"Project Shellter": 3D-Drucker liefert Krebsen Gehäuse

3. November 2011, 13:51

Soll Tieren bei Gehäuseknappheit aushelfen

Die Mitglieder von MakerBot haben ein Herz für Tiere. Konkret sind es Einsiedlerkrebse, denen sie ein helfen möchten, indem sie ihnen ein Heim mit dem 3D-Drucker bauen. Zustande gekommen ist "Project Shellter", da immer mehr Tiere gesichtet wurden, die sich aus Strandmüll wie Einmachgläsern geeignete Unterkünfte gesucht haben.

Gehäusemangel

Die 3D-Druck-Community erarbeitet gemeinsam mit der Designer-Plattform TeamTeamUSA Gehäuse-Prototypen aus Plastik, die erste Versuche im Wasser hinter sich haben. Kommt es in Zukunft zu Gehäusemangel, sollen den Krebsen die entwickelten Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Geplant ist natürlich nicht, die Teile einfach auf den Strand zu werfen, sondern bei spezieller Überwachung kontrolliert und zu wissenschaftlichen Zwecken zu verteilen.

Hindernisse

Im Gespräch mit Pressetext äußert Michael Stachowitsch, Meeresbiologe an der Universität Wien, einige Zweifel für eine erfolgreiche Umsetzung. Einerseits wechseln Einsiedlerkrebse mehrmals das Gehäuse, andererseits müsse man die je nach Region die unterschiedlichen Größen der Tiere berücksichtigen. Eine Vorlage zu finden, sei die nächste Hürde, da Schneckenhäuser im Inneren eine gewundene und komplizierte Form hätten.

Materialwahl wichtig

Der Biologe meint: "Project Shellter wird wohl kein ökologisches Problem lösen." Der Mangel an Krebs-Behausungen trete nur bedingt und lokal auf und die Materialwahl spiele eine große Rolle. Eine negative Konsequenz ergibt sich für Meeresbewohner, die Einsiedlerkrebse samt Gehäuse fressen. Im Gegensatz zu den aus Plastik gefertigten bestehen die natürlichen Häuschen aus nicht gesundheitsschädlichem Kalk. Die Intitiatoren arbeiten kontinuierlich an einem geeigneten Material.

Im folgenden ein Video, wie ein Prototyp von den Propanden angenommen wird:

Touristen als "Heimdiebe"

Da häufig Touristen und Strandbesucher die Schalen der Krebse als Souvenirs mitnehmen, könnte es sein, dass die im 3D-Drucker produzierten Plastik-Pendants nicht so einen spannenden Fund darstellen und somit liegenbleiben.

Auf der speziell eingerichteten Facebook-Seite kann man sich regelmäßig Updates zum Projekt holen. (ez, derStandard.at, 03.11.2011)

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18 Postings

Das war das langweiligste und unbefriedigendste Video das ich seit langem gesehen habe.

ach jetzt seien sie mal nicht so!

soche 3D Drucker ...

gibts schon seit 10 Jahre ...
Rapid Prototyping nennt sich sowas in der Industrie ... noch dazu gibts 3-4 verschiedene 3D Druckverfahren!

Wurde das im Artikel irgendwo bestritten? :-)

bin kein Experte auf dem Gebiet, aber soweit ich das beurteilen kann gibt es keine empirischen Daten zur Knappheit von Einsiedlerkrebsgehäusen (es ist auch kein Einsiedlerkrebs in der roten Liste der Arten).
Project Shelter gibt auch keine offiziellen Daten an. Stachowitch hat da allen Grund skeptisch zu sein (vor allem weil ich finde, dass er ein gscheiter Meeresbiologie ist ;) )
Würde eher sagen die wollen auf ihren 3D-Drucker aufmerksam machen und kreativ zeigen was man alles damit machen kann.

klingt nach schwachsinn.
die energie in die reinigung der strände zu stecken ist wohl weniger sexy.

Haus nicht angenommen

Nur zur Info, da ich selber Einsiedlerkrebse als Haustiere hatte. Der Einsiedler in diesem Video nimmt das Haus eben nicht an.

Wenn ein Haus wirklich gewechselt wird, streckt der Krebs zuerst den vorderen Teil seines Körpers in die neue Behausung und tastet ab ob die Größe stimmt. Wenn ja, hält sich das Tier mit den Greifern am neuen Haus fest und "springt" mit seinem Hinterteil sehr schnell (weil verletzlich) ins neue Haus. Bis ein Haus dann wirklich angenommen wird kann es durchaus vorkommen, dass noch mehrere male hin- und hergewechselt wird.

Kein "Plastik"

Der Standard hat sich wiedermal unglücklich ausgedrückt: Das ist kein "Plastik" in dem Sinne. das 3d drucker material basiert auf Stärke - ähnlich die umweltfreundlichen plastiksackerl im supermarkt ;)

nagut

hätte mich auch gewundert, dass sowas bei einer uni durchgeht ;)

Ich find das nicht, dass die Thermoplastische Stärke einsetzen. hast du vlt nen link?

Der 3D Drucker arbeitet prinzipiell mit ABS , HDPE und PLA - Kunststoffen (PLA gilt als Biologisch abbaubar)

stimmt, anscheinend wird PLA verwendet.

Auch Biokunststoffe werden ugs. "Plastik" genannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Biokunststoff

Das Wort kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet "das Geformte", in diesem Kontext wie ich finde überaus passend.

deshalb hab ich es unter "" gesetzt. ich weiß, was plastik bedeutet.

Fragwürdig

Zwar eine nette Idee, aber wenn es den Einsiedlerkrebs nicht stört, Meeresmüll als Behausung zu recyceln, warum sollte es dann den Menschen stören, und das so sehr, dass er gewillt ist, noch mehr Müll in den Ozeanen zu versenken?

Der Biologe meint: "Project Shellter wird wohl kein ökologisches Problem lösen."

Da hat er wohl recht - Plastik im Meer absichtlich abzulagern schafft eher ein zusätzliches ...

Plastik

Gibts ja nicht schon genug im Meer...

frag mich

ob das echt ernst gemeint ist?! machen wir plastik und hauns ins meer? ich mein gehts noch? dann doch lieber auf die schöne schneckenform scheissen und irgendwie maschinell tausende kalkstein-kapserln pressen oder was weiss ich, irgendwas weniger umweltvernichtendes wär vielleicht ned so schlecht.

da kann man aber net mit dem 3D-Drucker spielen!

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