Klein-Schilda am Wiener Westbahnhof

2. November 2011, 18:07
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Reisende sind verärgert über das Fehlen von Uhren und Umwege auf Rolltreppen

Wien - Die Ergebnisse des Umbaus am Wiener Westbahnhof verärgern nicht nur den einen oder anderen Fahrgast. Denn dass es beispielsweise keine gut sichtbaren Uhrenanzeigen mehr gibt, habe schon zu so mancher Attacke mit dem Kugelschreiber geführt, erzählt ein ÖBB-Mitarbeiter.

Täglich müsse er sich deswegen beschimpfen lassen. Uhren sind trotzdem nicht in Planung. "Die Uhr müssen die Leute jetzt selber mitbringen, am Handgelenk", meint der Zugbegleiter. Namentlich genannt werden möchte er nicht - interne Kritik könne nun mal schnell zu einem Disziplinarverfahren führen. Nebst den Uhren wird es am neuen Westbahnhof auch an größeren Anzeigetafeln mangeln. Wie ein Ehepaar aus München, das seinen Zug sucht, haben auch besonders ältere Fahrgäste ihr Problem mit den Monitoren.

Zaghaft beschilderter Lift

Bis auf die bereits installierten blauen Bildschirme, auf denen die Uhrzeit digital angezeigt wird, ist kein zusätzlicher Info-Service für die Reisenden geplant. Dafür soll es bis zu 500 Fahrradstellplätze rund um das Bahnhofsgelände geben.

Viele Gedanken haben sich die Projektplaner von ÖBB und der deutschen ECE Consulting gemacht, um die Shoppingmeile in der Bahnhofcity zu beleben: Die Rolltreppen von der U-Bahn bis zur Bahnhofshalle sind so angelegt, dass die Fahrgäste in Zukunft an den Geschäften vorbeimüssen - es sei denn, sie finden den Lift, der, sehr zaghaft beschildert, direkt in die Kassenhalle führt.

"Den habe ich überhaupt nicht gesehen", sagt eine Frau, die zum Zug eilt. Zeit für ausgedehnte Einkaufstouren in den 90 Geschäften auf 17. 000 Quadratmetern wird sie auch nach Eröffnung am 23. November nicht haben, meint sie. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2011)

  • Viele schleppen ihre Koffer noch in die Halle.
    foto: herrnböck

    Viele schleppen ihre Koffer noch in die Halle.

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