Anonymous: "Mozilla half uns bei Operation Darknet"
Bericht | 4. November 2011, 10:45
foto: anonmous
Sollen Zertifikat für manipuliertes Tor-Plugin erhalten haben - Mozilla dementiert
Im Zuge der Enttarnung einiger Pädophilen-Server hatte das
Hacktivisten-Kollektiv Anonymous offensichtlich Hilfestellung von
Firefox-Entwicklern der Mozilla Foundation. Dies geht aus Berichten der Ars Technica und der US-amerikanischen Webseite Cyber War News hervor.
Versteckte Plattformen im Darknet
Im Rahmen der Operation Darknet wurden unter anderem Portale wie
Lolita City und Hard Candy attackiert. Betroffen war außerdem das
Webhosting-Unternehmen Freedom Hosting, das solchen Seiten Speicherplatz
bereitstellt. Diese sind über Anonymisierungs-Dienste wie Freenode, I2P
und Tor erreichbar.
Freunde bei Mozilla
Die Hacktivisten hatten Zugriff auf die IP-Adressen einiger Besucher,
nachdem sie ihnen ein manipuliertes Update der Tor-Software zugeschanzt
hatten. Eigenen Angaben zufolge hatte Anonymous von befreundeten
Firefox-Entwicklern ein gefälschtes Zertifikat für das manipulierte
Plugin Torbutton erhalten. Nachdem die Nutzer das gefälschte Update
installiert hatten, war Anonymous im Besitz ihrer IP-Adressen und
veröffentlichte knapp 200 davon.
Missbrauch von Tor-Projekt
Die DDoS-Attacken sollten keinesfalls dem Tor-Netzwerk schaden, heißt
es im veröffentlichten Statement. Man befürworte Meinungsfreiheit und
das Projekt, nicht aber den Missbrauch des Netzwerks für diese Zwecke.
"Wir haben zweifelsfrei belegt, dass 70 Prozent der Besucher von The
Hidden Wiki auf die Sektion Hard Candy zusteuern, wovon sie auf Seiten wie Lolita
City zugreifen", so Anonymous in ihrem Statement.
Geplante Aktionen am 5. November
Eine weitere Anonymous-Aktion ist
unter anderem auf den US-Sender Fox News für Samstag, den 5. November angekündigt. Auch mit einem mexikanischen Drogenkartell hatten
sich die Aktivisten angelegt, nachdem eines ihrer Mitglieder vom
mexikanischen Zeta-Kartell entführt worden war. Einen weiteren Angriff
hatte Anonymous auf Facebook angekündigt.
Update
Mozilla hat
die Behauptungen dementiert. In einem E-Mail-Interview mit
SecurityNewsDaily sagte Justin Scott von Mozilla: "Ich habe mich mit dem Add-Ons Team abgesprochen
und niemand von Mozilla wurde von Anonymous kontaktiert. Außerdem zertifizieren
wir keine Add-Ons." (ez, derStandard.at, 04.11.2011)
Anonymous, was immer das auch ist, ist eine virtuelle Kindergartentruppe. Ich denke kaum das es viele interessiert welche moralische Position diese "Gruppe" vertritt, egal in welcher Hinsicht. Mir persönlich z. Bsp ist es völlig egal, ob die was machen oder nicht...
We Are Anonymous. We Are Legion. We do not Forgive. We do not Forget. Expect Us.
Da hat wohl jemand zuviele Filmplakate oder -trailer gesehen. Eine (oder meinetwegen) zwei Taglines hätten es auch getan. So ist das schon ein wenig lächerlich und zeigt einmal mehr den Scirptkiddie-Nerd-Status von Anon.
We Are Anonymous. We Are Legion. Resistance is Futile. We can see dead people. We Are The One. We Read Your Email. Be Afraid. Be Very Afraid. We Are Coming to A Cinema Near You.
"hatte das Hacktivisten-Kollektiv Anonymous offensichtlich Hilfestellung von Firefox-Entwicklern der Mozilla Foundation."
Aha. Wenn irgendjemand behauptet er hat von Mozilla ein gefälschtes Zertifikat erhalten, dann ist das laut Standard "offensichtlich" der Fall. Warum ist das offensichtlich? Es ist eine Behauptung, sonst nichts. Warum wird nicht erwähnt, dass Mozilla das dementiert? Als Journalisten sollte man sich bewusst sein wie viel Schaden man anrichten kann wenn man falsche Behauptungen verbreitet. Ihr könnt ja schreiben, dass irgendein Script Kiddie das behauptet aber doch nicht behaupten das wäre offensichtlich so und das Dementi von Mozilla einfach verschweigen. Das ist wirklich unter aller Kritik.
Mozilla's Justin Scott said, "I've checked in with the add-ons team over here and no one at Mozilla was contacted by Anonymous in an official capacity. We also do not issue certificates for add-ons."
Naja man muss ja nicht kontaktiert werden, um eine Hilfestellung zu geben. Dass sich im Mozilla Team auch Anons tummeln _können_ nicht außer Acht lassen.
kthxbai
"We also do not issue certificates for add-ons." haben Sie wohl nicht gelesen, oder? Was sollte denn ein Mozilla-Mitarbeiter Ihrer Meinung nach gemacht haben?
das ist vielleicht etwas überspitz formuliert, nur haben verschiedene foss communities schon eine gewisse verantwortung dem "bigger picture" gegenüber. obwohl für einen noblen zweck, sind solche kompromitierungen imho äusserst schädigend :-(
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