Aufräum-Druck auf Volksbank Rumänien steigt

3. November 2011, 18:36
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Wien - Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) kämpft um ihre Zukunft - und mit den Problemen, die ihr die Tochterbank in Rumänien beschert. Wie berichtet ist die verlustträchtige Bukarester Bank nicht mit der Ostbanken-Holding an die russische Sberbank mitverkauft worden.

Brennendstes Problem: Die Bank braucht dieser Tage einen Kapitaleinschuss von 220 Mio. Euro, das hat die rumänische Notenbank nach einer Prüfung so bestimmt. Die notwendige Kapitalerhöhung wurde in Wien bereits abgesegnet, das Steering Committee (Lenkungsausschuss) in Bukarest hat die Notenbank jüngst per Brief informiert, wie man das Geld aufstellen will.

Das ist nicht so leicht, schließlich braucht ja auch Miteigentümerin ÖVAG (hält 51 Prozent) selbst Kapital. Dem Vernehmen nach sollen nun Refinanzierungen der Aktionäre in Kapital umgewandelt werden; zuletzt hatten die Österreicher ihre Tochter mit Krediten von in Summe rund 2,8 Mrd. Euro ausstaffiert gehabt.

Die Lage in Bukarest ist jedenfalls sehr ungemütlich, berichten involvierte Banker. Bankprüfer KPMG Rumänien ist auf den Plan getreten und beobachtet mit Argusaugen die Umsetzung der jüngsten Beschlüsse des Lenkungsausschusses, die sich auf Vorschläge der Unternehmensberaters Mc Kinsey stützen. Die Bank wird restrukturiert; unter anderem sollen nachrangige Kredite (rund 120 Mio. Euro) verlängert werden. Allerdings ist auch geplant, dass Geld an die Aktionäre zurück fließt - zum Beispiel 200 Mio. Schweizer Franken, die im Dezember fällig werden. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.11.2011)

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