Verdacht auf Menschenhandel und Organentnahmen

3. November 2011, 19:49
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CNN: Beduinen versklaven, foltern und vergewaltigen Flüchtlinge

Kairo/Wien - Menschenrechtsorganisationen haben auf dem Sinai in Ägypten grausige Entdeckungen gemacht, die nahelegen, dass dort neben Menschenschmuggel auch Organentnahmen stattfinden. Wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstag online berichtete, werden Flüchtlinge, die etwa aus Äthiopien, dem Sudan oder Eritrea stammen, NGOs zufolge von Beduinen versklavt, gefoltert und vergewaltigt, wenn sie das Geld für den Transport nach Israel nicht zahlen können. Die Organisation New Generation Foundation verfüge zudem über Fotos, auf denen Menschenleichen zu sehen sind, die auffällige Narben am Unterleib aufwiesen. Von Beduinenführern sei CNN zufolge keiner bereit gewesen, dazu Stellung zu beziehen.

Der TV-Sender zeigte die Aufnahmen der Leichen dem früheren Chef des Instituts für Forensik in Kairo, Fakhry Saleh, der sich viel mit Organhandel in Ägypten befasst haben soll. Ihm zufolge müssen die Eingriffe 48 Stunden vor dem Tod der Betroffenen gemacht worden sein und fast alle Narben befänden sich im Bereich der Niere oder der Leber. Es sei denkbar, dass die Flüchtlinge betäubt und aufgeschnitten wurden, um sie dann sterben zu lassen.

Ein Beduine, der selbst in Menschenschmuggel involviert gewesen sein soll, habe CNN anonym gesagt, dass der Organhandel vor allem über den Sawarka-Stamm laufe. Ihre Abnehmer seien Ärzte aus Kairo, die Organe mit mobilen Kühlschränken abholten "und nach Kairo oder sonst wohin bringen". Für ein Organ zahlen sie, dem Informanten zufolge, mindestens 20.000 Dollar. (spri/DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

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