ProSiebenSat1 bleibt auf Rekordkurs

3. November 2011, 14:46
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Operativer Gewinn gestiegen - Auch 2012 kein Absturt befürchtet

ProSiebenSat1 bleibt nach einem starken dritten Quartal auf Rekordkurs. Auch für das Schlussviertel mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ist der TV-Konzern zuversichtlich. Von einer Krise spürt der RTL-Rivale bisher nichts. Auf dem wichtigen deutschen Heimatmarkt erwartet Konzernchef Thomas Ebeling im kommenden Jahr zwar keinen Boom mehr, einen Absturz fürchtet der Manager aber nicht. Dennoch will Ebeling die Abhängigkeit vom Werbemarkt künftig weiter verringern und setzt dabei vor allem auf das Internet, aber auch auf das Geschäft der Entwicklung und Produktion von Inhalten sowie auf Pay-TV.

Im dritten Viertel steigerte die Sendergruppe (Sat1, ProSieben, Kabel1, Sixx) dank erneut höherer Werbeerlöse in den Kernmärkten Deutschland, Österreich und in der Schweiz ihren Umsatz um knapp 9 Prozent auf 594,5 Mio. Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. "Basis der positiven Geschäftsentwicklung ist unsere starke Positionierung im Kerngeschäft Fernsehen", sagte Ebeling. Dabei machen dem Manager auch die Sender in Skandinavien weiter große Freude.

Unter dem Strich verdiente ProSiebenSat1 auch wegen der Kosten für den Umbau der Finanzierungsstruktur allerdings etwas weniger. Das Nettoergebnis sank von 19,7 Mio. Euro vor einem Jahr auf 11,4 Mio. Euro. Der operative Gewinn des Konzerns (EBIT) wuchs von 96,6 Mio. auf 101 Mio. Euro. Aus allen Zahlen sind die im Sommer verkauften Sender in Holland und Belgien herausgerechnet. Das Geld aus dem Milliarden-Deal steckte Ebeling in den Schuldenabbau und in eine neue Kreditstruktur. Damit senkte ProSiebenSat1 die Schuldenlast und zahlt nun 40 Mio. Euro weniger Zinsen im Jahr.

Bis 2015 will die Sendergruppe auch ohne Zukäufe zusätzlichen Umsatz von 750 Mio. Euro erwirtschaften und setzt dabei auf Geschäfte abseits des TV-Werbemarkts, etwa mit Beteiligungsmodellen. Dabei bekommen junge Unternehmen freie Werbezeiten im Gegenzug für eine Umsatzbeteiligung, wie bereits beim Online-Schuhhändler Zalando. Daneben stehen Internetplattformen wie eDarling oder Online-Spiele. Zudem beteiligt sich der Konzern mit 29 Prozent auch an der Plattform meetone.com, eine Mischung aus sozialem Netzwerk und Dating-Seite.

Mit solchen Geschäften, aber auch der Produktion und Bezahl-Angeboten im Fernsehgeschäft soll der Umsatzbeitrag der TV-Werbung bis 2015 auf 50 Prozent sinken. "Künftig werden wir uns mit unseren Wachstumsinitiativen noch stärker auf die attraktiven Perspektiven in der digitalen Welt sowie im Ausland konzentrieren." (APA)

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