Bretter, die die Welt und hoffentlich viel Geld bedeuten

3. November 2011, 14:03
2 Postings

Uraufführung eines Handke-Stücks im Akademietheater geplant

Wien - Peter Handke hat einen guten Lauf. Nach der Uraufführung seines Stücks Immer noch Sturm bei den diesjährigen Salzburger Festspielen hat der Dichter auch sein allerneuestes Stück bereits seinem Regisseur ausgehändigt: Luc Bondy wird in Koproduktion zwischen Burgtheater und den Wiener Festwochen im Mai 2012 das Zweipersonenstück Die schönen Tage von Aranjuez zur Uraufführung bringen. Das Stück handelt vom Verschwinden der Liebe zwischen Mann und Frau.

Doch damit nicht genug der Neuerungen, die sich für die Burgtheatersaison im Frühling ergeben haben. David Greig bittet um Aufschub für sein noch unfertiges Stück Der Papst am Strand; stattdessen nimmt man Simon Stephens abgründiges Dialogstück Wastwater ins Programm (Regisseur bleibt Stephan Kimmig). Anstelle von Nestroys Talisman mit der in Babypause befindlichen Sarah Viktoria Frick widmet sich David Bösch Ibsens Gespenstern mit Kirsten Dene als Helene Alving. Um den Folgen des weltweiten Finanzdesasters auf der Spur zu bleiben, setzt Direktor Matthias Hartmann eine schwarze Farce des jungen deutschen Autors David Lindemann ins Programm: Getränk Hoffnung, Regie führt Michael Schachermaier.

Der bei der Pressekonferenz fidele Direktor ("Es geht uns gerade sehr gut!") kündigte zudem ein Projekt mit Gert Voss für den Herbst 2012 an. Mehr wollte er dazu noch nicht verraten, und auch die diesjährige Silvestervorstellung (Regie: Hartmann) blieb unter Verschluss. Lautstark hingegen warb Hartmann für den Kauf von altem Bühnenholzboden, der derzeit in Ein-Kilo-Stücken mit Prägung in einer limitierten Auflage von eintausend Stück à 600 Euro veräußert wird. Damit wird Geld für die Renovierung des Schnürbodens lukriert.

Plangemäß bereitet man sich derzeit auf die nächsten Premieren vor: Peter Pan (20. 11.), Der ideale Mann (23. 11.), Polleschs Die Liebe zum Nochniedagewesenen (7. 12.), und auch die Kasino-Produktion Krieg und Frieden fährt in den Hafen der Premiere ein (4. 12.). Den Stanley in Endstation Sehnsucht (28. 1.) wird übrigens Nicholas Ofczarek geben. (afze/ DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Matthias Hartmann  am Donnerstag über 'Die Burg-Spielzeit 2011/12 - Neue Premieren und Projekte'

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Peter Handke horcht dem Verschwinden der Liebe nach.

Share if you care.