Rasmussen: Libyen muss Waffen unter Kontrolle bringen

3. November 2011, 15:58
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"Übergangsrat muss alles nur mögliche tun, um Verbreitung dieser Waffen in Nordafrika zu verhindern"

Brüssel - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Libyens neue Regierung aufgefordert, die im Land kursierenden Waffen unter Kontrolle zu bringen. Das könne auch mit Hilfe einzelner NATO-Staaten geschehen, sagte Rasmussen am Donnerstag in Brüssel vor Journalisten.

Vor und nach dem Sturz des Regimes von Machthaber Muammar al-Gaddafi sind Tausende von Waffen - darunter Maschinenpistolen, aber auch Boden-Luft-Raketen - in die Hände von Kämpfern gelangt. Der Nationale Übergangsrat Libyens müsse "eine verantwortliche Rolle in der Welt spielen", sagte Rasmussen: Dies bedeute auch, beispielsweise zu verhindern, dass Waffen aus Libyen in den Gazastreifen gelangten.

"Der Übergangsrat muss alles nur mögliche tun, um die Verbreitung dieser Waffen in Nordafrika zu verhindern", sagte Rasmussen. Die NATO könne nichts dazu sagen, wie viele jener Raketen, mit denen auch zivile Flugzeuge beschossen werden könnten, unkontrolliert verschwunden seien.

Rasmussen erneuerte das NATO-Angebot, beim Aufbau demokratischer Streitkräfte und bei der Organisation der Sicherheitskräfte zu beraten. "Libyen ist nicht allein, falls es die internationale Gemeinschaft um Unterstützung bittet." Die NATO sei auch bereit, bei der Organisation eines Verteidigungsministeriums oder Generalstabs zu helfen, sagte Rasmussen. "Wir sind bereit, falls wir darum gebeten werden. Aber bisher gibt es noch keine förmliche Bitte."

Rasmussen zeigte sich erneut zufrieden mit dem Militäreinsatz: "Wir haben das Richtige in der richtigen Weise getan und die richtigen Ergebnisse erzielt." Es sei nun Sache der Libyer, "die Zukunft zu gestalten und die nötigen Gesetze entsprechend der libyschen Tradition zu beschließen". Allerdings habe der UN-Sicherheitsrat klargemacht, dass er vom Übergangsrat "die Achtung der demokratischen Grundrechte, der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Frauen" erwarte. (APA)

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    Im Juni ließ der mittlerweile gestürzte Machthaber Muammar Gaddafi Waffen an die Zivilbevölkerung ausgeben

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