Nachlese

"Carl Theodor Dreyer. Das Gesamtwerk" im Filmmuseum

3. November 2011, 15:40
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    foto: österreichisches filmmuseum

    "La Passion de Jeanne d'Arc" (1928)

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    "Vampyr" (1932)

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    "Gertrud" (1964)

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    Carl Theodor Dreyer am Set von "Ordet" ("Das Wort", 1955)

Einladung zur Wiederentdeckung einer der Zentralfiguren der Kinogeschichte

Wien  - Mit "Carl Theodor Dreyer. Das Gesamtwerk" ehrt das Wiener Filmmuseum von 4. bis 30. November einen der großen, enigmatischen Innovatoren des Weltkinos - eines dänischen Regisseurs, der in Fachkreisen höchstes Ansehen genießt und dessen Bilder Generationen von Filmemachern beeinflusst haben, dessen Werk beim breiten Publikum jedoch noch einer Wiederentdeckung harrt.

Im Filmmuseum hat man sich für die Personale mit dem Dänischen Filminstitut (DFI) zusammengetan, das die meisten der insgesamt lediglich 14 Spielfilme bewahrt, die Dreyer (1889 bis 1968) in 45 Schaffensjahren fertiggestellt hat. Entsprechend wird die bis 30. November dauernde Rückschau von Vorträgen, Einführungen und der Präsentationen aus dem Umfeld des DFIs begleitet.

Als Höhepunkte dürfen die Dreyer'schen Hauptwerke "La Passion de Jeanne d'Arc" (1928), "Vampyr" (1932) oder "Gertrud" (1964) gelten, die jeweils mehrfach gezeigt werden und die radikale Ästhetik des Regisseurs unterstreichen: Lange, präzise choreographierte Einstellungen in Kombination mit einer ebenso abstrakten wie rasanten Montage.

Bereits mit seinem Debüt "Präsidenten" (1919) verweigerte sich der bis dahin als Journalist, Kritiker und Drehbuchautor arbeitende Dreyer den vorherrschenden Tableuxkompositionen und wandte sich dem Schnitt zu. Mittels radikal reduziertem Dekor entwickelte Dreyer eine geometrische Klarheit, unterstützt von konziser Lichtführung mit harten Schatten und unterfüttert von Innovationen bei der Kameraführung.

Neben den großen Werken, in denen thematisch die Rastlosigkeit der Figuren und die Gewissensfragen dominieren, offenbaren sieben Kurzfilme aus den 1940ern und 50ern weitere Facetten hinter dem kanonisierten Bild des auratischen Filmemachers. Mit "Cineastes de notre temps", 1965 von Eric Rohmer realisiert, und "Carl Th. Dreyer: Min metier" aus 1995 runden zwei Dokumentationen die Werkschau im Filmmuseum ab. (APA)

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