Referendum in Griechenland

Papandreou muss weg

Kommentar | Markus Bernath , 2. November 2011, 17:59

Der griechische Regierungschef will mit der sicheren Niederlage bei einem Referendum in Schönheit sterben

Je schneller der griechische Regierungschef abtritt, umso besser für Europa - und die Griechen. Mit seiner einsamen Entscheidung für ein Referendum über Sparkurs und internationale Milliarden-Kredithilfe hat sich Giorgos Papandreou als Hasardeur ohne Verantwortung geoutet. Hier sind vier Argumente für den Rücktritt:

Papandreou hat beim EU-Gipfel vergangene Woche seinen Plan, mit einer Volksabstimmung die Vereinbarung über teilweise Erlassung der griechischen Schulden und mehrjährige Kredithilfe in die Luft zu jagen, nicht erwähnt. Papandreou hat - erstens - die Europäer getäuscht. Er nimmt zweitens auch in Kauf, dass die Finanzmärkte bis Dezember oder länger neuerlich verunsichert werden, weil sie auf den Ausgang seines Referendums warten sollen.

Drittens: Papandreous innenpolitisches Taktieren ist verwerflich. Die Griechen versucht er zu erpressen: Sie sollen Ja sagen zur Pasok oder den Untergang wählen.

Papandreou ist, viertens, selbst nicht überzeugt vom Sparkurs. Mit der sicheren Niederlage bei einem Referendum will er in Schönheit sterben. Politische Führungsstärke aber heißt, die Kritik am Sparkurs auszusitzen oder zurückzutreten. Seine Pasok-Partei hat am Freitag die Chance, bei einer Vertrauensabstimmung diese Farce zu beenden und Neuwahlen den Weg zu ebnen. Soll dann die oppositionelle Nea Dimokratia regieren und die Realität des Sparzwangs schlucken, die sie jetzt nicht wahrhaben will. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 104
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Don Quixote1
20
4.11.2011, 14:34
Jössas na!

Da will einer eine demokratische Legitimation bevor er es seinen Leute antut. Pfui Teufel!

Alexander75
00
4.11.2011, 09:26

na, wenn die Finanzmärkte beunruhigt werden könnten...
die materialistische Ehrlichkeit mancher Journaillen ist schon überwältigend in diesen Tagen...

powidl
01
3.11.2011, 17:47
Ihr Geriechenlandartikel hat leider Österreichniveau!

asdf 1234
23
3.11.2011, 14:26
@markus bernrath

offenbar sind Sie nicht dazu bereit, das letzte griechische Wahlergebnis zu akzeptieren, wie ich Ihrem Artikel entnehme. Das nenne ich nicht unbedingt ein"demokratisches Verständnis":-((
Und wenn Sie sich etwas schlau gemacht hätten:
Die Einführung des Eurobargeldes geschah in GR 2003. Damals regierte imo die ND.

cipf
 
05
3.11.2011, 14:23

Die ganze "Griechenlandhilfe" ist in Wirklichkeit nix anderes als Stützung der Großbanken in Frankreich und Deutschland durch den Europäischen Steuerzahler.
Und, mit den Banken, werden natürlich auch Gewinne dieser Institute privatisiert und deren Verluste veröffentlicht.

Es ist schon eine Zumutung, dass der Herr Papandreou sein Volk darüber abstimmen lassen will, ob die Finanzmafia weiter Gewinne auf Steuerkosten machen darf oder nicht.
Pöser Pube. Werft ihn zu Poden den Purschen!

Stef Hoche
00
3.11.2011, 15:36
sie haben leider

nur zum teil recht... ein kippen der großbanken birngt unser gesamtes finanzsystem zum wanken... das gehört grundlegend reformiert, damit so etwas nicht passieren kann. bis dahin bleibt uns nur leider nichts anderes übrig, als die ackermanns europas wieder einmal zu retten....

Idefix der zweite
 
00
4.11.2011, 14:48

Solange die Grossbanken von einer Katastrophe zur nächsten gerettet werden, wird sich aber leider an unserem Finanzsystem nichts ändern.

Vielleicht wäre ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.

Reich sein muss sich lohnen!
00
3.11.2011, 15:47
So wie 2008...

Hat ja super geklappt, das mit den grundlegenden Reformen.

Stef Hoche
00
3.11.2011, 15:51
habe ja

nicht behaptet, daß es geklappt hat... ich befürchte diesmal wird sich auch nichts ändern

cipf
 
12
3.11.2011, 15:44

Nun da sind wir geteilter Meinung :-))

Ich bin für zerschlagen und dann neu wieder aufrichten.
Das System hat jegliche Selbsreinigungskraft verloren. Und die Politiker stecken zu tief drinnen und haben zu wenig Verständnis für das Funktionieren der Systeme.

Lasst sie krachen. Und das Finanzsystem gleich mit dazu.
Die Realwirtschaft hat mit den Konstrukten der Finanzmafia nicht viel zu tun.

Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende :-))

Idefix der zweite
 
00
4.11.2011, 14:50

Wenn ich nach dem Posting von Stef Hoche weitergelesen hätte, hätte ich mir meine Antwort auf ihn sparen können :)

black fazer
 
02
3.11.2011, 14:17

Sehe ich nicht so - dachte zuerst auch, dass Sie dem Hrn. Ministerpräsidenten Ouzo intravenös verabreicht haben. Heute denke ich mir - endlich, spricht jemand aus was Sache ist "die Griechen stimmen darüber ab ob sie aus dem EURO rauswollen oder nicht". Hat lange gedauert und musste extrem auf die Spitze getrieben werden. Dem Volk ist die Wahrheit zuzumuten - ein Austritt aus dem EURO wäre für Griechenland die endgültige Katastrophe - das will kein Grieche und das verstehen die Griechen auch.

Der Kirk der jetzt eine Tochter hat
00
5.11.2011, 10:18

Dem ist das wohl der griechen genauso wichtig wie weiland kreisky als er über zwentendorf abstimmen ließ. Der will an der macht bleiben, nichts anderes war die ankündigung einer volksabstimmung.

www.banken-volksbegehren.at
08
3.11.2011, 13:59
Unwahre Worte.

Es wird hier von "Sparkurs" geschrieben. Das ist aber nicht gemeint, denn "sparen" ist das Anhäufen von Guthaben. Gemeint ist "kürzen". Es ist wichtig, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen.

"Stimmen die Namen und die Begriffe nicht, so ist die Sprache konfus. Ist die Sprache konfus, so entstehen Unordnung und Misserfolg." (Konfuzius)

YuandI
14
3.11.2011, 13:31
Finanzdiktatur

Wenn also ein Regierungschef politisch in die Enge getrieben wird, und sich Freiräume für eine demokratische Lösung schaffen will, dann muss er also, laut Markus Bernath weg.
Ich meine, Papandreou hat wegen den Widerständen in Griechenland gar keine andere Wahl zu diesem Schritt.
Dass die Euro-Politik stümperhaft geschieht, kann man einen Papandreou nicht in Form von "Täuschung" anlasten. - Sind die Eu-PolitikerInnen derart "blendbar" - na dann gute Nacht bei der unübersichtlichen Euro-Krise.

Wie politisch blind muss man sein, dass man - im Prinzip - HILFLOSE Euro-Rettungskonzepte als Maßstab für vernünftig politisches Agieren nimmt.

Man hat lange genug die Rechnungen ohne den Wirt gemacht. Der Wirt ist eben die Bevölkerung.

Oh my God !
11
3.11.2011, 13:49

Von der Wiege der Demokratie zum Grab der EUdSSR

http://www.ef-magazin.de/2011/11/0... er-unwille

Wolfgang Mizelli
04
3.11.2011, 10:53
Finanzmärkte

Wer zum Teufel ist das? Wie sehen die Frauen und Männer aus, die bei jeder Gelegenheit irrational(?) kaufen oder verkaufen? Und warum muß frau diese Leute beruhigen? und wer beruhigt mich? Ich hab keine Aktien, Anlagen, oder sonstige Finanzprodukte außer einem Girokonto und einem kleinen Sparkonto. Ich weiß nur: Ich mag den Reichtum anderer nicht mehr finanzieren.

Rose Bud
00
3.11.2011, 11:24
Die Finanzmärkte

...sind wir eigentlich alle. Auch Ihre Versicherung legt das Geld aus Ihren Prämien an den Finanzmärkten an. Und Ihre Bank macht das auch.

p.p.
02
3.11.2011, 12:23

Wenn ich mein Geld der Bank leihe (spare) oder auch meine Versicherungsprämie zahle, ist es nicht mehr mein Geld.

Ich bin nicht Finanzmarkt, höchstens seine Milchkuh.

Rose Bud
00
3.11.2011, 12:30
Dachte der Österreicher...

...und sagte "Muh"!

p.p.
00
3.11.2011, 20:23

RE..... der Österreicher..

Wenn den Name Rose auf eine weibliche Person hindeutet, haben sie sich eindeutig im Geschlecht geirrt.

ichbinsofrei.net
00
3.11.2011, 12:08

Werden Bankkunden gefragt, ob man, und wenn ja, wo und wie man anlegen soll?

Rose Bud
00
3.11.2011, 14:24
Nein

Da gibt es ganz genaue gesetzliche Regeln dafür, wie angelegt werden darf.

WalterK..
28
3.11.2011, 10:46
Selten so ein oberflächlicher Kommentar

Selten so schlecht recheriert.
Alles böser Panadreo. Wie die Situation in Grichenland ist - wurscht.

Nathaniel Winerib
02
3.11.2011, 10:56

sie waren zumindest bei der recherche des namens des griechischen premiers aeusserst gewissenhaft.

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