Fall Cain: Gutachten attestiert Verdächtigem Persönlichkeitsstörung

2. November 2011, 16:05
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Laut "News": Gerichtspsychiater Haller stellte "geistig-seelische Abnormität höheren Grades" fest

Bregenz - Kurz nach Fertigstellung des gerichtspsychiatrischen Gutachtens des Tatverdächtigen im Fall Cain wurden erste Details daraus bekannt. Demnach soll der 26-Jährige, der den dreijährigen Cain zu Tode geprügelt haben soll, an einer schweren Persönlichkeitsstörung leiden – er sei jedoch zurechnungsfähig. Das berichtet das Magazin "News" in seiner morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf die von Gerichtspsychiater Reinhard Haller erstellten Expertise.

Haller attestierte dem tatverdächtigen Lebensgefährten der Mutter Cains eine "geistig-seelische Abnormität höheren Grades". Es bestehe die Gefahr, dass er "weiterhin Taten mit schweren Folgen begehen könnte". Haller empfahl daher im Fall einer Verurteilung nach Verbüßung der Haftstrafe die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der Pflichtverteidiger des Verdächtigen, Edgar Veith, hatte sich im Vorfeld erfolglos gegen die Bestellung Hallers zum Gutachter gewehrt, weil er dessen Unabhängigkeit anzweifelte. Der Gerichtspsychiater habe sich bei einer Podiumsdiskussion bereits öffentlich zu dem Fall geäußert und dabei von Mord gesprochen, so die Begründung.

Die zuständige Sachbearbeiterin arbeitet laut der Staatsanwaltschaft Feldkirch derzeit an einer Gesamtbeurteilung des umfangreichen Akts und werde anschließend einen Vorhabensbericht an die Oberstaatsanwaltschaft in Innsbruck schicken. Der Verdächtige sitzt weiter in Untersuchungshaft, die nächste Haftprüfungsverhandlung muss bis spätestens 7. November stattfinden. (APA)

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