Propofol

Ein weltweit beliebtes Anästhetikum

3. November 2011, 17:47

Propofol so gut wie nebenwirkungsfrei - Komplikationen extrem selten

Wien - Propofol gilt als weltweit beliebtes Anästhetikum. Das ausschließlich intravenös verabreichte Medikament genießt sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten einen ausgezeichneten Ruf. In manchen Fällen soll es sogar euphorisierend wirken, berichtete ein Wiener Anästhesist. Komplikationen würden nur in den seltensten Fällen auftreten.

Grundsätzlich gelte bei Propofol, was bei allen anderen Medikamenten auch gilt: Auf die Dosierung kommt es an. Nur seien bei dem Phenol-Abkömmling die Übergänge fließend, die Bewusstlosigkeit trete relativ rasch ein. Propofol lindert übrigens keine Schmerzen, üblicherweise wird mit Schmerzmitteln kombiniert, meist mit Opiat-Abkömmlingen, so der Mediziner.

Was Propofol rund um den Globus - und das seit fast drei Jahrzehnten - so beliebt macht, sind seine Nebenwirkungen. Es gibt nämlich normalerweise keine. Oder besser: fast nur positive. Patienten schlafen schnell und gut ein. Und sie wachen auch schnell und gut wieder auf. Manche verspüren sogar eine euphorisierende Wirkung. Ganz im Gegensatz zu Gas-Anästhetika, bei denen schon manchmal Übelkeit und Unwohlsein als Begleiterscheinungen auftreten können. Bei Ärzten genießt Propofol jedenfalls den Ruf eines sehr gut steuerbaren Medikaments.

"King of Pop"

Prinzipiell könne Propofol jedem Menschen verabreicht werden, wenn keine Allergien gegen Wirkstoff oder Trägersubstanz bekannt sind, so der Mediziner. Lediglich Schwangeren und Kindern unter einem Jahr seien davon ausgenommen.

Komplikationen treten extrem selten auf, berichtete der Anästhesist. In solchen Fällen - man spricht dann von einem "Propofol-Infusions-Syndrom" - werden die Muskelzellen angegriffen und teilweise zerstört. Eben diese Nebenwirkung könnte dem dreijährigen Mädchen, das an der Innsbrucker Kinderklinik in Folge eines Routineeingriffes gestorben ist, zum Verhängnis geworden sein.

Das Anästhetikum sorgt seit einiger Zeit rund um den Globus für Gesprächsstoff, steht doch der Leibarzt von Michael Jackson unter Verdacht, dem im Juni 2009 verstorbenen "King of Pop" zu viel Propofol gespritzt zu haben. (APA)

 

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13 Postings
Kahuna
00
4.11.2011, 09:21
Na bin ich froh,

werde mir sofort ein Flascherl verschreiben lassen. Diese Werbeeinschaltungen sind schon informativ.....

Got Your Nose!
01
6.11.2011, 16:41

ich wünsch ihnen viel spaß bei einer appendektomie unter hypnosebetäubung.

Godesberg
01
5.11.2011, 11:50

Werbeeinschaltung? Wollen Sie jetzt in den Supermarkt rennen und Propofol kaufen? Tut mir leid, das funktioniert nicht.

Wenn Sie das nächste Mal operiert werden könnten Sie vielleicht verlangen gar nicht betäubt zu werden oder mit etwas unsicherem. Bitte schön!

abraham fraglich
00
3.11.2011, 22:28
euphorisierend???

gehört verboten.

Zensi
51
3.11.2011, 21:41
Völlig unangepasste Reaktion

der Pharmaconnection. Echt widerlich.
Aber leider sind wir diesen über tote schreitendenHaien ausgeliefert.
Herr Gesundheitsminister - rette uns!!!!

Got Your Nose!
00
6.11.2011, 16:40

es war ein kunstfehler, also schuld des arztes und nicht des medikaments. bitte, halten sie sich ein bisschen mit dem verstehen des gelesenen auf, auch wenns schwerfällt.

anne manner
11
3.11.2011, 21:11
äh -

also keine nebenwirkungen, außer halt in seltenen (? wie viele waren es gleich nochmal?) fällen Tod. ansonsten macht es nur glücklich.

danke für die werbeeinschaltung, krieg ichs rezeptfrei in der apotheke?

hanslblasta
00
8.11.2011, 22:30

ein Krankenhaus ist für Narkosekomplikationen ausgerüstet - das häusliche Wohnzimmer nicht ...

...

Got Your Nose!
13
4.11.2011, 08:06

propofol ist, im gegensatz zu vielen anderen anästhektika, sehr sicher. im jüngsten fall war es klar kontraindiziert. deshalb ist es ein kunstfehler.

triebstrü
 
11
3.11.2011, 20:52
Wenn es das Gericht

auch so sehen würde, vor dem der Leibarzt von Michael Jackson steht, dann müsste er freigesprochen werden.

Denn Michael Jackson hat das Propofol grundsätzlich vertragen, weil er es schon über längere Zeit genommen hat.

Und da das Propofol ja so sicher ist, kann man ihm keinen Vorwurf daraus machen, dass er Michael Jackson verlassen hat, nachdem er ihm das Propofol verabreicht hat.

M L3
00
13.11.2011, 22:16
Nein, das ist ein Narkosemittel, was normalerweise nur unter dauernder Beobachtung durch den Arzt (Anästhesist) verwendet wird

Er hätte MJ also gar nicht verlassen dürfen.

Pe Sa
02
4.11.2011, 11:25

sie missverstehen die Anklage. Es geht darum ihm
a) zu viel von der Substanz verabreicht zu haben und
b) ihn danach nicht beobachtet zu haben.

hier gehts nicht um die Substanz, sondern den fahrlässigen Umgang damit !

Michael Schmied
04
3.11.2011, 19:15
In beatmeten Kindern unter 17 Jahren auf der Intensivstation ist Propofol als Langzeitanästhetikum aus eben diesem Grund kontraindiziert.

Kontraindiziert heisst, es darf nicht gegeben werden. Wer es trotzdem gibt, muss eine Begründung haben, die in der Krankenakte dokumentiert ist. Da es viele andere Methoden gibt, die in Kindern sicher sind, wird eine solche Begründung schwierig zu machen sein. Quelle: BNFC 2009, Seite 765.

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