Auch Israel friert Zahlungen an UNESCO nach Aufnahme Palästinas ein

3. November 2011, 15:01
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Von jährlich 2 Millionen US-Dollar - Israel ist seit 1949 Mitglied der UNESCO

Jerusalem - Israel wird seine Zahlungen an die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) - jährlich 2 Millionen US-Dollar (1,45 Mio. Euro) - nach der Aufnahme Palästinas einfrieren, wie Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Donnerstag bekanntgab. Die Entscheidung der UNESCO hätte die Chancen der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern minimiert, hieß es.

Auch die USA und Kanada hatten wegen der Aufnahme der Palästinenser ihre Zahlungen an die UNO-Organisation ausgesetzt. Washington bestreitet 22 Prozent des UNESCO-Etats. Die USA hatten bereits zwischen 1984 und 2003 die UNESCO boykottiert. Kanada unterstützt die Arbeit der Organisation jährlich mit umgerechnet über sieben Millionen Euro. Österreich hatte für die Aufnahme Palästinas gestimmt.

Israel ist seit 1949 Mitglied der UNESCO. In den vergangenen zehn Jahren hat die Organisation mehrere Stätten in dem Land am östlichen Mittelmeer auf ihre Liste des Weltkulturerbes gesetzt: Die Bahai-Gärten, Masada, die Altstadt von Akko, die Bauhaus-Gebäude in Tel Aviv, die Weihrauchstraße sowie die biblischen Hügel wie Megiddo und Beerschewa. Die Altstadt und die Mauer von Jerusalem, die sowohl Israel als auch die Palästinenser als ihre Hauptstadt beanspruchen, hat UNESCO 1982 auf die Liste gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt.

Knapp 20 weitere Stätten in Israel stehen auf einer vorläufigen Liste des Weltkulturerbes. Für das Land, in dem historische Stätten einen wichtigen Teil des touristischen Reizes ausmachen, hat die UNESCO-Liste eine große Bedeutung. (APA/Reuters/dpa)

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