Vorwurf des Insiderhandels freigesprochen worden. Ihm war von den Verfolgungsbehörden vorgeworfen worden, durch von ihm persönlich im März 2009 erworbene OMV-Aktien knapp vor dem Verkauf von Anteilen der ungarischen MOL durch die OMV einen Insiderhandel getätigt zu haben. Die schriftliche Ausfertigung des Freispruchs erfolgte am 10. März. Die Staatsanwaltschaft und die Finanzmarktaufsicht (FMA) haben dagegen volle Berufung erhoben.

In der Zwischenzeit gab Ruttenstorfer die Führung der OMV - wie schon länger geplant - Anfang April an seinen Nachfolger Gerhard Roiss ab. Allerdings hat sich der ehemalige OMV-Chef nicht komplett aus dem Berufsleben zurückgezogen und hält vier Aufsichtsratsmandate bei börsenotierten Unternehmen: Er ist Aufsichtsratschef bei der Vienna Insurance Group (VIG) und der CA Immobilien Anlagen AG. Darüber hinaus ist er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender beim Flughafen Wien und Aufsichtsratsmitglied bei der Telekom Austria. (APA)

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