Hacker-Angriff auf Facebook-Gruppe "Heimat fremde Heimat"

3. November 2011, 16:08
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Türkische Nationalisten bekennen sich zu Anschlag - "Sehr professionelle Vorgehensweise"

Die Facebook-Seite der ORF-Minderheitensendung "Heimat fremde Heimat" ist am Montag Nachmittag von türkischen Nationalisten gehackt worden, berichtet diePresse.com.

"Atatürk-Jugend"

Anstelle des ursprünglichen Profilbilds findet sich ein Bild des türkischen Republikvaters Mustafa Kemal Atatürk samt Halbmond. Unter dem blauen Button mit der Jahreszahl 2011 steht: "Hacken für Atatürk". Zum Anschlag bekennt sich die Gruppe "Doctor" und hinterlässt die Worte: "Die Atatürk-Jugend hat ins Wespennest gestochen". 

"In Händen armenischer Kommunisten"

"Wie glücklich der, der sich Türke nennen darf", postet die Gruppe ein Zitat Atatürks, und schickt hinterher: "Ihr Trotteln, werdet endlich erwachsen. Das ist in den Händen armenischer Kommunisten."
Weiters ist zu lesen: "Doctor sagt: Ich breche euch die Beine. Küsschen an alle." In den teils türkischen und teils deutschen Kommentaren diskutieren Fans der Gruppe, wie man gegen die Hacker vorgehen und sie bei Facebook gemeldet werden sollten.

"Professioneller Anschlag" (Update)

"Unsere Techniker haben versucht, die IP-Adressen der Hacker ausfindig zu machen, aber das ist ihnen nicht gelungen, sagt Silvana Meixner, Moderatorin der Sendung "Heimat fremde Heimat", auf Anfrage des WebStandard. "Sie haben uns als Administratoren der Seite rausgeschmissen, es war ein sehr professioneller Anschlag."

Abwarten

Der Angriff wurde laut Meixner bereits an Facebook gemeldet. Doch bis das Unternehmen reagiert, bleibe nichts anderes übrig, als abzuwarten. Über den Hacker-Angriff zeigt man sich überrascht, bisher habe es keine vergleichbaren Vorkommnisse gegeben. Um derartige Anschläge zu vermeiden, rät Facebook zu mindestens sechsstelligen Passwörtern. 

Unsicher

"Angegriffen wurde in diesem Fall unser Facebook-Profil und nicht die ORF.at-Seite. Das ist wieder ein Zeichen, wie unsicher Facebook ist. Was noch dazu kommt, ist, dass wir das gehackte Profil nicht vom Netz nehmen können", klagt die Moderatorin. Wie man künftig Cyber-Attacken verhindert, ist unklar. Ein gutes Passwort ist Voraussetzung, 100-prozentig sicher ist man dann aber noch lange nicht. (ez, derStandard.at, 03.11.2011)

  • Die Facebook-Seite "Heimat fremde Heimat" derzeit mit Atatürk-Bild.
    foto: screenshot

    Die Facebook-Seite "Heimat fremde Heimat" derzeit mit Atatürk-Bild.

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