Russland will Waffenbaron zurückholen

3. November 2011, 19:16
16 Postings

Moskau kritisiert Schuldspruch gegen Wiktor But in den USA als politisch motiviert

Moskau/ Wien - Der Schuldspruch provoziert Streit: In den USA ist der russische "Händler des Todes" Wiktor But unter anderem wegen Verschwörung zum Mord und illegalen Waffenhandels verurteilt worden. Moskau reagiert empört. Auf die Geschworenen sei "massiver politischer Druck von der Obrigkeit ausgeübt" worden, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums. Er soll in die Heimat zurückkehren.

Die USA nennen ihn einen der gefährlichsten Waffenhändler der Welt. Jahrzehntelang soll But Kriegsgerät in Bürgerkriegsländer, aber auch an Terrororganisationen auf der ganzen Welt geliefert haben. 2008 wurde er schließlich in Thailand verhaftet, nachdem US-Agenten als angeblich kolumbianische Rebellen But in eine Falle locken konnten.

Buts Familie hingegen erklärte, der ehemalige Sowjetoffizier sei ein gewöhnlicher Transportunternehmer. Waffen habe er nur befördert, wenn es die entsprechenden Genehmigungen dafür gegeben habe, erklärte sein Bruder Sergej. Diese Meinung vertritt offiziell auch die russische Politik.

Buts gefährliches Geheimnis

Nach russischer Lesart wurde die Verurteilung Buts von den US-Behörden betrieben, um ihn zu zwingen, wichtige Informationen preiszugeben. Der Kreml fürchte, dass But peinliche Geheimnisse über die Herkunft seiner Waffen ausplaudern könne, heißt es auf der anderen Seite. Russland ist einer der größten Rüstungsexporteure weltweit.

Das Außenministerium fordert eine Rückkehr Buts nach Russland ein. "Unser Ziel ist es, seine Heimkehr zu erreichen", sagte der offizielle Sprecher der Behörde, Alexander Lukaschewitsch. Druck macht auch die Staatsduma: Andrej Klimow von der Regierungspartei "Einiges Russland" kündigte an, dass Russland Sanktionen gegen Ausländer, die die Rechte von Russen einschränken, verhängen werde. Ein Gesetz dazu werde gerade im Zusammenhang mit dem Fall But vorbereitet. (André Ballin/DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2011)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Viktor Bout, Waffenhändler

Share if you care.