Öffi-Tarif-Dschungel in Ostösterreich wird durchforstet

  • S-Bahn, Zug und andere Öffis zum selben Tarif - das soll der Vor 
sicherstellen. Bis Ende April 2012 muss man sich dort eine Tarifreform 
überlegen.
    foto: dapd/punz

    S-Bahn, Zug und andere Öffis zum selben Tarif - das soll der Vor sicherstellen. Bis Ende April 2012 muss man sich dort eine Tarifreform überlegen.

Nach den Wiener Linien plant nun auch der Verkehrsverbund Ost-Region eine Tarifreform

Wien - Dass Tarife für öffentliche Verkehrsmittel erhöht werden, passiert in schöner Regelmäßigkeit - gesenkt werden sie praktisch nie. Außer in Wien, wo ab Mai 2012 die Jahres- und Monatskarte der Wiener Linien billiger werden, während der Preis für einen Einzelfahrschein steigt. Das wirkt sich auch auf die Pendler aus dem Umland aus. Die werden von unterschiedlichsten Verkehrsträgern transportiert, die im Verkehrsverbund Ost-Region (Vor) zusammengefasst sind, einer Organisation, in der die Länder Wien, Niederösterreich (je 40 Prozent) und Burgenland (20) beteiligt sind. Hauptaufgabe des Vor: eine einheitliche Tarifgestaltung. Das Motto: Wo immer man ein Ticket erwirbt, es gilt überall.

Die Wiener Tarifreform im Alleingang kommt für den Vor-Prokuristen und burgenländischen Verkehrskoordinator Peter Zinggl zu einem durchaus günstigen Zeitpunkt. "Wir haben beim Vor ohnehin seit längerem schon eine Reform im Auge." Es habe sich nämlich ein ziemlicher Wildwuchs bei den Tarifen entwickelt, das gehöre vereinfacht. Zusätzlich möchte das Burgenland zwei weitere Verkehrsverbünde an die Ostregion andocken. "Wir haben mit Niederösterreich einen im Mittelburgenland und mit der Steiermark im Süden. Darüber wollen wir auch sprechen."

Anfang Dezember findet die Generalversammlung statt. Da wird das weitere Vorgehen beschlossen oder zumindest besprochen. So, wie die Spatzen das von den Eisenstädter Dächern pfeifen - die einzelne Vor-Zone wird im Gleichklang mit Wien teurer, die Zeitkarten aber nicht billiger -, kann es Peter Zinggl aber nicht bestätigen. Dementieren allerdings auch nicht.

Kompliziertes System

Auch im Büro des niederösterreichischen Verkehrslandesrates Karl Wilfing (VP) will man derzeit nur bestätigen, dass das Tarifsystem reformiert werden soll. Denn das ist ziemlich kompliziert: So gibt es einzelne Gemeinden, die in zwei verschiedenen Zonen liegen. Zur Diskussion steht auch, dass kürzere Strecken weniger kosten sollen, also nicht wegen ein oder zwei Stationen für die gesamte Zone bezahlt werden muss.

Zudem macht man sich in Niederösterreich und im Burgenland Sorgen, dass Wien mangels Einkünften aus dem Ticketverkauf künftig weniger in den Vor einzahlen könnte. Die VP-Klubobmänner Klaus Schneeberger und Rudolf Strommer fürchten, dass "unsere Pendler für Wahlzuckerln zur Kasse gebeten werden" könnten. Der Wiener Beitrag zum Vor sei Angelegenheit der Stadt, heißt es dazu bei den Wiener Linien. Grundsätzlich baue das Tarifsystem des Vor auf den Einzelfahrscheinen auf, und da könnte es eine Anpassung an Wien geben, sagte eine Sprecherin. Im Klartext: Einzelne Tickets könnten in der gesamten Ostregion teurer werden. Stichtag für die Verhandlungen ist der 1. Mai 2012, dann tritt die Öffi-Tarifreform in Wien in Kraft.

Eine weitere Neuerung für den Vor bringt die "Westbahn" von Hans Peter Haselsteiner, die ab dem 11. Dezember von Salzburg nach Wien rattert. "In Salzburg und Oberösterreich sind wir bereits Teil der Verkehrsverbünde", sagt Sprecher Manfred Mader. "Mit dem Vor stehen wir noch in Verhandlung, sind aber zuversichtlich, auch dort bis zum Start dabei zu sein." (hei/moe/wei, DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2011)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 82
1 2 3

Die wohl akuteste Forderung: Schafft die Unterscheidung von Außen- und B-Zonen ab! Es gibt ja wohl keinen vernünftigen Grund, Zeitkarten zu verkaufen, die nicht auch in den Bussen der Zonen gelten.

Angesichts des Preisunterschieds ist das wirklich nur mehr eine Frotzelei. zB:
3 Außenzonen: 78,30 EUR
3 B-Zonen: 78,60 EUR.

Und die noch größere Frotzelei ist es, dass man die B-Zonen-Karten auch nicht am Automaten bekommt.

Pendelerprobleme lösen!

1. Erweiterte Zone 100
2. P+R im Umland für Pendler günstig oder gratis
3. Pendlerpauschale reformieren (ökologisch, sozial)
4. Parkraumbewirtschaftung in Wien
5. Investitionen in Bahn und Rad (auch in Kombination)
6. Mietwagen an allen Bahnhöfen

Zeit wird's

Ich wohne in Wien, mein Arbeitsplatz ist in Niederösterreich knapp außerhalb der Stadtgrenze.

Der Hauptgrund, warum ich nach wie vor mit dem Auto zur Arbeit fahre:
Ich müsste zusätzlich zur Jahreskarte für Wien noch >370 Euro für das kurze Stück außerhalb Wiens zahlen. Damit könnte ich dann zwar bis wasweißichwohin raus fahren, aber wozu brauche ich das?

Wäre jetzt interessant wo genau, denn am Stadtrand gibt es einige Zonenüberlappungen die sie ev. ausnutzen könnten.

Nützt mir auf meiner Strecke leider nichts, soweit habe ich mich schon schlau gemacht.

Gerneral-ABO österreichweit statt Fleckerlteppich

werden wir das Netzticket für ganz Österreich noch erleben ?

Die föderal verwalteten schweizer Kantone können das, was ist ihr Geheimnis ?

Die Bures hatte das österreichische Generalabo eh schon in der Schublade. Bloß kam dann die Bankenkrise, und seitdem liegt die Sache auf Eis.

vermutlich haben die Ahnung von der Wirtschaft......

eine hohe Auslastung senkt die Verluste durch die starre Subventionierung am schnellsten..... aber sagen sie dass mal unseren Beamten!

mfg

Da fällt mir ein ...

Ich hab vor einiger Zeit für dieselbe Strecke VVO/ÖBB an zwei Tagen, jeweils hin und retour, also vier Fahrten, VIER verschiedene Beträge bezahlt. Das fand ich schon seltsam ...

bitte um Aufklährung

"Wir haben mit Niederösterreich einen im Mittelburgenland und mit der Steiermark im Süden. Darüber wollen wir auch sprechen." - könnte mir bitte jenmand den Sinn dieser Auissage erklähren? Danke!

im Burgenland gibt es 3 verschiedene Verkehrsverbünde:

VOR
VVNB
und den steirischen Verkehrsverbund
+den ÖBB Tarif für Kunden mit Vorteilscards
auch teilweise abhängig ob man die VC Senior, Familie, Classic, etc. hat


Alles in allem einfach nur kranke Bürokratie...

Der steirische Verkehrsverbund reicht sogar auf einigen Buslinien bis nach Wien hinein.

Beim Lesen der diversen Beiträge hier

rauscht mir der Kopf. Zone 100, Kernzone, VOR-Zone, Wiener Linien etc.. Und da wundert sich wirklich wer, dass viele die Öffis meiden wie der Teufel das Weihwasser?

Die denkresistenten haben glücklicherweise ein Pickerl auf der Tankdeckelinnenseite.

und den Spritpreisrechner von der AK, damit sie 20km zur um 1ct billigeren Tankstelle fahren.

Ja, für die Nutzung des ÖV ist ein Mindestmaß an Intelligenz erforderlich.

Da weiss zumindest jeder was er tanken soll.

Oder wärs besser so: Falls sie innerstädtisch tanken, bitte nur bei OMV tanken, bei Überlandfahrten können sie wie gewohnt tanken und bei Verhältns 50:50 bitte 50 % an dieser Zapfsäule und 50 % bei der Nachbartankstelle.......
Solange ich mich mit diesemTarif-Dschungel herumschlagen muss, kommt für mich ohnehin nur das Auto in Frage. Von der Garage in NÖ in die Garage in Wien und zurück. Zuverlässig, bequem und vor allem wesentlich schneller.

Scheinargument

Wenn man immer den gleichen Weg hat, reicht es, sich einmal zu informieren.
Täglich nutzen Hunderttausende das Angebot - es kann offensichtlich keine unüberwindbare intellektuelle Hürde sein.

Sie sagen es - wenn ich täglich fahre......

Österreich soll das General Abonnement einfuehren!

Die Schweiz zeigt mit rd. einer halben Mio. GAs bei nichtmal 8 Mio Einwohnern, dass das funktionieren kann, einfach ist, und eine super Idee ist. Die dafuer notwendigen Förderungen sind lächerlich im Vergleich zu dem Geld, das jetzt schon sinnlos in der ÖBB und im öffentlichen Verkehr verbraten wird.

ja gut - und die landesfürsten dürfen nichts mehr darin rumwerkeln

reform..

...heisst immer: alles wird teurer. und das war's dann meist auch schon.

Solange ich kein durchgehendes Ticket von Linz nach Schwechat kaufen kann, weil die Ubahn dazwischen liegt...

"Die Fahrplandaten können nicht gelesen werden
Bitte führen Sie die Fahrplanabfrage erneut durch"

Posting 1 bis 25 von 82
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.