Norwegen steht weiterhin am besten da

2. November 2011, 12:53
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Kongo, Niger und Burundi Schlusslichter im UNO-Index - Österreich in punkto Geschlechter- gerechtigkeit auf 16. Rang

Berlin/Wien - Norwegen bleibt weiterhin das Land mit der besten Lebensqualität. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten neuen UNO-Bericht zur menschlichen Entwicklung hervor. Demnach bilden die Demokratische Republik Kongo, Niger und Burundi das Schlusslicht im diesjährigen Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index HDI), der 187 Staaten erfasst. Österreich liegt unverändert auf dem 19. Platz. Der HDI wurde vor 20 Jahren als Gegenmodell zu rein ökonomischen Entwicklungs-Gradmessern entwickelt. Er berücksichtigt auch statistische Daten zu Gesundheit, Umwelt und Bildung.

Viele europäische Länder unter Top-10

Zu den ersten zehn Ländern des HDI-Rankings gehören weiters Australien, die Niederlande, die USA, Kanada, Irland, Liechtenstein, Deutschland und Schweden. Werden jedoch die Ungleichheiten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen berücksichtigt (Inequality-adjusted HDI / IHDI), fallen etwa die USA vom 4. auf den 23. Platz zurück. Österreich kann sich in diesem Ranking auf den 18. Platz verbessern. Deutlichere Sprünge nach vorne machen im IHDI auch Schweden (vom 10. auf den 5. Platz), Dänemark (von 16 auf 12) und Slowenien (von 21 auf 14).

Blick über Durchschnittsperson

"Der Ungleichheit einbeziehende Index der menschlichen Entwicklung hilft uns, den Entwicklungsstand nicht nur für die sprichwörtliche statistische Durchschnittsperson, sondern für alle Segmente der Gesellschaft besser einzuschätzen", sagte Milorad Kovacevic, der Chefstatistiker des Berichts über die menschliche Entwicklung.

Geschlechtergerechtigkeit

Untersucht haben die ExpertInnen auch die Geschlechtergerechtigkeit. Führend ist diesbezüglich Schweden vor den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz, Finnland, Norwegen, Deutschland, Singapur, Island und Frankreich. Österreich liegt auf dem 16. Rang in dem "Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit" (Gender Inequality Index GII). Ausschlaggebend für die Bewertung ist die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt, die Möglichkeiten der politischen Teilhabe (politische Repräsentation und Ausbildung) sowie die reproduktive Gesundheit von Frauen (durchschnittliche Geburtenrate und Müttersterblichkeit). Schlusslicht unter den 146 untersuchten Staaten ist Jemen. Dort haben nur 7,6 Prozent der Frauen eine Sekundarschulbildung, verglichen mit 24,4 Prozent der Männer.

Einkommensungleichheit vergrößert sich global

Laut dem Bericht hat sich die ungleiche Verteilung des Einkommens fast überall auf der Welt vergrößert, wobei Lateinamerika weiterhin die Region mit der stärksten Ungleichheit sei. Allerdings habe es in den vergangenen vier Jahrzehnten auch deutliche Verbesserungen gegeben. Seit 1970 seien die HDI-Werte in den Ländern mit niedrigem Entwicklungsstand um 61 Prozent gestiegen. 72 Länder hätten zwischen 2006 und 2011 ihren HDI-Rang verbessert (Österreich um einen Platz), angeführt von Kuba (plus 10 auf Rang 51), Venezuela und Tansania (jeweils plus 7 auf Rang 73 bzw. 152). 72 Länder seien jedoch zurückgefallen, darunter Finnland (um sieben Plätze auf Rang 22).

Die schlechtesten zehn Länder der Rangliste liegen alle in Afrika südlich der Sahara: Guinea, Zentralafrikanische Republik, Sierra Leone, Burkina Faso, Liberia, Tschad, Mosambik, Burundi, Niger und Demokratische Republik Kongo. Sie leiden unter geringem Einkommen, begrenzten Bildungschancen und einer Lebenserwartung weit unter dem globalen Durchschnitt, weil viele Menschen an behandelbaren Krankheiten sterben. Durch bewaffnete Konflikte werden diese Probleme in vielen Ländern verschärft. So starben in der DR Kongo in den vergangenen Jahren mehr als drei Millionen Menschen durch Kriegshandlungen und konfliktbedingte Krankheiten. (APA/red)

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    Die NorwegerInnen haben's gut: Laut HDI-Bericht 2011 verfügen sie über das größte Ausmaß "menschlicher Entwicklung" auf der Welt.

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