Finanz hat nichts zu verschenken

3. November 2011, 17:23
3 Postings

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Was im Privatleben angeblich gilt, hat auch im Geschäftsleben Bedeutung

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Was im Privatleben angeblich gilt, hat auch im Geschäftsleben Bedeutung. Manche Firmen sind bei Einladungen oder Geschenken an Mitarbeiter recht großzügig. Gerade zu Weihnachten honoriert der eine oder andere Betrieb die Leistung der Belegschaft mit Aufmerksamkeiten. Nicht selten kommt dann die eine oder andere böse Überraschung, denn der Fiskus hat ziemlich genau geregelt, was steuerlich toleriert wird und was nicht.

Relativ simpel ist die Sachlage bei Geschenken. Geldzuwendungen sind jedenfalls zu versteuern (auch Sozialversicherungsbeiträge fallen an). Sachzuwendungen wie Goldmünzen, Gutscheine, Wein oder Bücher können hingegen bis maximal 186 Euro geschenkt werden, ohne dass die Finanz mitkassiert. Bei höheren Zuwendungen, die über die üblichen Präsente hinausgehen, ist Vorsicht geboten, kann doch Umsatzsteuerpflicht entstehen.

Neben den Geschenken sind auch Goodys wie Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern ein in der Praxis relevantes Thema, das auch steuerrechtliche Aspekte beinhaltet. Bei diesen Zusammenkünften beläuft sich der Freibetrag auf 365 Euro - pro Jahr: Das heißt, dass alle derartigen Veranstaltungen zusammengerechnet unter diesem Wert bleiben müssen, um steuerfrei zu sein. Kostet etwa der für die 100-köpfige Belegschaft organisierte Theaterbesuch mit anschließendem Buffet 50.000 Euro, müsste die Differenz zu 36.500 Euro - also 13.500 Euro - versteuert werden.

Bleibt noch die Frage, wen die Steuerpflicht tritt: Grundsätzlich haftet hierbei der Arbeitgeber. Doch seit Oktober gilt ein Erlass des Finanzministeriums, dem zufolge das Unternehmen die Steuerpflicht auf den Arbeitnehmer überwälzen kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Betrieb genaue Aufzeichnungen über Veranstaltung und Teilnehmer führt. (as, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 4.11.2011)

Share if you care.