Kriegsdrohungen gegen Iran

Rhetorische Aufrüstung

Gudrun Harrer , 3. November 2011, 20:53

Iran nimmt seine sich selbst zugeteilte Rolle als Regionalmacht immer offensiver wahr

s ist durchaus nicht das erste Mal, dass vor einem neuen Iran-Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde die rhetorische Kriegsmaschinerie hochgefahren wird und die Möglichkeit eines Militärschlags realitätsnäher als sonst diskutiert wird: Das ist im Normalfall eine nachdrückliche Einladung zu besonders scharfen diplomatischen Maßnahmen gegen Teheran - die als einziges Mittel zur Verhinderung eines Kriegs apostrophiert werden.

Auch diesmal ist dieser Hintergrund gegeben, aber atmosphärisch ist einiges anders. In einer Region, in der kein Stein auf dem anderen bleibt, mit ungewissem Ausgang, mag der Wunsch wachsen, die Entwicklung wenigstens in den Bereichen zu steuern, die man als am gefährlichsten erachtet. Und das ist nun einmal das iranische Atomprogramm - wobei sich bei dieser Einschätzung so ungleiche Länder wie Israel und Saudi-Arabien treffen.

Der Cyberangriff mit Stuxnet hat Irans Urananreicherung nur kurz aufgehalten, jetzt geht es wieder flott voran in Richtung nuklearer "breakout capability". Dazu nimmt der Iran seine sich selbst zugeteilte Rolle als Regionalmacht immer offensiver wahr, und die Hoffnungen, dass das Land nach Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad wieder in eine pragmatischere Phase eintreten könnte, zerschlagen sich. Für manche mögen das Kriegsgründe genug sein. Aber es gehört ein gerüttelt Maß an Kaltblütigkeit dazu, in Kauf zu nehmen, was so ein Krieg alles auslösen könnte.  (DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

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9.11.2011, 20:03
Harrer ...

... analysiert aber muss keine Entscheidungen treffen. Sie warnt vor einem Virus und warnt vor den Folgen einer Impfung dagegen.
Zuschauen bis die Bombe da ist? Hätte das Kennedy in der Kubakrise getan, gute Nacht!
Ich fürchte nur, dass die USA unter Obama den entscheidenden Schritt nicht wagen werden, obwohl ich fest überzeugt bin, dass ein Angriff mit Intercontinentalraketen die iranischen Anlagen empfindlich treffen würde und die Folgen eines Gegenangriffes (im Irak gegen US Truppen, gegen Israel, gegen die Ölanlagen in Saudi Arabien und die Behinderung der Ölschiffsfahrt) kalkulierbar sind.
Saudi Arabien, die Golfstaaten, Ägypten, Irak - keines dieser Länder würde den Iran unterstützen, sie würden offen oder heimlich applaudieren.

elmo1
00
9.11.2011, 21:23

auch wenn ich eine sehr kritische us-politik haltung habe,wie auch zu iran,ist es wohl verständlich.

Ob krieg die lösung ist,bezweifle ich sehr,aber i-wie fordern es radikale quellen einfach.

Das mensch nicht diplomatisch handeln kann,ist wohl unser urinstinkt....

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12.11.2011, 10:47
Diplomatie versus Krieg ...

... ist ein Vergleich, der unsinnig ist. Es gibt Zeiten für Verhandlung, es gibt Zeiten für Kompromisse, es gibt Zeiten für Krieg. Niemand will den Krieg, aber leider ist er Teil des menschlichen Wesens.
Chamberlin hat auch geglaubt, man kann Hitler mit Diplomatie eindämmen und hat die Chancen verpasst, frühzeitig den Dämon zu besiegen. Später war der Preis um vieles höher.
Europa dachte, der Kommunismus kann mit appeasment besiegt werden, in Wirklichkeit war es die sture Haltung eines Kennedys (Kubakriese) eines Reagans, eines Johannes Paul II, einer Margaret Thatcher, eines Helmut Kohls etc.
Man muss wissen, wer dein Gegner ist, um die richtigen Mittel zur Konfliktlösung zu finden.

Angela Glockenklanng
00
7.11.2011, 18:22
Rührend

In Katar gibt es US Truppen, im Irak gibt es US Truppen, in Saudi Arabien gibt es US Truppen, in Kuwait gibt es US Truppen, in Bahrain gibt es US Truppen, in Afghanistan gibt es US Truppen, in der Türkei steht die NATO mit ihrem US Oberbefehlshaber, im Jemen killen die US Drohnen und der Iran erfrecht sich, eine Regionalmacht sein zu wollen.

Tower Hill
15
4.11.2011, 14:24
"...eine sich selbst zugeteilte Rolle als Regionalmacht..."

Naja, Fr. Harrer, sich selbst zugeteilt ist dieses Rolle sicherlich. Ermöglicht hat sie allerdings erst der große Satan mit seinem genialen Einfall einer Neuordnung im Nahen Osten mittels Irakkrieg.

Georg Schütt
00
6.11.2011, 11:58
Nanu, Tower-Hill, seit wann springen Sie so kurz?

Natürlich haben Sie nicht unrecht; der Irak-Krieg beseitigte mit Saddams Baath-Regime einen wichtigen regionalen Machtfaktor.

Aber dass der Ansatz der Mullahs ein über den eigene Staat hinauswirkender ist, ein regionaler, sogar über-regional, wenn man die Beziehungen zu China oder nach Südamerika anschaut, lässt sich schwer leugnen. Man schaue sich nur an, welche Abteilungen es bei den Al Quds-Brigaden der Pasdaran gibt (neben Irak und Libanon eben auch Europa und Nordamerika), um zu ahnen, wo der Iran seine Wirkung entfalten will.

Tower Hill
00
6.11.2011, 13:46
Um zu einer Regionalmacht aufzusteigen liegt es wohl im iranischen Interesse,

über seine Grenzen hinaus zu agieren. Daß das Regime mit Gegnern seiner Hauptfeinde gute Beziehung pflegt dürfte ja auch keine große Überraschung sein. Ansonsten sind die Mullahs ja weitgehend isoliert.

NONE
00
4.11.2011, 16:21

Die Radikalen in einem Land sind die besten Freund der Radikalen im anderen Land ...

Tower Hill
01
4.11.2011, 18:01
Wobei ich doch bezweifle, daß die Pnac-Radikalen

eine Stärkung der Mullah-Radikalen im Sinn hatten.

DieBo
00
4.11.2011, 14:12
Iran wird es nur im Doppelpack mit Syrien geben da bin ich mir sicher. der Libanon wird dann auch nicht wegschauen und in Ägypten wird die Volksseele kochen. Die Menschen im Kosovo wird das beflügeln, die Kurden und die Iraker würden gerne Rache

Es wird alles so schön brennen. Die Griechen waren kurz davor auszusteigen ....

DieBo
02
4.11.2011, 14:08
Man will uns weismachen wir kommen ohne Krieg nicht mehr aus. Kommen wir sehr wohl.

DerSepp
114
4.11.2011, 13:23
Ich vermisse den Kommentar

"USA nimmt ihre selbst zugeteilte Rolle als Weltpolizist viel zu offensiv wahr."

Aber die ewige Katzbucklerei vor Uncle Sam scheint für Frau Harrer selbstverständlich.

Und (weil man ja aus der Erfahrung klug werden soll) - haben die "Mullahregime" oder die selbsternannten Demokratiebringer bisher mehr Schaden mit Nuklearwaffen angerichtet?
Ich bitte umgehend um Aufklärung!

NONE
05
4.11.2011, 16:26

Die Medien müssen halt eben den Weg bereiten für den Angriff. Und die Psyche der Massen formen.

tka
34
4.11.2011, 13:19
seine sich selbst zugeteilte Rolle als Regionalmacht

und wir wissen doch alle, dass den USA die welt gehört, in "deren" angelegenheiten (im nahen osten, andere seite der welt) darf sich keiner einmischen, is doch klar

was sagt die guha, sind evtl sabotage und ERMORDUNG von wissenschaftlern in fremden ländern auch kriegsgründe? weil dann darf Iran jederzeit den USA und israel den krieg erklären.

abgsehn davon ist iran im A-waffen sperrvertrag im gegensatz zu israel, wer schickt UNO inspekteure nach tel aviv, schauen ob die eh keine illegalen WMDs besitzen?

usw usw usw

Siracusa
01
5.11.2011, 13:55
Faszinierend, Sie posten Fakten, weigern sich aber, die logischen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen...

"abgsehn davon ist iran im A-waffen sperrvertrag im gegensatz zu israel, wer schickt UNO inspekteure nach tel aviv, schauen ob die eh keine illegalen WMDs besitzen?"

Zum Mitschreiben: eben WEIL d. Iran NPT-Signatarstaat ist, ist er an die Verpflichtungen darin gebunden und untersteht d. Kontrolle dr. d. IAEA. Da Israel NICHT NPT-Signatarstaat ist, treffen diese Einschränkungen auf Israel nicht zu. Kann ja nicht so schwer zu verstehen sein...

BTW, Art. X d. NPT regelt klar eine Austrittsoption. Wenn sich d. Mullahkratie so ungerecht behandelt fühlt, warum treten sie nicht aus?

http://disarmament.un.org/TreatySta... enDocument

pfff.
41
4.11.2011, 14:49

den usa gehört die welt?

nein. der freiheit gehört sie. und den menschenrechten. und gott sei dank läßt sich die usa diese sachen angelegenheit sein. was genau investiert europa dafür? außer besserwisserei?

NotUsed
00
4.11.2011, 18:36

in welcher welt leben sie? stehen sie mal von der couch auf und gehen auf die straße, die reale welt ist außerhalb ihres fernsehgerätes...

tka
00
4.11.2011, 16:37
usa und menschenrechte, lol

netter versuch aber zu unrealistisch für einen glaubwürdigen troll

superloser
136
4.11.2011, 09:25
Es gehört auch ein gehöriges Maß an Kaltblütigkeit dazu, in Kauf zu nehmen, was eine Atombombe in den Händen des Mullahregimes so alles auslösen könnte.

Und, sind wir doch mal ehrlich, ein Militärschlag, der das Atomprogramm zumindest empfindlich trifft, ist im direkten Vergleich wesentlich harmloser, als eine Atombombe über Tel Aviv.

Pjotr Ratschkovskij
23
4.11.2011, 14:56

Nennen Sie mir nur einen Grund, warum der Iran Tel Aviv hochbomben soll!

Fritz Wunderlich
30
5.11.2011, 23:00

fragen sie die moolahs

DerStadtrat
01
8.11.2011, 11:24
Die sagen es gibt keinen Grund.

tka
38
4.11.2011, 13:24
westpropaganda geschluckt, bravo

wer sagt dass
1. iran die bombe baut (null beweise)
2. die dann auf der stelle israel bomben würden (reiner selbstmord)

wer im jahre 2011 noch irgendwas glaubt, dass die USA/GB/israelischen außenminister von sich geben, dem is wirklich nicht mehr zu helfen

Georg Schütt
10
6.11.2011, 12:02
2. die dann auf der stelle israel bomben würden (reiner selbstmord)

So lange müssen Sie nicht suchen, um den letzten Selöbstmordattentäter zu finden.

sauereiter
13
4.11.2011, 14:22
westpropaganda?

der iran hat ja 2003 zugegeben, dass er (illegal und verdeckt) an atomwaffen gearbeitet hat.

das darauf folgende katz und mausspiel mit uno und iaeo gepaart mit einem sehr glaubwürdigen "wir machen das ja eh nimmer" reicht ihnen wohl aus um der propaganda des irans auf den leim zu gehen?

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