GNOME Shell läuft künftig auch ohne Hardware-3D-Support

4. November 2011, 12:00
61 Postings

Soll bereits mit Fedora 17 auch über Software-Rendering nutzbar sein - Zahlreiche Optimierungen quer durch das ganze System

In wenigen Tagen soll mit Fedora 16 eine neue Version der maßgeblich von Red Hat entwickelten Community-Distribution veröffentlicht werden. Doch während manche EntwicklerInnen dem Ganzen noch den letzten Stabilitätsschliff verpassen, arbeiten andere schon eifrig an der nächsten Generation der Software. Und dies mit durchaus interessanten Ergebnissen: Wie Red-Hat-Entwickler Adam Jackson in einem Mailing-Listen-Eintrag verrät, soll die GNOME Shell künftig auch ohne die bisweilen nötige Hardware-3D-Unterstützung laufen.

Rendering

Möglich wird dies durch aktuelle Entwicklungen an der LLVMpipe, einer Software-Rendering-Lösung, die zuletzt vor allem von Google (für deren Chromebooks) und Red Hat selbst vorangetrieben wurde. Damit soll sich die GNOME Shell auch auf Systemen nutzen lassen, bei denen die Grafiktreiber keine 3D-Beschleunigung liefern. Mit einem Screenshot demonstriert man denn auch den Einsatz eines vollständigen GNOME3-Desktops in einer virtualisierten KVM-Umgebung.

Performance

Jackson betont dabei, dass bis zur Freigabe des kommenden Fedora 17 noch einiges an Performance-Optimierungsarbeiten anstehen. Diese sollen so ziemlich alle Bereiche der relevanten Infrastruktur durchziehen, vom Kernel über die 3D-Bibliothek Mesa, den Grafikserver X.org bis zum GNOME selbst. So könnte etwa der Fenstermanager Mutter künftig beim Einsatz der LLVMpipe diverse berechnungsintensive Effekte - wie Schatten - abschalten. Die aktuelle Planung für all diese Unterfangen fasst man auf einer eigenen Feature-Seite zusammen.

Start

Langfristig hofft man damit den bisher für ältere Systeme oder virtuelle Maschinen vorgesehenen Fallback-Modus von GNOME3 gänzlich ablösen zu können, womit die User-Experience auf allen Geräten wieder vereinheitlicht würde. Die ersten Änderungen, die all dies ermöglichen, sollen schon in den kommenden Tagen in den Fedora-Entwicklungszweig Rawhide einfließen. (apo, derStandard.at, 04.11.11)

  • Mit Fedora 17 soll die GNOME Shell von Haus aus auch in einer virtuellen Maschinen laufen - und zwar selbst mit dem eigenen virt-manager und KVM. Bisher ist dies nur bei Virtualbox möglich, und dort auch nur mithilfe der nachträglichen Installation spezieller Treiber.
    grafik: red hat

    Mit Fedora 17 soll die GNOME Shell von Haus aus auch in einer virtuellen Maschinen laufen - und zwar selbst mit dem eigenen virt-manager und KVM. Bisher ist dies nur bei Virtualbox möglich, und dort auch nur mithilfe der nachträglichen Installation spezieller Treiber.

Share if you care.