Künstliche Befruchtung

Samen und Eizellen: Spendenverbot bleibt

3. November 2011, 18:21

Die Menschenrechtsrichter in Straßburg erachten das heimische Verbot von Eizellen- und Samenspende bei künstlicher Befruchtung als zulässig - Allerdings empfiehlt der EGMR Österreich dringend ein Update des Gesetzes

Wien/Straßburg - Paare, die keine Kinder bekommen können, dürfen in Österreich auch weiterhin keine künstliche Befruchtung (Invitro-Fertilisation) mit fremden Samen- beziehungsweise Eizellenspenden durchführen lassen. Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg gab Donnerstag ihr Urteil bekannt, wonach das Verbot nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoße.

Anlassfälle für die EGMR-Prüfung waren zwei österreichische Paare, bei denen in einem Fall der Mann und im zweiten Fall die Frau nicht zeugungsfähig sind. Beide Paare brachten das Verbot vor zehn Jahren vor den EGMR. Wie DER STANDARD berichtete, hatte dieser in erster Instanz noch kritisiert, dass das Verbot diskriminierend sei und gegen das Recht auf Familie verstoße. Doch die 17 Richter der Großen Kammer, darunter auch die Österreicherin Elisabeth Steiner, kamen zwar nicht einstimmig aber mehrheitlich zu der Ansicht, dass die heimische Gesetzeslage, die schon 1999 vom Verfassungsgerichtshof bestätigt worden war, berechtigt sei - zumindest zum Zeitpunkt, als die beiden kinderlosen Paare die Beschwerde eingebracht hatten.

Im schriftlichen Urteil gehen die Straßburger Richter ausführlich auf offene ethische Fragen im Rahmen der künstlichen Befruchtung ein. Auch die Tatsache, dass Samenspenden von Dritten zwar bei In-vitro-Fertilisation verboten, aber bei der Inseminierung (also keine Befruchtung im Reagenzglas, sondern das simple Einbringen des Samens in die Gebärmutter) erlaubt ist, wird erwähnt.

Versteckte Empfehlung

Überraschenderweise weist der EGMR auch ausdrücklich darauf hin, dass "es nach österreichischem Recht nicht verboten ist, sich im Ausland einer Fruchtbarkeitsbehandlung unter Verwendung von Methoden der künstlichen Befruchtung zu unterziehen, die in Österreich nicht erlaubt sind". Diese versteckte Empfehlung, künstliche Befruchtung mit fremden Keimzellen im Ausland legal durchführen zu lassen, löst nämlich eines der im Urteil ebenfalls erwähnten Kernprobleme nicht: Dass im Fall einer gespendeten Eizelle zwei Frauen behaupten könnten, biologische Mutter desselben Kindes zu sein.

Das EGMR-Urteil ist auch für Italien und die anderen deutschsprachigen Länder wichtig, weil nur hier Eizellenspenden noch verboten sind. Alle anderen Staaten in Europa lassen das Verfahren ungeregelt oder erlauben es. Nur in Spanien und in Tschechien erhalten Spenderinnen ein echtes Honorar. In England können Frauen nach einer künstlichen Befruchtung überzählige Eizellen anderen Frauen überlassen. Dieses "Egg-Sharing" wird von vielen Reproduktionsmedizinern favorisiert.

Unabhängig von seinem Urteil fordert der EGMR Österreich auf, das Gesetz für künstliche Befruchtung mit dem Stand der medizinischen Forschung und dem gesellschaftlichen Konsens abzugleichen. Das habe die Regierung seit zwölf Jahren nicht mehr gemacht. (Michael Simoner, DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
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wurm83
 
00
4.11.2011, 12:34
ich verstehe die kirche nicht

immerhin haben die das prinzip der künstlichen befruchtung entdeckt! vielleicht wollen sie es für sich alleine behalten...

aber jesus war wohl eindeutig eine künstliche befruchtung...denn soweit mir bekannt gibt es nur eine natürlich art kinder zu zeugen und die rkk-bande wird ja nicht müde mir erklären zu wollen, dass jesus ohne sex entstanden ist...

ergo jeus war das erste künstlich entstandene kind!

ich hab mir das auch noch nie so überlegt, es heisst ja jungfreuliche geburt...vielleicht hat der joe ihr einfach das sperma in die hand gedrückt und sie hat sich selber darum gekümmert...

so wären alle zufrieden: jungfräuliche geburt und trotzdem kein komisches allwissendes aber trotzdem uninteressiertes geistwesen...

Mann40
00
4.11.2011, 07:54

egg-sharing?

nächste variante ist dann wohl egg-leasing ;-)

Vikram Schlucher
00
3.11.2011, 23:40

Also ich spende jeden Tag meinen Samen! Irgendwohin.

frank rosner
00
4.11.2011, 09:34
na hoffentlich

reinigen sie nachher auch wieder die fliesen

bluebeard's 8th wife.
00
4.11.2011, 08:20

wie selbstlos von ihnen!

pussycat.1337
185
3.11.2011, 20:56

a karriere-frau die mit 40 oder 50 auf einmal doch a kind will, und dann selber nix mehr geht, die sollte auch keine fremde hilfe bekommen. solche weibsbilder sind eh so übergscheit, da hättens wenigsten einmal vorher denken sollen, bervor sie die klappe aufreisen!

kacenka mourkova
00
6.11.2011, 03:35

ROFL

Stefan Lindemann
00
4.11.2011, 09:04
Nicht zum Stammtisch zurückgefunden?

Angelika70
03
3.11.2011, 22:28

Wollens billig zu roten Stricherl kommen?

RS69
 
12
3.11.2011, 22:19

Sind's mit Ihrer beruflichen Entwicklung frustriert? Hat's nicht so recht geklappt?

Nexialist
00
4.11.2011, 08:04
nachdem sie 1337 in ihrem Nick hat,

ist sie wohl noch nicht alt genug um so zurück zu blicken (googlen sie mal mit der Zahlenfolge)

K1981
36
3.11.2011, 20:20
Ö ist komplett im letzten Jahrhundert stehengeblieben

und zwar anscheinend in wirklich ALLEN belangen.

in Zeiten des geburtenmangels solltens froh sein, wenn Frauen (egal ob single, verheiratet, geschieden, in Partnerschaft lebend...), durch welche art der Befruchtung auch immer, Kinder in die Welt setzen...

Angelika70
11
3.11.2011, 22:31

Ja aber es sollen doch nur die richtigen Frauen Kinder bekommen! Nicht irgendwelche, die der christlichsozialen Vorstellung vielliecht so gar nicht entsprechen.

/ironie off

M. P.1
10
4.11.2011, 03:30

"christlichsozialen Vorstellung"

Christlich ist mir klar, aber was an deren Vorstellung sozial ist durchschau ich nicht ganz.

Oder ist das sowas wie das freiheitlich in der FPÖ?

Angelika70
10
4.11.2011, 08:28

Hat wohl etwas mit der katholischen Soziallehre zu tun...

K1981
32
3.11.2011, 23:18

Anscheinend!

Wir leben hier echt hinter dem mond! Ein scheidungskind waechst auch nur bei einem elternteil auf...warum kann eine single frau sich nicht befruchten lassen? Was spricht gegen nachwuchs bei gleichgeschlechtlichen paaren? Ich kenne ein paar homo-paare und jedes kind koennte sich gluecklich schaetzen dort aufwachsen zu duerfen...

Oesterreich ist zum teil so kuenstlich traditionell und suggeriert den leuten ein bild welches vor 70-80 jahren sktuell war. Dswg wird auch bei der bildung nix passieren, denn zu zeiten von maria theresia wars ja am besten...

Realitaetsverweigerung nennt man das!

Loup Garou
12
4.11.2011, 07:30
also zum Ersten, jede Frau kann sich befruchten lassen,

ist denkbar einfach und funktioniert schon seit Jahrtausenden...
Und zum Zweiten, sind wir wirklich schon so beschränkt, dass wir es als "modern" erachten, um jeden Preis nachhelfen zu müssen?
Dass Österreich deswegen "rückständig" ist, ist nur ein Scheinargument, weil kein besseres zur Verfügung steht...

K1981
11
4.11.2011, 08:34

NIcht jede frau kann auf normalen wege kinder bekommen...aus welchen gruenden auch immer...und warum soll man da nicht nachhelfen duerfen??? Ih glaube dass es belastend ist fuer frauen die ein kind moechten aber keines bekommen koennen...da kann man wohl wirklich die rechtliche grundlage schaffen um alle moeglichkeiten zu legalisieren.
Anscheinend gibts keinen bedarf an nachwuchs in oesterreich, sonst wuerde man das rasch regeln.

Loup Garou
00
4.11.2011, 09:15
klar kann man nachhelfen dürfen..

aber daraus eine "Rückständigkeit" abzuleiten, nur weil der Gesetzgeber es nicht für notwendig erachtet, wegen einer Handvoll Frauen auf der Stelle aktiv zu werden, ist zum Einen überheblich, und zum Anderen einfach nur lächerlich.

Und klar kann das belastend sein... wie so vieles Andere auch...

Faeryl
00
4.11.2011, 09:57

ich find 12 jahre sind lange genug um aktiv zu werden ;)

Loup Garou
00
4.11.2011, 10:11
vielleicht, wenn die herkömmliche Art der Fortpflanzung überhaupt nicht mehr funktioniert...

nicht nur bei einigen wenigen.

Aber dem ist nicht so...

samba cat
00
4.11.2011, 09:39
wie schon jemand

weiter unten geschrieben hat: ein gesetz, das niemandem hilft, niemanden schuetzt, nur schadet und verbietet, ist eine frechheit. auch wenn es nur eine handvoll leute betrifft, dann erst recht, wofuer der gesetzesaufwand fuer eine handvoll?

Loup Garou
00
4.11.2011, 09:53
ach was sind wir nicht fortschrittlich...

was nicht passt, wird passend gemacht...

Haben Sie sich das in etwa so vorgestellt?
Garnicht so schlecht, wenn das Gesetz dem einen Riegel vorschiebt...

samba cat
00
4.11.2011, 10:26
es passt ja eh.

es gibt diese moeglichkeit. wie es zahnwurzelbehandlungen und chemotherapie gibt, oder werden die auch "passend gemacht"? wir muessten nur akzeptieren, dass es (in fast allen anderen laendern) passt.

Loup Garou
00
4.11.2011, 10:48
nicht alles was hinkt,

ist auch ein Vergleich...

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