Meister aus Graz verliert beim RSC Anderlecht mit 0:3 - Spiel erinnerte frappant an das Hinspiel - Feldhofer ausgeschlossen, Hölzl verletzt
Anderlecht - Zwei Runden vor dem Ende der Gruppenphase steht
Sturm Graz in der Fußball-Europa-League im Kampf um den Aufstieg auf
fast verlorenem Posten. Am Donnerstag kassierte Österreichs Meister
beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht eine
0:3-(0:1)-Niederlage und müsste daher nicht nur seine ausstehenden
Partien gegen Lok Moskau (1. Dezember/auswärts) und AEK Athen (14.
Dezember/heim) gewinnen, sondern auch auf einen Umfaller der Russen
in deren letzten Spiel gegen Anderlecht hoffen.
Rund 1.300 Sturm Fans
sorgten im Constant-Vanden-Stock-Stadion für gute Stimmung. Prompt setzte es für die Gäste durch das frühe Aus von Andreas Hölzl einen Dämpfer. Er musste mit einer
Schulterverletzung (dritte Schulterluxation der Karriere) Patrick
Wolf Platz machen. Auch wenn die Hausherren
mehr vom Spiel hatten, wurden die auch offensiv ambitionierten Grazer
trotzdem mehrmals gefährlich, etwa über Weber, der das Tor nur knapp
verfehlte (10.) oder Wolf, der in der 20. Minute fast schon
stümperhaft vergab.
Nach einer schwer bestraften Unachtsamkeiten fielen die Grazer aber in Rückstand. Suarez, der davor bereits eine größere Chance ausgelassen hatte, war Dudic enteilt und legte auf den Belgier Gillet ab und der traf aus vollem Lauf ins Eck (23.). Eine Ausgleichschance tat sich vor der Pause noch für Szabics auf. Der Ungar nahm einen Traumpass von Weber mit der Brust mit, brachte den Ball beim darauffolgenden Heber über den Keeper aber nicht im Tor unter.
Die Steirer waren bereits einmal mehr in dieser Seuchensaison ersatzgeschwächt angetreten. Besonders die Abwesenheit von Säumel war zu bemerken, auch wenn Ersatzmann Koch mit Dauer des Spiels ordentlich ins Spiel fand. Die Blackies beendeten die Partie nach Gelb-Rot für Ferdinand Feldhofer (58.) wie schon im Hinspiel vor zwei Wochen dann auch noch nur zu
zehnt. Der Ausschluss des Innenverteidigers war allerdings durchaus hinterfragenswert, war der Argentinier Suarez doch schlicht in den bewegungslos dastehenden Steirer hineingelaufen.
Hatte nur kurz vor dem Ausschluss noch Weber nur knapp am Ausgleich vorbeigeschossen, war die Partie nun praktisch gelaufen. Die glanzlos spielenden Anderlechter setzten ohne größeren Aufwand noch zwei Tore drauf: Suarez (Kopfball, 74.) und De Sutter (1 gegen 1 mit dem Tormann, 81.) fetteten ihr Torkonto auf.
In der Gruppe L führt Anderlecht (12 Punkte) vor
Lok Moskau (9). Sturm hält als Dritter so bei 3 Zählern, AEK Athen ist nach der 1:3-Niederlage gegen Lok weiterhin punktelos an vierter Stelle. (red/APA)
Fußball-Europa-League - Gruppe L, 4. Runde:
RSC Anderlecht - SK
Sturm Graz 3:0 (1:0)
Brüssel,
Constant-Vanden-Stock-Stadion, 16.000, SR Menashe Masiah (ISR)
Tore: 1:0 (23.) Gillet
2:0 (74.) Suarez
3:0 (81.) De Sutter
Anderlecht: Proto - Wasilewski, Kouyate, Juhasz, Safari - Marecek,
Kljestan - Gillet (77. Kabasele), Fernando (67. Badibanga), Jovanovic
(70. De Sutter) - Suarez
Sturm Graz: Cavlina - Ehrenreich, Feldhofer, Dudic, Klem - Hölzl
(8. P. Wolf), Weber, Koch, Bukva - Szabics (78. Haas), Kienast (60.
Pürcher)
Gelb-Rote Karte: Feldhofer (58./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: De Sutter, Wasilewski bzw. P. Wolf, Feldhofer, Bukva