RHI verschärft Sparprogramm

3. November 2011, 13:38
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Der Feuerfestprodukte-Hersteller ortet für die kommenden Monate vorerst eine Abschwächung der Stahlkonjunktur

Wien - Der börsenotierte Feuerfestprodukte-Hersteller RHI ortet für die kommenden Monate vorerst eine Abschwächung der Stahlkonjunktur und will seinen Sparkurs verschärfen. In den ersten drei Quartalen 2011 legte der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um rund 14 Prozent auf 1,280 Mrd. Euro zu, der operative Gewinn (EBIT) stieg um nur 1,1 Prozent auf 108,4 Mio. Euro. Die EBIT-Marge war von 8,6 auf 8,5 Prozent leicht rückläufig. "Das heißt, die RHI benötigt weiterführende Kostensenkungsmaßnahmen, die wir setzen werden", kündigte der neue CEO Franz Struzl am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten an. Gleichzeitig stellte er eine Dividendenausschüttung für 2011 in Aussicht.

Einen "Jobabbau in größerem Ausmaß" schloss er aus. "Ich sehe hier kein Personalvernichtungsprogramm", betonte Struzl. Die Mitarbeiter sollen sich vielmehr mit eigenen Sparideen einbringen. Es gilt allerdings eine Art Aufnahmestopp: "Wir nehmen Personal nur noch sehr selektiv auf." Die RHI sei mit rund 9 Prozent Marge kein Restrukturierungsfall, doch der Umsatz steige weitaus stärker als die EBIT-Marge, deshalb der verschärfte Blick auf die Kosten "in allen Bereichen", erklärte Struzl und verwies unter anderem auf die Produktivität, diverse Verbesserungsprogramme und die Minimierung des Energieverbrauchs sowie des Abfalls und des Ausschusses.

In den kommenden Wochen werden zunächst die Kosten im Overheadbereich unter die Lupe genommen. "Das hat die RHI immer gemacht, aber ich sehe die Notwendigkeit, das noch einmal zu verstärken, so Struzl. In zwei oder drei Monaten soll ein Masterplan feststehen. "Als nächsten Schritt will ich dann in die Produktionskosten reingehen", sagte der Chef über 33 Fertigungsstandorte weltweit - in Österreich führt die RHI beispielsweise Bergbaubetriebe in Hochfilzen, Breitenau und Radenthein.

Die RHI habe bereits in der Vergangenheit jährlich Kosten gesenkt - "wir müssen das intensivieren und 2012 verfestigen, erhöhen und beschleunigen", so Struzl. Die Stahlindustrie kühle sich ab - vor allem in Europa. In den kommenden drei bis vier Monaten sei der Konzern noch gut ausgelastet, doch gebe es bereits eine Abflachung im Auftragseingang - sowohl aus der Stahl- als auch aus der Zementbranche. Im zweiten Quartal 2012 soll es aus Sicht der RHI aber wieder bergauf gehen.

Es sei aber weiterhin mit "extrem steigenden Rohstoffkosten" zu rechnen. Graphit habe sich beispielsweise in wenigen Monaten um 25 Prozent verteuert, der Preis für Zirkonia habe sich fast verdoppelt. Bisher sei es gelungen, diese Preise - zumindest um zwei Monate zeitversetzt - an die Abnehmer zu überwälzen. Auch die Energiepreise würden weiter zulegen - die Erdgaspreise etwa würden sich 2012 zweistellig erhöhen. "Wir müssen daran arbeiten, sie an die Kunden weiterzugeben und unsere Kostenstruktur verbessern." (APA)

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