Braune Schmutzwolke über Südasien verstärkt Zyklone

6. November 2011, 11:58
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Forscher sehen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Windstärken

London - Die Luftverschmutzung in Südasien sorgt in der Zeit vor dem Monsun offenbar für eine Verstärkung der tropischen Wirbelstürme bzw. Zyklone über dem Arabischen Meer: Das berichten Wissenschafter im Fachjournal "Nature". Viele dieser Wirbelstürme ziehen aufs Land weiter und richten dort massive Schäden an - dies müsse als weitere Folge regionaler Luftverschmutzung berücksichtigt werden, resümieren die Forscher um Amato Evan von der University of Virginia ihre Ergebnisse.

Obwohl die Wassertemperatur im Arabischen Meer das ganze Jahr über hoch genug ist, um Zyklone entstehen zu lassen, treten diese nur vor oder nach dem Monsun auf. Im Schnitt kommt es im Mai und Juni, also vor dem Monsun, zu einem bis drei Zyklonen. Von August bis Dezember entstehen ein bis zwei Wirbelstürme. Während des Monsuns verhindern starke vertikale Scherwinde die Bildung der Zyklone.

Langzeit-Vergleich

Wie die Auswertung der gemessenen Windgeschwindigkeiten ergab, toben die Stürme seit 1979 vor dem Monsun deutlich stärker. Dies soll auf die Zunahme der Luftverschmutzung zurückzuführen sein. Seit 1930 habe sich der Ausstoß von beispielsweise Rußpartikeln oder Sulfaten in der Region versechsfacht, heißt es in der Studie.

Die Folge sei eine etwa drei Kilometer dicke Schmutzwolke, die über dem Nordindischen Ozean und dem Indischen Subkontinent hänge, die sogenannte "South Asian atmospheric brown cloud", kurz "ABC". Diese Wolke reduziere die Sonneneinstrahlung und verändere die Oberflächentemperatur des Wassers, wodurch wiederum die Windverhältnisse beeinflusst würden. In der Zeit vor dem Monsun nehmen demnach die vertikalen Scherwinde ab, so dass die Bedingungen für die Entstehung und Intensivierung von Zyklonen günstiger werden.

Eine Reduzierung der Emissionen dürfte sich nahezu sofort auf die Wirbelsturmstärke auswirken, schreiben die Forscher. Sie weisen allerdings darauf hin, dass ihre Studie nur auf den Daten der recht wenigen Stürme im Untersuchungszeitraum basiert. Weitere Untersuchungen müssten den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Sturmstärke bestätigen. (APA/red)

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