Modekunden greifen bei Hugo Boss zu

2. November 2011, 12:40
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Der Modehersteller macht in seinen eigenen Filialen gute Geschäfte, übertrifft die Erwartungen und hat bereits ein Rekordjahr im Visier

Stuttgart - Der größte deutsche Modehersteller Hugo Boss schlug im dritten Quartal erneut mehr Damen- und Herrenbekleidung los und steuert damit 2011 abermals auf ein Rekordjahr zu. Hugo Boss ist "gut gerüstet, um auch in einem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld weiter zu wachsen", versicherte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs im jüngsten Zwischenbericht.

Mit zweistelligem Wachstum von Umsatz und operativem Gewinn in den Sommermonaten übertraf der Konzern die Erwartungen der Börse deutlich - auch der weltgrößte Luxusartikelhersteller LVMH verzeichnete zuletzt eine robuste Nachfrage. Damit schürt Hugo Boss die Erwartung der Finanzmärkte, dass die für 2015 gesteckten Umsatz- und Ergebnis-Ziele schneller erreicht werden.

Positiver Trend setzt sich fort

"Obwohl erste Anzeichen darauf hinweisen, dass das Euro-Schuldenkrise auch das Konsumentenvertrauen schwächt, konnte sich der positive Trend in der Luxusgüterindustrie im dritten Quartal weiter fortsetzen", unterstrich der Vorstand im Zwischenbericht. Der Ausblick für die Branche bleibe positiv, im kommenden Jahr seien daher ebenfalls bessere Geschäfte zu erwarten, stellte das vom Finanzinvestor Permira kontrollierte Unternehmen den Investoren in Aussicht.

Im dritten Quartal setzte Hugo Boss währungsbereinigt mit 615 Mio. Euro 16 Prozent mehr um, das Konzernergebnis kletterte bei geringeren Zinsausgaben um 30 Prozent auf knapp 120 Mio. Euro. Den operativen Gewinn (Ebitda) schraubten die Schwaben ohne Berücksichtigung von Sondereffekten um 18 Prozent auf rund 177 Mio. Euro hoch.

An das laufende Jahr kann der mit Modemarken wie Burberry, Ralph Lauren oder Marc O'Polo konkurrierende Konzern damit einen Haken machen: 2011 werde Hugo Boss erneut mit Rekordergebnissen abschließen, bekräftigte Vorstandschef Lahrs. Der Umsatz werde ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten 15 bis 17 Prozent über der bisherigen Rekordmarke des Vorjahres von 1,73 Mrd. Euro liegen.

Vor allem die kräftige Nachfrage in den eigenen Filialen sowie die ungebrochene Kauflust der Kundschaft in China und den USA sorgten für Wachstum. Während die Erlöse im Großhandel währungsbereinigt lediglich um 9 Prozent stiegen, setzten die Hugo-Boss-Geschäfte 30 Prozent mehr um. Das Unternehmen investiert seit Jahren massiv in den Ausbau der eigenen Filialen. Bis 2015 sollen die Läden 50 Prozent zum Konzernumsatz beitragen, im Moment sind es noch rund 40 Prozent.

Auch für die nächsten Wochen rechnet Hugo Boss weiter mit guten Geschäften. Die Rückmeldungen aus dem Handel seien positiv. Vor allem die Erwartungen an die konzerneigenen Geschäfte in China und den USA sind hoch.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis werde 2011 die Bestmarke des Vorjahres von rund 350 Mio. Euro sogar um 25 bis 30 Prozent übersteigen, da unter anderem die Logistik verbessert worden sei. Steigende Beschaffungskosten sollen unter anderem durch "selektive Preiserhöhungen" ausgeglichen werden. (APA/Reuters)

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    Die weltweit schwächelnde Konjunktur bringt Hugo Boss nicht aus dem Tritt.

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