Asyl

Weitere Verschärfung bei Kindern von Schutzberechtigten

2. November 2011, 18:06
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    foto: urban

    Wer kein "echtes" Asyl bekommt, bleibt oft als subsidiär Schutzberechtigter in Österreich. Betroffene Familien kämpfen mit sozialrechtlichen Härten - den Nachteil haben die Kinder.

Gesetzliche Härten für subsidiär Schutzberechtigte sollen nun geändert werden – zum Nachteil der Betroffenen

Wien - Wer rechtmäßig in Österreich ansässig ist und Kinder hat, hat Anspruch auf Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld - so lautet die Theorie. In der Praxis sieht es für eine kleine, aus besonders belastenden Verhältnissen kommende Gruppe anders aus: Flüchtlinge, die als subsidiär Schutzberechtigte in Österreich leben - bundesweit rund 12.000 Personen - erhalten diese Sozialgelder nur, solange sie erwerbstätig sind.

Also zum Beispiel nicht nach der Geburt eines Kindes, also in der Karenz, und nicht als Arbeitsloser. Das führt zu sozialen Härten. Etwa bei Herrn A., der jahrelang regulär gearbeitet, eine Frau kennengelernt und mit ihr ein Kind bekommen hatte - um dann an Krebs zu erkranken und den Job zu verlieren. Als subsidiär Schutzberechtigter verlor er den Anspruch auf beide nachwuchsgebundenen Sozialleistungen.

"Startnachteil ins Leben"

So war es bisher: Eine ungerechte Situation, die vom UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, von Migrantenberatungsvereinen und der Volksanwaltschaft gleichermaßen kritisiert wurde. Vom Gesetzgeber wurde sie dadurch begründet, dass die Betreffenden ja auf die Grundversorgung rückgreifen könnten, die ihnen als Schutzsuchenden zustehe.

Was in der Praxis jedoch keine Lösung war: Grundversorgung steht subsidiär Schutzberechtigten in den meisten Bundesländern nur kurz zu, nachdem sie ihren Status zuerkannt bekommen haben. "Was unterm Strich bleibt, ist, dass Kinder aus betroffenen Familien durch die Strenge armutsgefährdeter sind als andere und daher einen Startnachteil ins Leben haben", fasst Ruth Schöffl vom UNHCR zusammen.

Weitere Verschärfung

Nun soll sich an dieser Situation etwas ändern - aber leider zum Nachteil der Betroffenen. Konkret ist geplant, den Zugang subsidiär Schutzberechtigter zu Kinderbetreuungsgeld und Familienbeihilfe durch eine Gesetzesnovelle noch weiter einzuschränken: Paragraf 2 des Kinderbetreuungsgeldgesetzes im Regierungsentwurf ist laut Kritikern so formuliert, dass künftig auch die Inanspruchnahme von bedarfsorientierter Mindestsicherung einen solchen Sozialleistungsausschluss rechtfertige.

Das stimme so nicht, widerspricht man im zuständigen Familienministerium. Vielmehr gehe es bei der Novelle "nur um eine Klarstellung, die sich aus einem Spruch des Obersten Gerichtshofs ergibt". Denn im Unterschied zu "echten" Asylberechtigten seien subsidiär Schutzberechtigte "nur vorübergehend" in Österreich.

Keine "klassischen" Asylgründe

Das sieht Schöffl anders: Immer mehr Schutzsuchende brächten keine "klassischen" Asylgründe vor. Im Fall einer Rückkehr in ihren Heimatstaat wären sie aber trotzdem gefährdet - etwa, weil in dem betreffenden Land, zum Beispiel Afghanistan, ein Bürgerkrieg tobe. "Diese Menschen erhalten subsidiären Schutz samt Zugang zum Arbeitsmarkt. Viele bleiben für ihr ganzes Leben hier."

Zudem sehe die EU-Statusrichtlinie über die Rechte Schutzsuchender eine Gleichstellung dieser Personengruppe vor. Eine Ansicht, die eine andere einflussreiche Institution teilt: Das Innenministerium steht in diesem Fall voll hinter der UNHCR-Kritik: "Europarechtlich ist das völlig klar", sagt dort ein Sprecher. (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 167
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Hanswurst1339
00
3.12.2011, 23:46
aus Faust: Der Tragödie erster Teil

SCHÜLER:
Zur Rechtsgelehrsamkeit kann ich mich nicht bequemen.
MEPHISTOPHELES:
Ich kann es Euch so sehr nicht übel nehmen,
Ich weiß, wie es um diese Lehre steht.
Es erben sich Gesetz' und Rechte
Wie eine ew'ge Krankheit fort;
Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte,
Und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;
Weh dir, daß du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
Von dem ist, leider! nie die Frage.

kleiner hüpfer
01
9.11.2011, 08:40
postings

wenn ich mir die postings hier so durchlese, glaub ich schön langsam wirklich, dass HC in nicht all zu weiter ferne bundeskanzler wird ...

Tanneh
13
8.11.2011, 12:54

Ist es nicht das Normalste auf der Welt, dass jemand nur etwas aus dem Sozialsystem bekommen sollte, wenn er auch etwas eingezahlt hat?

Licht Gestalt1
11
9.11.2011, 13:53
nein

denn wenn er nichts hat zum "Einzahlen", was dann? darum heißt es ja Sozialsystem, damit die auch etwas erhalten, die nichts haben......
so funktioniert ja auch das Gesundheitssystem,... es ist also nicht das normalste von der Welt,... für mich ist es das normalste von der Welt, wenn man alle Menschen gleich behandelt, egal woher sie kommen....

ND1
11
9.11.2011, 15:18
Liebe Frau Brickner,

Pkt1 - Gratulation zu ihrem Nick
Pkt2 - liegen auf ihrer Weltkarte keine sicheren 3.-Länder zwischen Afghanistan und Österreich?

Licht Gestalt1
01
9.11.2011, 21:44

@Pkt. 1 - Frau Brickner braucht keinen Nick, dass bin ich :-)
@Pkt. 2 - Wir "Lichtgestalten" kennen die Weltkarte sehr gut.... Es geht hier aber um die Gleichbehandlung der Kinder die in Österreich leben, wieso, warum, weshalb auch immer,
Hier wäre eh die "Gleichbehandlungskommission" gefragt....

Licht Gestalt1
01
9.11.2011, 21:03

Pkt. 1 stimmt schon mal nicht
Pkt. 2 es geht nicht um die "Weltkarte" die kennen wir "Lichtgestalten" schon auch, sondern um Gleichbehandlung der Kinder die in Ö leben, egal welcher Herkunft, wie und warum sie hier leben,.....

Karl Heinz Grasser1
156
3.11.2011, 12:30

Wenn man sogar schon anfängt gegen Asylsuchende zu wettern, hat man wohl vergessen das wärend der beiden Weltkriege halb Österreich zu Asylanten geworden ist.

jaja, das österreichische Kleid der Unschuld deckt viel Niedertracht.

Vera Rschung
 
00
7.11.2011, 23:06

Nicht zu Asylanten, sondern zu Auswanderern. Das ist ein Unterschied. Viele Österreicher wanderten in die USA aus. Aber nicht um dort um Asyl anzusuchen.

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21
3.11.2011, 16:33

Damit machst Du jetzt aber auch Stimmung gegen Migranten.
Oder hast Du verdrängt wie sehr diese Leute, die sich aus dem Staub gemacht haben, verabscheut wurden?

No limiZ
13
4.11.2011, 09:24
Wen meinen Sie mit "diese Leute, die sich aus dem Staub gemacht haben"?

Die Flüchtlinge aus Ö und D, die um ihr Leben fürchten mussten, weil sie Juden, Intelektuelle, Roma oder einfach nur anderer Meinung waren?

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10
7.11.2011, 07:34

Jene, die nach dem Krieg das Land verlassen haben, statt es aufzubauen.

Johannes Benn
16
3.11.2011, 14:45
.

der punkt ist aber: die allermeisten sind zuhause geblieben

Karl Heinz Grasser1
64
4.11.2011, 00:39

Es bleiben auch die allermeisten Afrikaner zuhausen.

Was hat es denn mit eurem kleinkarierten Fremdenhass aufsich?

Wenn ihr die Probleme lösen wollt, dann setzt euch für bessere Lebensbedingungen in den Ursprungsländern ein, anstatt hier auf die schwächsten einzuhacken.

Johannes Benn
28
4.11.2011, 10:12
.

es soll ja menschen geben die es nicht als ihre aufgabe ansehen afrikas probleme zu loesen

Karl Heinz Grasser1
51
4.11.2011, 13:05

Aber dann blöd reden wenn Menschen deswegen auswandern müssen.

Kapierts ihr das einfach nicht?

ND1
00
8.11.2011, 11:26
es gilt natürlich

auch für das was sie hier von sich geben die Unschuldsvermutung :-)

Pixelfeler
416
3.11.2011, 11:42
Man muß den Staat da schon verstehen: die Zeiten waren schon besser, die wirtschaftliche Zukunft ist nicht gerade rosig, wir können

uns das geschickte, leider sehr hohe Sozialkosten verursachende, Einwandern-by-Kind nicht auf Dauer leisten.

Diese "Asyl"schiene muß weiter unattraktiv gemacht werden, das spricht sich in den Heimatländern rum - und schon können wir das Geld verwenden um echten Flüchtlingen zu helfen.

Licht Gestalt1
30
4.11.2011, 22:42
was bitte sind echte Flüchtlinge???

und diesen Staat verstehe ich schon lange nicht mehr.... wenn er bei den Ärmsten der Armen sparen will.... aber sie sich sonst sehr gerne selbst "bedienen".....

masterpiece
05
3.11.2011, 11:33
wer kein asylbedingtes bleiberecht bekommt..bleibt schlicht viel zu lange hier..!

Johannes Benn
213
3.11.2011, 11:25
.

das problem mit "nicht klassischen asylgruenden" ist folgendes: in subsahara afrika leben heute 750 mio menschen (und 50 jahren etwa 2 milliarde). von diesen 750 mio liegen fuer schaetzungsweise mind. 80% nicht klassische asylgruende vor. vielerorts herrscht buergerkrieg, staatliche armeen und private soeldnertrupps ueberschneiden sich, staatlicher terror ueberschneidet sich mit kriminalitaet, ueberall herrscht allgemein hohe kriminalitaet, und ueberall sind die lebensbedingungen schwierig und nahe am existenzminimum. nun eine frage an die asylbefuerowrter: kann es in dieser situation helfen die paar wenige im jahr aufzunehmen die irgendwie das geld (mehere tausend euro) fuer den transit auftreiben koennen?

Licht Gestalt1
20
4.11.2011, 21:58

was sie in ihrer Auflistung vergessen, oder nicht sehen wollen.... es geht hier um "Einzelschicksale", die Kinder sind schon hier und sie bedürfen unseres Schutzes unserer Achtung und unseres Mitgefühls, sie sind endlich in Sicherheit...... und wir jammern hier alle auf sehr hohem Niveau,....
Ich verstehe alle diese negativen Postings überhaupt nicht.... und diese immer wieder auch im Standard, ich will gar nicht in die Krone "hineinschauen"...

Ernst Kratochwil
02
5.11.2011, 10:12
es geht hier um "Einzelschicksale",....

"Zwölftausend" Einzelschicksale?

Und zigtausende, möglicher neuer Einzelschicksale, im Anmarsch.

Die Verfasser der für Sie negativen Postings werden wieder Sie nicht verstehen. Das gleicht sich aus.

wurm83
 
111
3.11.2011, 13:32
so lange diese umstände deshalb herrschen

damit wir weiter billig unsere diamanten, öl, rohstoffe, arbeitsleistung etc. beziehen können sind wir natürlich auch in der moralsichen verantwortung!

wenn wir einem afrikansichem bauern das gleiche für eine stunde arbeit bezahlen wie einem österreichischem, dann können wir uns zumindest einmal aus allen wirtschaftlichen"verantwortungen" raushalten!

aber ich gebe ein beispiel was wir wirklich machen...wir subventionieren unsere eigenen bauern über alle maße und haben jedes jahr sehr hohe überschüsse...

diese überschüsse verscherbeln wir dann zu unmenschlich tiefen preisen in afrika die sogar noch niedriger sind als die der afrikansichen bauern (weil bevor mans wegschmeist....)

Norbert Dichand
211
3.11.2011, 14:33
Ich beziehe keine Diamanten, Öl, Rohstoffe...

...oder Arbeitsleistung aus Afrika.

Maximal irgendwelche Firmen die mir etwas verkaufen haben dort etwas eingekauft - nicht mit Gewalt erobert wohlgemerkt.

Dieses ewige "due Europäer sind so gemein und die Afrikaner so arm" klingt immer bissi als ob die Afrikaner eine Besachwalterung bräuchten, weil offensichtlich verkaufen die Rohstoffe, Arbeitsleistung etc... entgegen deren eigenen Interessen? Zumindest stellen Sie das so dar.

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