EFSF verschiebt Ausgabe von Anleihen

2. November 2011, 13:36
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Brüssel - Aufgrund der Nervosität an den Finanzmärkten hat der Euro-Rettungsfonds EFSF die Aufnahme von 3 Mrd. Euro zur Finanzierung des Hilfsprogramms für Irland verschoben. Die seit langer Zeit geplante Ausgabe von Schuldscheinen werde in diesem Moment nicht stattfinden, sagte EFSF-Sprecher Christof Roche am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Als Begründung nannte er die verschlechterten Marktbedingungen. Der EFSF leiht sich selbst an den Finanzmärkten das Geld, mit dem Schuldenländer wie Irland im Rahmen von Hilfsprogrammen unterstützt werden.

Der EFSF hatte am Montag angekündigt, zehnjährige Anleihen auszugeben und sich so am Markt 3 Mrd. Euro zu besorgen. Mit dem Geld sollte demnach eine weitere Hilfszahlung für Irland finanziert werden. Die Ausgabe der Anleihen solle bald geschehen, jedoch nicht mehr in dieser Woche, sagte der EFSF-Sprecher. Neben Irland bekommt auch Portugal Geld aus dem EFSF, ein weiteres Hilfsprogramm war auf dem Euro-Krisengipfel in der vergangenen Woche für Griechenland beschlossen worden.

Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou hatte jedoch bei Euro-Partnern und an den Finanzmärkten mit der Ankündigung für Verunsicherung gesorgt, die Gipfelbeschlüsse von einer Volksabstimmung absichern zu lassen. Die Zustimmung der Griechen zu der Unterstützung, die als Gegenleistung weitere Einsparungen vorsieht, gilt als unsicher. Der Gipfelbeschluss sieht auch einen Forderungsverzicht von Banken und anderen privaten Gläubigern in Höhe von 50 Prozent vor. Die am Montag angekündigten Pläne Papandreous hatten besonders die Aktien der Finanzhäuser abrutschen lassen.

Aus Bankkreisen hieß es, mit der Ausgabe der EFSF-Anleihen werde nun in der kommenden Woche gerechnet. Dann könnten sowohl die Beschlüsse des G-20-Gipfels im französischen Cannes am Donnerstag und Freitag sowie das Ergebnis einer für Freitag geplanten Vertrauensabstimmung über die Regierung in Athen die Lage beruhigt haben. (APA)

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