Manifest veröffentlicht

Kampf um Grazer Künstlerhaus

3. November 2011, 17:36

Kunstschaffende fordern offenes Haus ohne Hierarchien

Graz - Die Zukunft des Grazer Künstlerhauses ist ungewiss. Der Bau aus den 1950er-Jahren, der bis Herbst 2012 einer dringend notwendigen Sanierung unterzogen wird, wurde bisher von fünf steirischen Künstlervereinen bespielt. Dies soll künftig anders werden. Kulturlandesrat Christian Buchmann (VP) sammelt dazu Konzepte. Das Grazer Stadtmuseum wäre interessiert an einer Übernahme, aber auch das Universalmuseum Joanneum unter Peter Pakesch. Das Haus wäre der elfte Standort des Joanneum.

Dagegen sind die IG Kultur Steiermark sowie anderer Vereine und einzelne Künstler. Sie haben gemeinsam ein Manifest für die künftige Nutzung des Hauses im Stadtpark verfasst, das am Donnerstag vor dem Künstlerhaus verlesen wurde.

Das Manifest propagiert ein "Künstler*innenhaus", das sich den "in den letzten Jahren eklatant veränderten Lebens- und Produktionsbedingungen von Menschen" anpasst. Die Vision ist ein komplett offenes, selbstverwaltetes Haus mit Arbeitsmöglichkeiten für alle - "unabhängig von Alter, Geschlecht, Vereinszugehörigkeit oder Institutionen". Dabei will man untersuchen, wie man gerade auch im Kunstbetrieb "unsichtbaren Hierarchien, Seilschaften und Lobbyismus" entgegenwirken kann. "Wir holen uns die Selbstverantwortung für unsere Arbeit zurück!", lautet der erste Satz im Manifest. "Das Haus soll von wirklichen allen Kulturschaffenden in der Steiermark genutzt werden können", betont Caroline Oswald-Fleck von der IG Kultur im Standard-Gespräch.

Vieles im Manifest erinnert an den neuen Geist, der im - ein paar Gehminuten vom Künstlerhaus entfernt liegenden - Forum Stadtpark weht: etwa der "Mut zum Experiment" und die Forderung nach Innovation in Inhalt und Form. Es gibt schon jetzt zwischen dem Forum und den Verfassern des Manifests freundliche Kooperationen.

Teil der Präsentation am Donnerstag war auch eine Aktion der beiden Künstler Josef Wurm und Erwin Posarnig, die den Namen "Künstler*innenhaus" auf das Haus sprühten, um "den noch öffentlichen Raum zu verwenden". Das Künstlerinnen-Duo IEFS "markierte" derweil den Grund um das Haus mit einem blau-silbernen Band.  (Colette M. Schmidt / DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

mi Pe
00
4.11.2011, 17:44
Von der idde her nicht schlecht:

Ein autonomes zentrum ala arena 1976 draus machen, es damit naturgemaess gegen die wand fahren lassen und mit der begruendung der unfaehigkeit der szene endlich gewinnbringend an aldisued verpachten.

Herzerzog Johann
50
4.11.2011, 10:13
Ist auch "autonome" Finanzierung angedacht?

Oder eher doch nicht ...

strgcstrgc
05
4.11.2011, 12:12

sie dürfen ihr verständnis für die förderung von kultur durchaus kundtun. ich will ihnen nicht voreilig ahnungslosigkeit und populismus unterstellen.

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