Zeitzeugenkonferenz

"Das Ende Jugoslawiens"

3. November 2011, 14:40

Rund 30 Politiker, Fachleute und Journalisten erinnern sich - Gästeliste umfasst u.a. Ex-Außenminister Loncar und Fußballtrainer Osim

Graz - Heuer jährt sich der Zerfall Jugoslawiens zum 20. Mal: Das Kompetenzzentrum Südosteuropa der Universität Graz wird deshalb vom 4. bis zum 6. November die internationale Konferenz "Debating the End of Yugoslavia" abhalten, mit u.a. Zeitzeugen und Journalisten als Diskutanten. Gäste sind unter anderem der letzte Außenminister Jugoslawiens (1988-1991), Budimir Loncar. Über ihre Erfahrungen werden u.a. der frühere Sturm Graz-Trainer Ivica Osim, der letzte Teamchef Jugoslawiens, bzw. der Vertreter Mazedoniens im jugoslawischen Staatspräsidium, Vasil Tupurkovski, berichten.

Mit ihren Erinnerungen an den Zerfallsprozess werden führende Politiker, Journalisten und Vertreter aus dem öffentlichen Leben "von den Geschehnissen aus ihrer persönlichen Perspektive berichten", so die Organisatorinnen Armina Galijac und Edith Marko-Stöckl. Diese Statements werden anschließend von Wissenschaftern kommentiert und in den historischen Kontext gesetzt.

Den Auftakt der Konferenz macht man mit dem Kosovo, wobei mit Azem Vllasi, dem damaligen Vorsitzenden des Bundes der Kommunisten des Kosovo (1986-88) einer der Gegenspieler von Slobodan Milosevic zu Gast ist. Die Gästeliste liest sich wie ein Auszug aus der BBC-Doku-Serie "The Death of Yugoslavia" ("Bruderkrieg"): Zu Fragen von möglichen Alternativen zum Geschehen oder zur Krise des jugoslawischen Föderalismus diskutieren u.a. der frühere Präsident der slowenischen Partei der demokratischen Erneuerung (SDP), Ciril Ribicic (1990-93), sowie Tupurkovski und Loncar.

Rolle der Medien

Am zweiten Konferenztag ist unter dem Titel "Sport, Kultur und das Ende Jugoslawiens" der langjährige Sturm Graz-Trainer und bosnische Teamchef der jugoslawischen Kicker (1986-1992), Ivica Osim, zu Gast. Die Rolle der Medien beim Untergang des jugoslawischen Staates beleuchten u.a. Nidzara Ahmetasevic vom Balkan Investigative Reporting Network (BIRN), Gordana Susa, Journalistin von Yutel (1991-1993), die u.a. das Friedenskonzert im Juli 1991 in der Zetra-Eishalle in Sarajevo moderierte. Ferner ist Christopher Bennet vom Büro des Hohen Repräsentanten (OSR/EUSR) in Sarajevo zu Gast.

Während der Konferenz findet im Universitätsmuseum "UniGraz@Museum" eine Ausstellung des Design Studios "Trio" aus Sarajevo statt, das die politischen Ereignisse aus über drei Jahrzehnten mit ikonischen Plakaten, Albumcovers und Zeitschriftentiteln kommentiert hat. (APA)

Konferenz

"Debating the End of Yugoslavia"

Wann: Freitag 4. November bis Sonntag 6. November
jeweils ab 9.30 Uhr

Wo: Kompetenzzentrum Südosteuropa, Liebiggasse 9, 8010 Graz

Lazarsfeld
00
30.11.2011, 15:27

So schnell kann etwas, das den Zeitgenossen einst als "ewig" erschien, aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden - nur 4 Postings!

Dominic B...
15
5.11.2011, 15:34

Die Überschrift sollte heißen: Das Ende eines Großserbien!
Zum Glück haben die es nicht geschafft diesen Pseudostaat zu schaffen.

Der_Klingone
00
10.11.2011, 13:21

Je mehr Blödsinn man schreibt, desto mehr grüne Stricherl gibts ;-)

Nick Tameer
01
6.11.2011, 09:48

Ich meine, es waren gerade Slowenen und Kroaten, die nach 1918 - aus Angst vor italienischen Expansionsgelüsten - den Zusammenschluss mit Serbien befürwortet haben, der dann ja zunächst unter dem Namen "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" realisiert und erst später in "Jugoslawien" umgetauft wurde.

NANANANANANANANA BATMAN
00
5.11.2011, 21:56
wieso großserbien?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.