Dates - There's an app for that

3. November 2011, 11:16
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Apps, die die Umgebung absuchen und einen Dating-Partner ausspucken, boomen in den USA - Basis auf Gemeinsamkeiten, nicht auf Profilen

Die Suche nach Mr. oder Mrs. Right kann schon beschwerlich sein. Dass sich in den vergangenen Jahren die Methoden der Partnersuche verändert haben, liegt neben den neuen Kennenlern-Möglichkeiten wie dem Internet auch an daran, dass Suchende immer weniger Zeit dafür haben. Inzwischen haben auch App-Entwickler die Flirtbranche entdeckt. Die Datingplattform HowAboutWe hat eine App veröffentlicht, wie New York Times berichtet.

Gemeinsamkeiten statt Profile

Dabei werden Dates nicht auf Grundlage von Profilen und Fotos ausgemacht, sondern auf gemeinsamen Interessen und darauf, wer in der Nähe ist. Sich auf den Vorschlag einer ortsbasierenden Anwendung zu verlassen, die einen Dating-Partner nach geografischer Nähe aussucht, scheint zunächst etwas riskant. Die Betreiber allerdings betonen, dass sie sich der potenziellen Tücken bewusst sind und Nutzer selbst kontrollieren können, wie viel Information sie preisgeben möchten.

Effizienter

Die App-Nutzer, zum Großteil im Alter zwischen 20 und 40, bezeichnen sie als eine Art upgedatete Version herkömmlicher Internet-Flirtportale. Deren meist aufwändige Fragebögen kann man hier überspringen. "Es kann normalerweise bis zu einem Monat dauern, bis man tatsächlich jemanden trifft, mit dem man Kontakt hatte", sagt Christina Wang, die beide Methoden ausprobiert hat und die effizientere App bevorzugt. 

Ein Zehntel flirtet mobil

Wer sich für die Apps entscheidet, postet ein kurzes Profil und veröffentlicht seine regionale "Verfügbarkeit" oder durchforstet Listen anderer Nutzer. Auch bei OkCupid, einer US-amerikanischen Single-Website, bevorzugen zehn Prozent der 2,5 Millionen Mitglieder die mobile Anwendung.

Love.at und Foursquare Singles

Hierzulande ist Love.at, was die Anzahl der Mitglieder betrifft, die größte Flirt-Basis im Internet. Der Fokus liegt auf dem üblichen Kontaktanzeigen-Prinzip, insgesamt sind seit dem Start im Jahr 2001 rund 650.000 Mitglieder registriert. Seit 2010 kann auch die iPhone-App mobile.Love.at genutzt werden. Mit der ortsbasierten App Singles for Foursquare können Flirtwillige auch innerhalb Österreichs nach Singles in der Nähe suchen.

30 Prozent mobil

HowAboutWe startete vor etwa einem Jahr als Website, auf der Leute Vorschläge für Dates posten konnten: "Wie wäre es, wenn wir auf eine Cupcake-Tour in Manhattan gehen?". Seit dem Start der iPhone-App im Juni 2011, wurden mehr als 100.000 Dates mit der App gepostet, sagt das Unternehmen. Dies seien 30 Prozent aller bisher auf dem Dienst geposteten Dates. Den Wegbereiter unter den US-amerikanischen "Liebes-Diensten" stellt Grindr dar. Das Portal für homosexuelle Männer hatte in den ersten anderthalb Jahren seit Start 2,6 Millionen Mitglieder angelockt. Im Sommer wurde Blendr veröffentlicht, der ein breiteres Publikum ansprechen sollte, und als soziales Netzwerk bezeichnet wird.

"Zeit spielt große Rolle"

"Zeit spielt eine große Rolle", gibt eine Anwenderin einen Vorteil an, "Ich kann in der Straßenbahn sitzen, und nachsehen, ob jemand in der Nähe ist, der Lust und Zeit auf ein Getränk hat." "Die Gemeinsamkeiten anderer Mitglieder, seien es Konzerte, Bücher oder Musikrichtungen, können Menschen rasch zusammenbringen", sagt Michael Norton, Professor an der Harvard Business School, der erforscht, wie Menschen online miteinander interagieren. "Ältere Menschen sind nicht von solchen Diensten angetan, aber junge Leute sind sehr an das Internet gewöhnt und eines Tages könnte diese Art der Begegnung Standard werden." (ez, derStandard.at, 03.11.2011)

  • Location based Dating-Apps boomen in den USA.
    foto: robert newald

    Location based Dating-Apps boomen in den USA.

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