Neue Datenschützer-Vorwürfe gegen Facebook

2. November 2011, 17:58

Online-Netzwerk soll Verhalten von Nutzern im Internet verfolgen

Die deutschen Datenschützer verstärken den Druck auf Facebook mit neuen Vorwürfen. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hält dem weltgrößten Online-Netzwerk nach einer umfangreichen Prüfung vor, falsche Angaben über den Einsatz sogenannter Cookies zu machen. Das sind kleine Dateien, mit denen zum Beispiel eine Website einen Nutzer wiedererkennen kann. "Das Ergebnis der Prüfung erweckt den Verdacht, dass Facebook Trackingprofile der Nutzer erstellt", erklärte Caspar. Das hieße, dass Facebook auch die Aktivitäten von Nutzern im Netz nachverfolgen kann. Facebook bekräftigte in einer Reaktion abermals, dies werde nicht gemacht.

Cookies

Facebook versicherte bisher stets, die insgesamt vier verschiedenen Cookies würden vor allem für mehr Nutzer-Komfort, Personalisierung, Sicherheit und Jugendschutz eingesetzt. Laut Caspar zeigte sich bei der Überprüfung aber, "dass die Angaben von Facebook über den Zweck dieser Cookies im Wesentlichen nicht zutreffen". Ein Nutzen sei nur bei rein optionalen Funktionen entdeckt worden, die von den Menschen erst aktiviert werden müssten. "Dass durch das Setzen der Cookies tatsächlich nur die Erhebung solcher personenbezogener Daten eines Nutzers ermöglicht wird, die für die Nutzung des Dienstes erforderlich sind, erscheint sehr zweifelhaft."

Szenarien

Die Datenschützer analysierten bei ihrer Untersuchung, ob sich die Facebook-Seite mit und ohne die Cookies unterschiedlich verhält. Dafür spielten sie mehrere Szenarien durch, bei denen die Cookies laut Facebook zum Einsatz kommen könnten - zum Beispiel wenn Kinder im Alter unter 13 Jahren versuchen, ein höheres Alter anzugeben. Die Datenschützer simulierten auch, bei einem Account sich wiederholt mit einem falschem Passwort anzumelden oder den Fall, wenn ein Zugang zu einem Konto wiederhergestellt werden muss.

Caspars Team kam nach den Tests zu dem Schluss, dass die von Facebook genannten Aufgaben auch mit "deutlich restriktiveren, datenschutzfreundlicheren Parametern der Cookies" erledigt werden könnten. Die Cookies seien aber "in der Lage, den Browser bzw. Benutzer im Sinne eines durch Facebook jederzeit auflösbaren Pseudonyms eindeutig zu identifizieren".

"datr"-Cookie

Die Datenschützer stören sich vor allem daran, dass das sogenannte "datr"-Cookie für zwei Jahre auf dem Computer bleibe, auch wenn ein Facebook-Nutzer sein Konto bei dem Dienst deaktiviert habe - oder auch wenn jemand, der kein Mitglied des Netzwerks ist, eine Facebook-Seite besuche. Dieses Cookie werde von Facebook-Plugins auf anderen Websites erkannt, es könne zumindest bei Mitgliedern eindeutig einem bestimmten Nutzer zugeordnet werden.

Caspar sagte, das Setzen von Cookies lasse sich mit der bisherigen Argumentation von Facebook nicht rational begründen. "Die Argumentationslast, wonach die Cookies nicht für Trackingzwecke benutzt werden, liegt hier klar auf Seiten von Facebook. Andere Zwecke sind für uns gegenwärtig nicht ersichtlich", sagte Caspars Mitarbeiter Ulrich Kühn. Damit liege Tracking als Verwendungszweck der Cookies sehr nahe, wenn sie schon nicht die Funktionen erfüllen, für die sie laut Facebook eingerichtet werden.

Kommunikationskanal

Facebook beharrt darauf, dass die Aktivitäten von Nutzern im Internet nicht verfolgt würden. Das Netzwerk habe einen "offenen Kommunikationskanal" mit Caspar und seinem Team und hätte gern bereits während der Untersuchung die für die Prüfung nötigen technischen Informationen zugeliefert, sagte eine Sprecherin.

In Deutschland geht bereits der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert gegen Facebook-Fanseiten und den Gefällt-Mir-Button vor. Er sieht in ihnen einen Verstoß gegen Datenschutz-Bestimmungen und forderte alle öffentlichen Stellen im Bundesland auf, sie nicht mehr zu verwenden. (APA)

 

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Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
pussycat.1337
00
3.11.2011, 22:30

wer probleme mit facebook hat, der soll sich einfach nicht anmelden. wer sich anmeldet ist mit den agb von facebook einverstanden. ist doch simple. diese raunzer gemma am oarsch.

i po
00
3.11.2011, 08:16
"sich wiederholt mit einem falschem Passwort anzumelden"

wenn FB Cookies braucht, um zu prüfen, ob man sich nicht eh schon 64x in den letzten 3 sekunden mit unterschiedlichen passwörtern angemeldet hat, haben die aber auch noch ein anderes problem als datenschutz.

O5
241
3.11.2011, 01:20

Die deutschen Datenschützer haben anscheinend wirklich nichts besseres zu tun als eine kostenlose Website zu attackieren die Millionen Usern jeden Tag eine Freude bereitet.

Den Kampf gegen den x-Mal schlimmeren Bundestrojaner haben diese Wappler hingegen schon längst aufgegeben...

Frau Glück
10
3.11.2011, 11:51

Jeden Tag eine Freude bereitet.... Unzählige sind schon in Suchtbehandlung wegen dieser "Freude"! Ist nur oberflächliches Kontaktieren zu hunderten "Freunden", das sozialen Umgang immer schwerer macht für die Menschen..... Ich würde sagen, facebook wäre verzichtbar!
Und da die ja mit den Daten dann handeln, sinds ganz sicher nicht drauf aus, "allen Menschen Freude zu bereiten", sondern schauen auf ihr Gschäft, ihre Werbeeinschaltungen usw., wie alle Geldscheffler! Und kostenlos wirds sicher auch nicht ewig bleiben...

Club-der-dichten-Toten
02
3.11.2011, 14:53
Unzählige sind schon in Suchtbehandlung wegen dieser "Freude"!

Unzählige sind wegen Facebooksucht in Behandlung?
Wo steht denn so etwas?

Club-der-dichten-Toten
00
4.11.2011, 13:58

Erstens steht da nirgendwo, dass "Unzählige schon in Suchtbehandlung wegen dieser "Freude" sind" und zweitens würde ich Ihnen empfehlen, ihre Quellen ein wenig sorgfältiger auszusuchen.

Dieser Referenz traue ich soweit, wie ich einen Elephanten werfen kann.

Frau Glück
00
4.11.2011, 17:16

http://www.asklubo.com/de/comput... book-sucht

Es gibt haufenweise Quellen, doch suchen Sie sich selbst welche, wenn es Sie ernsthaft interessiert und Sie nicht nur daran interessiert sind, "Gegner fertig zu machen", wie das Suchtkranke - wie etwa zum Thema Rauchen - ja soooo gerne tun bzw. versuchen! Onlinesucht (und ein Großteil davon ist es halt bezgülich facebook) ist heutzutage eine Sucht wie Spielsucht und sonstiges, wofür es spezielle Behandlungen gibt!

Club-der-dichten-Toten
02
4.11.2011, 23:02

Ich bezweifle nicht, dass für manche Menschen andere sehr viel im Internet sind und die da eventuell eine "Sucht" drin sehen.

Sie haben allerdings behauptet, dass "Unzählige schon in Suchtbehandlung wegen dieser "Freude" sind".

Und davon kann ich derzeit in Ihren Quellen nicht lesen.

Ich halte auch die "Erkennungsmethoden" auf der verlinkten Seite für - na sagen wir - ein bisschen weit hergeholt.

Alles in allem ist eine "Computer-Sucht" (wie auch immer sich die äussert) sicherlich nichts, was "behandelt" werden muss...

Frau Glück
10
5.11.2011, 14:29

Viele begeben sich auch freiwillig in Behandlung, entweder Sie wollen das nicht wissen oder Sie leben hinterm Mond, sorry! Onlinesucht ist eine Sucht wie Spielen, Trinken, Rauchen. Man kann ALLES übertreiben! Und Plattformen wie facebook verleiten halt dazu....

Club-der-dichten-Toten
00
6.11.2011, 13:09
Man kann ALLES übertreiben!

Genau.
Vor allem die Therapien...

Frau Glück
00
6.11.2011, 13:36

Das sagen auch Menschen, die nie sonstige psychische Probleme wie Depressionen gehabt haben von wegen "die sind ja nur überspannt und haben im Grunde gar nix, also keine Geldverschwendung für Therapien machen!", haben Sie es so gemeint? Klar kann man alles übertreiben, manche spielen ab und zu im Casino, andere halt krank- und zwanghaft, manche trinken ihr Achterl, andere ganze Schnapsflaschen. Und manche sind halt online bis zum Überschnappen, und leider immer mehr!

woifee 0.0
00
4.11.2011, 08:20

In seinem Sci-Fi Wissenschaftsmagazin, welches nur in seinem Kopf existiert.

Dort wurde letztens auch wieder Bewiesen, dass PC Spiele Amokläufer heranzieht.

Nikolai Shostakovich
00
3.11.2011, 09:59
"Wappler hingegen schon längst aufgegeben..."

nein! denn der wappler liebt nina!

schniggschnagg
 
04
3.11.2011, 09:54
Sie Nerd! Es geht nicht darum, daß diese kostenlose Seite mit den Nutzerdaten, die die Nutzer ihr gratis geben, macht was sie will!

Es geht darum, daß FB ihr Surfverhalten auch außerhalb der eigenen Seiten checkt. Heute hat fast jede Internetseite irgendeinen depperten FB-Button prangen. Über gespeicherte Cookies sind sie eindeutig identifiziert - wurscht, ob Sie FB-User sind oder nicht. Denn irgendwelche Freunde von Ihnen SIND dort, und haben bereits vor langer Zeit ihre Mailadresse eingegeben - seither werden sie getrackt. Die FB-App auf Smartphones hat Zugriff auf SMS und Mail (wieso eigentlich, hm?) und weiß auch über jene Bescheid, die FB freiwillig NICHT nutzen. Bundestrojaner im übrigens ist STAAT - FB ist PRIVAT. Bei letzterem ist es um ein Vielfaches einfacher, die Einhaltung von Gesetzen einzuklagen!

myope
11
3.11.2011, 08:48
genau.

wozu braucht die welt einen bundestrojaner wenn die menschen sowieso bereit sind alles von sich freiwillig an einen kostenlose webseite preiszugeben.

all die regierungen sollten nur mal bei FB nachfragen...

momodeluxe
01
3.11.2011, 07:40

so ein wohltäter, der liebe mark!

Deserteur
00
2.11.2011, 23:08
Wem nützt das jetzt? ...den Usern kaum, die haben sich mit FB's Art längst arrangiert...

Cui bono?
Alles im Dienste des reichen Google...
...um verängstigte User zu Google+ umzuleiten...

...diverse Leute profitieren dabei offenbar....

trollpower
01
3.11.2011, 07:33

eventuell haben die damit ein Problem weils illegal ist? nur so ne Vermutung...

smeexseus ...
 
00
2.11.2011, 22:59
Chrome adon´s die man haben sollte:

Adblock (blockt werbung)
http://bit.ly/ovCtNV

Flashblock (blockt flash bis man drauf klickt) http://bit.ly/tlkiLg

Siteblock (blockt nach eingabe ganze seiten zb von pop ups)
http://bit.ly/vxxhuf

Ghostery (block so schnüffel-scripts wie facebook und co)
http://bit.ly/tcgyTT

will man ganz anonym bleiben und eine "fremde ip" nutzen gibts noch https://www.torproject.org/
beschränkt aber den download solange man über das tor-netz ins internet geht!

Zitronenbaum
00
3.11.2011, 08:13

...oder man steigt auf Diaspora um, der einzigen Alternative zu Facebook bei der man überhaupt nicht gezwungen ist seinen realen Namen azugeben.

smeexseus ...
 
00
4.11.2011, 05:50

torprojekt ist aber kein sozialnetwork gell , bei tor wirst du im tor netz über mehrere server hin und her geschickt um so deine eigene identität zu verbergen , egal welche seite man besucht egal wo man runter lädt.

Bürger Europas
00
2.11.2011, 21:07

Wann wird diese Daten-Mafia endlich gestoppt!!

The Wizard of Oz
00
3.11.2011, 03:11
Nicht warten - agieren !

Von selber wird sich der Dreck nicht aufloesen.
Fordere deine von FB gespeicherten Daten noch heute an:
http://tinyurl.com/5s6wsgc

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