Starthilfe für den Klimaschutz

2. November 2011, 16:31
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Der erste Schritt tut immer weh. Manchmal braucht es einen kleinen Schubser

Wie groß waren doch Zustimmung und Begeisterung, als Klimaschutzagenturen wie MyClimate zu Beginn des neuen Jahrtausends Möglichkeiten anboten, durch Kompensationszahlungen die eigene Reise ein wenig grüner und das eigene Gewissen ein wenig leichter zu machen.

Aber so weit scheint es mit dem grünen Gewissen bei Reisenden nicht her zu sein. Bei Studiosus beispielsweise hat seit 2007, als der Studienreiseveranstalter damit begann, die Möglichkeit zur Kompensationszahlung bei Flügen anzubieten, gerade einmal ein Prozent von 100.000 Reisenden diese auch genutzt. Freiwillig.

Nun führt der Veranstalter die CO2-Abschlagszahlungen auch für Bus, Bahn und Schiffreisen ein - allerdings ohne Reisenden die Wahl zu lassen. Dafür berechnet der Veranstalter für alle Fahrten mit Bus, Bahn oder Schiff, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro Personenkilometer und addiert den Betrag automatisch zum Reisepreis. Das Geld wird für Klimaprojekte in verschiedenen Ländern verwendet.

Wie in anderen Bereichen, sind es wohl auch beim Klimaschutz immer genau die anderen, die den ersten Schritt in eine neue Richtung gehen sollen. Freiwilligkeit entsteht wohl aus einer dringenden Notwendigkeit heraus, die beim Klimaschutz noch nicht gegeben zu sein scheint. (Mirjam Harmtodt/derStandard.at/02.11.2011)

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    Fast alle wollen das Klima schützen - aber kaum jemand zuerst.

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