Putin ehrt kritischen Journalisten

2. November 2011, 13:03
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Kritiker: "Zynisch" Beketow wegen seines Engagement gegen Autobahnbau zum Invaliden geprügelt

Moskau - Russlands Regierungschef Wladimir Putin (59) hat mitten im Wahlkampf überraschend einem regierungskritischen Journalisten einen Staatspreis zuerkannt. Putin-Gegner nannten die Auszeichnung für Michail Beketow, der 2008 wegen seines Einsatzes gegen einen Autobahnbau zum Invaliden geprügelt worden war, „zynisch".

Beketow sei von Unbekannten zusammengeschlagen worden, da er gegen ein Staatsprojekt gekämpft habe, kommentierte die Zeitung „Moskowski Komsomolez" am Mittwoch. „Jetzt lobt Putin seine Standhaftigkeit - wie paradox!"

Der 53-jährige Journalist der Zeitung „Chimkinskaja Prawda" sitzt seit dem Überfall im Rollstuhl und kann kaum mehr sprechen. Beobachter sehen einen Monat vor der Duma-Wahl in Russland die Entscheidung Putins, dem Kritiker eine Knebelung der Medien vorwerfen, als Propaganda-Schachzug.
Der Regierungschef zeichnete auch eine Journalistin der Zeitung „Nowaja Gaseta" aus, für die die 2006 ermordete Putin-Gegnerin Anna Politkowskaja gearbeitet hatte. Putin will 2012 als Präsident in den Kreml zurückkehren. (APA/dpa)

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