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Pilz: "Persilschein" für Hahn

4. November 2011, 11:22

Uni Wien habe "ernsthafte Prüfung verweigert" - ÖVP-Rauch triumphiert über Grünen Abgeordneten

Wien - Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz hat das Urteil über die Dissertation von EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) abgeklärt kommentiert. Das Verfahren der Universität Wien sei "rein formell zur Kenntnis zu nehmen", sagte er am Freitag gegenüber der APA. Die Uni habe aber "dem Herrn Doktor Hahn einen Persilschein ausgestellt", so die inhaltliche Beurteilung des Grünen, der sich in der Vergangenheit die Entlarvung des angeblichen Plagiats aus Hahns Feder auf die Fahnen geschrieben hatte.

Das Argument, dass die damaligen Standards heute nicht mehr verifizierbar seien, ist für Pilz "völliger Blödsinn" bzw. "Durchschwindeln": "Sämtliche Regeln von vor 25 Jahren liegen bei der Uni auf und sind ohne weiteres nachzuvollziehen. Die damaligen Standards waren formal schärfer." Die Universität Wien aber habe eine "ernsthafte Prüfung verweigert" und "sich damit unnötig blamiert", so Pilz, der auch fürchtet, dass die Uni damit die Standards für künftige Dissertationen tiefer lege.

Rauch triumphiert

ÖVP-Generalsekretär Johannes Rauch sah dagegen eine Niederlage "für den grünen Pseudo-Aufdecker Pilz", dessen Glaubwürdigkeit nun "endgültig dahin" sei und dessen "Attacken" gegen Hahn als "substanzlos" dastünden, wie er in einer Aussendung schrieb. Pilz sollte nun "ernsthaft in sich gehen", so der Rat aus der ÖVP-Zentrale. (APA)

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prigogine
00
9.11.2011, 08:35
Leistung muss sich lohnen

das Konzept der ÖVP nach Rauch´scher Definition: abschreiben, kopieren, plagieren, nur nichts selber machen.

Kool killer
 
03
8.11.2011, 18:40
Zur Erinnerung: warum studierte Hahn Philiosophie ?

Weil der gescheiterte Jus-Student hier die letzte Möglichkeit fand, noch nach der alten Rigorosenordnung einen Doktortitel abzustauben. Die Wiener Philosophen schafften es bis 1983, die seit dem AHStG 1966 fällige Neugliederung in Diplomstudium (Magister) und Doktorat hinauszuzögern. Nach der Rigorosenordnung brauchte es 4 Studienjahre (ohne eine einzige prüfungspflichtige Lehrveranstaltung), eine approbierte Dissertation und dann als erste und einzige Prüfung das Rigorosum. Die Wiener Philosophie verkam zur Doktormühle. Professoren wie Kampits (Hahns Doktorvater) hatten Unmengen Dissertanten und konnten gerade bei Parteifreunden gar nicht so genau hinschauen, dass sie Plagiate entdeckten.

Kronenzeitungsleser
02
9.11.2011, 14:00
...danke für die interessanten Details. So schwierig

dürfte es also nicht sein, darzustellen wie damals, nämlich vor gut 25 Jahren die Standards im Doktoratsfach waren. Nur ist es wohl heute peinlich, darüber zu sprechen. Im Übrigen vermute ich, dass nicht nur Hahn sondern auch andere, welcher politischern Couleur auch immer, Nutznießer einer solchen Regelung waren. Das reicht wohl von ganz links bis weit rechts.

Kool killer
 
00
13.11.2011, 19:19
auch Dr. Gusenbauer

promovierte 1987 nach der alten Rigorosenordnung - in Politikwisenschaft beim Parteifreund Karl Ucakar. Thema der Diss.: "Die österreichische Friedensbewegung. Träger, Strukturen und Aktivitäten zwischen 1980 und 1986"

Kronenzeitungsleser
00
7.11.2011, 08:12
...auch P.P. profitierte von diesen sogenannten 'Standards'!

Kronenzeitungsleser
01
6.11.2011, 14:58
...alles verständlich, alles auf einer Linie!

Man weiß nun nicht mehr, welche Standards vor 25 Jahren an der Magna Alma Mater Austria geherrscht hätten, haha, da kann ich wirklich nur lachen, alles auf einer Linie:

1. Zusammen mit einem anderen verfasse ich eine wissenschaftliche Arbeit mit Arbeitsteilung: er rechnet ich schreibe. Die Arbeit ist von jemandem Dritten in Auftrag gegeben worden.

2. Etwas später reiche ich diese Arbeit, mit dem Hinweis, der andere hätte gerechnet, als Dissertation ein.

3. Sie wird von Doktorvater van der Bellen und Loitlsberger als Zweitbegutchater aprobiert.

4. Ich werde jeden vor den Kadi zitieren, der sagt mich hätte abgeschrieben.

Soche Standards dürften an der Uni Wien üblich gewesen sein, auch die Volkswirte haben da ein kleines Problem!

Alfred Zopf
00
13.11.2011, 10:23

Warum schreiben sie den Namen Petzer Pilz nicht aus, haben Sie Angst, dass sie geklagt werden ?

Kronenzeitungsleser
00
7.11.2011, 08:31
...d.h. 'approbiert'

Josef Lueger
04
5.11.2011, 15:13
Uni Wien wie die drei Affen

Mit ihrer (absichtlich?) ungeschickten und kurzsichtigen Vorgangsweise hat die Universität der wissenschaftlichen Integrität einen Bärendienst erwiesen. Sie hat politisches Wohlverhalten über die wissenschaftliche Seriosität gestellt. Und nicht zuletzt entwertet sie mit ihrer Entscheidung die wissenschaftlichen Arbeiten tausender Absolventen aus der Studienzeit Hahns und davor, die nun unter Generalverdacht kommen, heutigen wissenschaftlichen Standards nicht zu entsprechen. Und das alles nur, um einem mächtigen Abschreiber nicht auf die Füße zu treten. Das ist der eigentliche Skandal!

pike bishop
02
6.11.2011, 16:02

ich gebe ihnen zu 100% recht, und möchte hinzufügen, dass die Uni-Chefs ja nur mehr Netzwerker und Machtmenschen sidn. Denen sind ungetrübte Beziehungen zu einer staatstragenden Partei wichtiger, als Tausende Absolventen, die die Ehre gehabt haben, bei nicht mehr zeitgemäßen Standards zu dissertieren.

Allerdings gluabe ich, dass gereade bei der Philosophie wirklich viel im Argen lag.

eze eze
 
11
5.11.2011, 13:29

Vielen Dank an die Untersuchungskommission für die Neuauflage von "Des Kaisers neue Kleider" in modernisierter, zeitgemäßer Fassung mit wenig überraschendem Ausgang.

eze eze
 
12
5.11.2011, 16:10

Weil ich danach gefragt wurde, zur Erinnerung - hier ein paar Beispiele zur Ansicht: http://derstandard.at/2893714 Weitere finden sich im Weber-Gutachten, das beim Artikel vom 23. Mai 2011 im Standard veröffentlicht ist: http://derstandard.at/130455258... rschlichen

eze eze
 
11
5.11.2011, 16:06

Weil ich danach gefragt wurde, zur Erinnerung - hier ein paar Beispiele zur Ansicht: http://derstandard.at/2893714

Weitere finden sich im Weber-Gutachten, das beim Artikel vom 23. Mai 2011 im Standard veröffentlicht ist: http://derstandard.at/130455258... rschlichen

der tueftler
33
4.11.2011, 17:03
wer interessen vertritt, ist nicht glaubwürdig

ich habe die hahnsche diss nicht gelesen, geschweige denn kann ich sie beurteilen. die poster hier auch nicht, d3ennoch maßen sie sich ein urteil an.
ich kann nur beurteilen, wem ich glaube: da sind einerseits leute, die ein interesse daran haben, dass hahn reingewaschen wird und andere, die ihn anpatzen wollen. sie sind nicht glaubwürdig. aber die universität ist das schon. die argumente, dass zwar die zitierweise nach heutigen standards oberflächlich war, aber nicht abgeschrieben wurde, leuchtet mir ein. ich weiß selbst, wie mühsam das anbringen der fußnoten im prä-computer-zeitalter noch war.

eze eze
 
13
5.11.2011, 13:13

Wie wäs mit einem Blick auf ein paar Beispiele? Vor ein paar Jahren hat der Standard Auszüge gebracht. Dann hättest du sofort gesehen, dass deine Verteidigungslinie nicht zum Fall passt. Es geht hier nicht um bloßes Vergessen von ein paar Fußnoten oder Schlamperei.

eze eze
 
11
5.11.2011, 13:11

Es gab vor ein paar Jahren genügend Zitierbeispiele im Standard, anhand derer jede/r, der mit den einfachsten Grundregeln des Zitierens vertraut ist, sofort gesehen hat, dass Hahn nicht bloß schlampig war, sondern bewusst falsch zitiert hat.

Cuchullain
10
4.11.2011, 20:55
"... sie sind nicht glaubwürdig. aber die universität ist das schon."

Meines Wissens ist die UNI Wien im internatl. Ranking nicht unter den ersten hundert Unis.
Also kräht kein Hahn (!) danach wenn sie unseriös die Diss. beurteilen.
Innenpolitisch würde die UNI ins Schussfeld der ÖVerbrecherPartei kommen; also was zählt da schon ein schlechter Ruf?

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
5.11.2011, 09:59

Sorry, aber dieses Rankingargument können sie sich sonst wohin stecken. Die UniWien war sehr wohl unter den Top 50, als sie noch mir der MedUni gemeinsam war. Nur durch die Trennung verloren beide um 100 Plätze, weil sie jetzt ihre Nobelpreisträger nicht mehr teilen können. Ist einer der beiden deswegen plötzlich 100 Plaätze schlechter geworden? Eben.

Also wär immer kräht oder nicht, sollte ein wenig Intelligenter sein, als so blind auf diese Rankings zu achten.

fw190
04
4.11.2011, 17:40
ich weiß selbst, wie mühsam das anbringen der fußnoten im prä-computer-zeitalter noch war.

Ein Umstand, der das Verzichten auf Fußnoten aber keinesfalls rechtfertigte.

der tueftler
22
4.11.2011, 17:49
wer hat verzichtet?

offenbar sind nicht alle textstellen mit den korrekten fußnoten versehen. aber die untersucher haben erklärt, dass sich daraus nicht ergibt, dass die arbeit abgeschrieben wurde.
ich bin kein freund hahns und schon gar nicht rauchs; aber ich kann ein gutachten akzeptieren. das ändert an manchen kritikpunkten (etwa hahns tätigkeit für eine glücksspielfirma) gar nichts.
wer wird sich in zukunft noch für politik interessieren, wenn sein ganzes vorleben nicht nur durchleuchtet, sondern sogar sehr kritisch beurteilt wird, obwohl die zuständigen das gar nicht so sehen.
der deutsche (sein name sei vergessen... /zitat: uhland, des sänges fluch) hatte evtl. einen ghostwriter, das war wirklich ein plagiat.

the bugger_off
01
5.11.2011, 14:01

du, leider ists aber so dass nicht nur die fussnoten fehlen, sondern auch die " " und auch jegliche einleitung die auf ein zitat verweist und alles..., sonnst wär das längst abgehakt und niemand würd sich beschweren dass eine fussnote verloren gegangen is....
zur ansicht: link weiter unten

eze eze
 
12
5.11.2011, 13:21

Wieso schreibst du "offenbar" wenn du die Textstellen nicht einmal gelesen hast und gar nicht weißt, worum es geht. Der Standard brachte sie vor ein paar Jahren, man konnte es nachlesen! Hahn hatte sämtliche Absatzanfänge der ohne Quellenangabe gebrachten Textstellen ganz bewusst geringfügig verändert - wohl weil er eben nicht wollte, dass man diese Textstellen gleich beim Lesen als direkte Zitate erkennt. Und so wurde in vielen Fällen aus einem direkten Zitat (denn 95 oder mehr Prozent der jeweils übernommenen Textstellen sind im Originalwortlaut) dann ein Text, der beim Lesen unweigerlich den Eindruck erwecken muss, es handle sich um Hahns eigenen Gedankengang. Mit Schlamperei oder Versehen ist so eine Vorgehensweise nicht erklärbar.

i po
00
4.11.2011, 18:20
am besten

Sie lesen sich mal ein bisserl mehr ein in Hahns Diss.

das ginge natürlich einfacher, wenn die Gutachten, die Sie bereitwillig akzeptieren, auch öffentlich wären.

jenes von weber ist öffentlich. http://www.peterpilz.at/data_all/... nWeber.pdf

ChristianderGuru
66
4.11.2011, 16:44
Und wieder ein von Pilz aufgedeckter Nichtskandal!

Wenn er Größe hätte würde er sich entschuldigen, aber Pilz ist und bleibt ein Spießer.

onlooker
11
4.11.2011, 18:27
und sie gutgläubig, oder gibt es einen besseren begriff dafür,

ich würde vielleicht einige andere worte einsetzen, wie naiv, arglos, schlicht,einfalt, kritiklos, tor, und noch viel mehr,

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