Mit Mikrowellen Lungen­metastasen entfernen

4. November 2011, 11:15
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Die Krebszellen verbrennen unter der Hitze der fünf- bis zehnminütigen Bestrahlung

Frankfurt - Wissenschafter des Frankfurter Universitätsklinikums testeten die neue Technik der Mikrowellenablation zur Entfernung von Lungenmetastasen. Das Ergebnis: Drei Viertel der behandelten Tumore konnten vollständig entfernt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Radiology veröffentlicht.

Die Therapie von Lungenmetastasen ist für die moderne Onkologie noch immer eine Herausforderung. Neue Behandlungsmethoden können die Überlebenschancen der Patienten verbessern. So werden neben den klassischen Verfahren wie der operativen Resektion, der Chemo- und Immuntherapie sowie der Bestrahlung zunehmend minimalinvasive Therapieverfahren wie Laser-, Radiofrequenz- und Mikrowellenablation (MWA) erforscht.

In einer aktuellen Studie der Frankfurter Arbeitsgruppe "Interventionelle Onkologie" unter der Leitung von Thomas J. Vogl, Leiter des Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Frankfurter Universitätsklinikum, wurde ein großes Patientenkollektiv mit der neuen Technik der Mikrowellenablation behandelt. Hierbei wird unter lokaler Betäubung eine Sonde durch die Haut geleitet. Sie dient dazu, die Mikrowellen direkt auf den Tumor zu leiten. Die Krebszellen verbrennen unter der Hitze der fünf- bis zehnminütigen Bestrahlung. Mithilfe von Echtzeitbildern aus dem Computertomographen wird der Eingriff beobachtet und kontrolliert, so das Klinikum in einer Aussendung.

Drei Viertel der Tumore vollständig entfernt

Die Untersuchung hat gezeigt, dass Patienten bei Anwendung dieser Mikrowellenmethode eine sehr gute Überlebenschance haben. Insgesamt wurden 130 Tumore bei 80 Probanden behandelt. Von diesen konnten im Rahmen der Studie 95 vollständig entfernt werden. Der Behandlungserfolg ist klar zu erkennen. Das Ein-Jahr-Überleben liegt bei überzeugenden 91,3 Prozent, das Zwei-Jahr-Überleben bei 75 Prozent.

Für den Therapieerfolg sind sowohl die Größe als auch die Lage des Krebses relevant. Die Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass der Erfolg bei einem Tumor mit einer Größe von 3 Zentimetern oder weniger signifikant höher ist, als bei größeren. Außerdem verläuft die Behandlung bei peripheren Metastasen deutlich besser, als bei zentral in der Lunge liegenden. Insgesamt zeigen die Frankfurter Daten, dass die Mikrowellentherapie sehr präzise für alle Arten von Lungenkrebs eingesetzt werden kann. Das Verfahren ist ambulant durchführbar und ermöglicht eine gute Lebensqualität ohne medizinische Einschränkungen. (red)

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