Börse Frankfurt schließt am Freitag deutlich im Minus

4. November 2011, 19:13
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Enttäuschender G20-Gipfel drückt DAX tief ins Minus

Frankfurt - Die Enttäuschung über den G-20-Gipfel und die Unsicherheit vor der Vertrauensfrage in Griechenland haben den DAX am Freitag tief ins Minus gedrückt. Der DAX verlor 167,02 Punkte (minus 2,72 Prozent) auf 5.966,16 Einheiten. Der TecDAX erhöhte sich indes um 7,06 Punkte oder 1,01 Prozent auf 706,75 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich 59,50 Punkte oder 0,65 Prozent auf 9.076,55 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.044,35 Einheiten und einem Minus von 74,45 Zählern oder 2,39 Prozent. Der C-DAX verlor 12,60 Punkte oder 2,33 Prozent auf 528,86 Zähler.

Devisenexperte Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler zeigte sich enttäuscht vom zweitägigen Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Cannes. So habe man die Entscheidung über die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim erweiterten Rettungsfonds EFSF auf den Februar vertagt. Die Hoffnung, dass die Politik ein klares Signal in der Schuldenkrise gibt, wurde nicht erfüllt. Laut Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade hielten die Anleger sich vor dem Wochenende zurück. In der Nacht zum Samstag will sich Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou im Parlament einer Vertrauensabstimmung stellen.

Auch von der Konjunktur kamen keine positiven Signale: Die deutsche Industrie hatte im September einen unerwartet starken Auftragsrückgang hinnehmen müssen. Zudem hatte die Beschäftigung in den USA im Oktober etwas schwächer zugenommen als erwartet worden war. Allerdings war der Vormonatswert deutlich nach oben revidiert worden.

Die Commerzbank-Titel sackten angesichts eines überraschend hohen Verlusts am Dax-Ende um 6,33 Prozent auf 1,642 Euro ab. Die zweitgrößte Deutsche Bank war im dritten Quartal wegen neuer Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen tief ins Minus gerutscht und musste wegen Problemen im Kerngeschäft die Prognosen kassieren. Der Verlust fiel einem Händler zufolge höher aus als erwartet. Zudem bewertete er die kassierten Gewinnprognosen negativ.

Die Titel der Deutschen Bank litten auch ohne Zahlen unter der negativen Branchenstimmung und büßten 3,12 Prozent auf 28,370 Euro ein. In Cannes wurden laut Bundeskanzlerin Angela Merkel neue Regeln für systemrelevante Banken beschlossen. Zu den 29 weltweit betroffenen Finanzinstituten, die ihr Kapital stärken müssen, gehören demnach auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Eine positive Reaktion auf die Pläne der G20 zeigten dagegen die Aktien der Deutschen Börse die mit plus 1,51 Prozent auf 40,910 Euro bis zuletzt zu den Gewinnern gehörten. Händler verwiesen darauf, dass es wohl keine weltweite Finanztransaktionssteuer geben werde.

Um 3,13 Prozent auf 10,065 Euro nach unten ging es dagegen bei den Lufthansa-Anteilen, nachdem sich der deutsche Marktführer mit dem britischen Konkurrenten IAG grundsätzlich über einen Verkauf der britischen Tochter British Midland (BMI) geeinigt hat. Ein Börsianer verwies darauf, dass der Kaufpreis Gerüchten zufolge zwischen 350 und 460 Millionen Euro liege. Laut Commerzbank-Analyst Frank Skodzik sind aber alleine die Start- und Landerechte von BMI rund 450 Millionen Euro wert. (APA)

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