AMAG zeigt noch kaum konjunkturelle Schwäche

4. November 2011, 12:28
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Ranshofen/Wien - Das Management des oberösterreichischen Aluminiumkonzerns AMAG will den befürchteten Konjunkturabschwung derzeit nur aus der Zeitung kennen und spricht von einer ungebrochen "soliden Nachfrage" in den wichtigsten Kundenindustrien. Das im vergangenen April an die Börse gekommene Unternehmen hat in den ersten drei Quartalen 2011 einen Umsatz von 627,6 (547,7) Mio. Euro gemacht und lag damit um 15 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres, teilte das börsenotierte Unternehmen Freitagfrüh mit. Die von der Jahresmitte stammende Prognose für 2011 wurde aufrechterhalten.

Die AMAG erwartet auch weiterhin "eine Steigerung der Profitabilität über die Rekordwerte des Vorjahres hinaus". Das Order-Buch der AMAG sei "nach wie gut in Form", sagte AMAG-Vorstandschef Gerhard Falch in einer Telefonkonferenz. Abnehmer wie die Autoindustrie und die Flugzeughersteller bestellten wie gehabt weiter. "Zwar lesen wir, was jetzt jeden Tag über die Konjunktur in der Zeitung steht, aber momentan sind wir da optimistischer als die Kapitalmärkte."

Der US-Aluriese Alcoa hatte bei seinen jüngsten Quartalszahlen Mitte Oktober bereits von rückläufiger Nachfrage und sinkenden Preisen speziell in Europa gesprochen.

"Im Maschinenbau schwächt sich die Nachfrage etwas ab", räumte Falch am Freitag ein. Dazu kommt, dass der Aluminiumpreis in den vergangenen Wochen stark unter Druck gekommen ist. Auf die Ranshofener hat dies wegen vorsorglicher Absicherungsgeschäfte über Optionen aber keine negativen Auswirkungen. Laut AMAG-Finanzvorstand Gerald Mayer sind die Absicherungs-Derivate auf den Preis der Londoner Metallbörse (LME) allein im September um 8 Mio. Euro wertvoller geworden.

Das AMAG-Management bekräftigte, gegenüber Analysten, dass es sein laufendes Investitionsprogramm unabhängig von der Konjunkturentwicklung der nächsten Monate weiterführen werde. Es handle sich dabei um ein "strategisches Investment, wir haben eine solide Finanzposition und müssen in die Zukunft investieren", sagte Falch. Die AMAG will bis 2014 75 Mio. Euro in die Erweiterung und qualitative Verbesserung der Produktion investieren. Bisher sind 55 Mio. der 75 Mio. Euro bereits investiert bzw. freigegeben.

2014 soll in Ranshofen ein neues Walzwerk in Betrieb gehen, das die Walz-Kapazität von 150.000 auf 250.000 Jahrestonnen steigert. Die Preisverhandlungen dauern noch etwas, der Aufsichtsrat soll im kommenden Jänner grünes Licht für die Investition geben, hieß es.

Das operative Ergebnis (EBIT) der AMAG wuchs in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 90,7 (74,5) Mio. Euro, der operative Cash-Flow um 75 Prozent. die Eigenkapitalquote des früheren Staatsbetriebs beträgt heute 57 Prozent.

Die AMAG war 2010 vom Verpackungskonzern Constantia Packaging um 19 Euro je Aktie an die Börse gebracht worden. Das in Wien notierte Papier legte nach den Ergebnissen in einem freundlichen Marktumfeld bis gegen 12.00 Uhr um 4,13 Prozent auf 16,75 Euro zu. (APA)

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