Grüne und FPÖ kritisieren geplante Weitergabe von Polizeidaten an USA

2. November 2011, 11:07
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Betroffene Bürger haben kaum Rechte gegenüber US-Behörden - Auch "der kleine Deo-Dieb" in Datenbanken gespeichert

Ein geplantes bilaterales Abkommen zur Weitergabe österreichischer Polizeidaten an die Vereinigten Staaten stößt bei den Oppositionsparteien Grüne und FPÖ auf Kritik. "Wir lehnen dieses Abkommen ab", sagte der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser der Tageszeitung "Kurier". Er bemängelt wie FPÖ-Abgeordneter Harald Vilimsky, dass von der Daten-Weitergabe betroffene Österreicher gegenüber den US-Behörden keinerlei Rechte auf Auskunft oder Löschung hätten.

Druck

Das laut der Zeitung "unter intensivem amerikanischem Druck" abgeschlossene Abkommen soll noch heuer vom Parlament in Wien beschlossen werden. Es erlaube den US-Behörden Zugriff auf DNA-Datenbanken, Fingerabdruckdateien und die Identitäten von Terrorverdächtigen. Stellen die USA eine entsprechende Anfrage, prüfen die einheimischen Behörden zunächst, ob ein DNA-Profil oder Fingerabdruck in Österreich registriert sei. Gebe es einen Treffer, werden dann Namen, Geburtsdatum, Geburtsort, Geschlecht, Angaben zu jetzigen und früheren Staatsangehörigkeiten sowie Ausweisnummern der betreffenden Person an die USA übermittelt.

Gespeichtert

Laut dem "Kurier" werden in den österreichischen Fingerabdruck-Datenbanken nicht nur schwere Straftäter gespeichert, sondern auch "der kleine Deo-Dieb". Der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sagte gegenüber der Zeitung, dass bei der Verwendung der Daten "das innerstaatliche Recht" gelte. Das heißt, dass für die weitergeleiteten Daten das US-Recht zur Anwendung kommt. Das dortige Datenschutzgesetz gelte aber nur für US-Bürger, während das Auskunftsgesetz "weitreichende Ausnahmen insbesondere im Justiz- und Polizeibereich" vorsehe, kritisiert Steinhauser. "Die Frage der Durchsetzbarkeit ist schwierig zu beantworten", räumte Grundböck ein.

Keine Rechte

Laut dem US-Bürgerrechtsaktivisten Edward Hasbrouck haben österreichische Bürger "keinerlei Rechte" auf Auskunft oder Löschung von Daten, die sie vor einem US-Gericht durchsetzen können. Grundböck verweist aber darauf, dass das Innenministerium "bei einer festgestellten inhaltlich unrichtigen Speicherung von österreichischen Daten" die Löschung oder Richtigstellung in den USA verlangen kann.

Hintergrund des "Abkommens über die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerer Straftaten" ist offenbar die Teilnahme Österreichs am Programm zum visafreien Reisen in die USA. Früheren Medienberichten zufolge soll Washington gedroht haben, die Visapflicht für Österreicher wieder einzuführen, sollte kein Zugriff auf österreichische Polizeicomputer gewährt werden. Das "Visa Waiver Program" ist jüngst ohnehin massiv ausgehöhlt worden. So muss mittlerweile eine Einreisgebühr von 14 Dollar (10,27 Euro) bezahlt werden, außerdem müssen USA-Reisende vor ihrem Abflug eine elektronische Reisegenehmigung einholen ("Electronic System for Travel Authorization") einholen, was von der EU-Kommission als Visapflicht durch die Hintertür kritisiert wird. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
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Sonstwer
01
8.11.2011, 02:42
tja wenn Grüne und FPÖ mal einer Meinung sind

dann muss die "§$% ja ordentlich am Dampfen sein

§126c Verfechter K.ing Leissner
01
7.11.2011, 23:22

Da ist es mal an der Zeit fuer Politiker Groesse zu zeigen und den Amis ein "Nein" verklickern.

Bin gerade in den USA, fuer die Einreise muss man
a) Seit Anfang des Jahres die 14$ zahlen (gilt dann 2 Jahre)
b) Im Internet registrieren (schicken durch XX Datenbanken und steht dort es wird 12 Jahre archiviert)
c) Adresse in den USA angeben wo man wohnt (am Flughafen)
d) Ein Formular im Flugzeug ausfuellen wegen Customs (Zoll)
e) Man wird verhoert durch nen DHS Officer, der entscheidet ob man wirklich einreisen darf (fragt wie viel Geld man hat, wer den Flug zahlt...)

Da hab ich lieber ein VISUM und keine Scherereien. Ein Visum garantiert ja die Einreise.

spiel mit mir
01
7.11.2011, 22:10
deutsches sprach ...

"unter intensivem amerikanischem Druck" wäre nur mit Beistrich korrekt. Ansonsten: m und dann n

4freedom
01
7.11.2011, 10:33
Niemand ist gezwungen in die USA zu reisen.

Je mehr Schikanen, umso weniger Reisen, umso beliebter. That's it.

Visa für Amis und/oder Zugriff deren Daten - bilateral halt.

undisputed truth
00
7.11.2011, 07:51

geh bitte gebts die daten auch gleich die russen und chinesen

derivat
02
6.11.2011, 20:20
das ist hochverrat.

maruh
01
5.11.2011, 12:27
quo vadis austria?

Broz_Filip_Tito
01
4.11.2011, 07:17
darf man im gegenzug auch auf deren DATEN zugreifen??

das ist doch gerecht oder??

maggo22
04
4.11.2011, 12:22

Mit Brasilien hat man das auch versucht, Resultat ist eine Visapflicht für US Bürger... :)

Zitronenbaum
00
6.11.2011, 13:16

Haha. :'D

Das scheue Reh
03
3.11.2011, 11:44
Ich fordere

Dass alle Daten auch nach Saudi Arabien übermittelt werden. Die Saudis gehören ja schließlich auch zur Achse des Guten.

donnydarko
 
41
3.11.2011, 10:09

Grüne und FPÖ einer Meinung?

Die Grünen wollen wsl. mehr Daten preisgeben deswegen ...

mukl
00
3.11.2011, 10:36

soll das witzig sein?

donnydarko
 
01
3.11.2011, 14:40

nein Hetze ...

Captain Smoker
03
2.11.2011, 21:45

Also diese ganzen Abkommen (die Amis bekommen alle Daten, Österreich/die EU gar nichts) sind wirklich nur mehr peinlich in ihrer Unterwürfigkeit.

Theo56
22
2.11.2011, 17:12
wohin sind denn mehrere hier bereits publizierte Post.ings verschwunden ???

Hier hat offensichtlich eine amerikanische Dienstelle Zugriff ... ;-)

vu
00
3.11.2011, 00:54

http://derstandard.at/131918176... ten-an-USA

der artikel wurde 2 mal publiziert (fast gleichlautend) daher die verwirrung um die fehlenden Postings...

no_milk_today
00
2.11.2011, 20:12

in dem fall ärgert es mich fast ,daß ich die e-mail-option nicht aktiviert habe

vu
00
2.11.2011, 19:31

was soll das denn jetzt? vor 2h noch 29 postings.

lucky676
00
4.11.2011, 14:34
vielleicht ist es ja absicht

damit man nicht zuviel darüber schreiben kann ^^

sirnicha
01
2.11.2011, 15:40
Das laut der Zeitung "unter intensivem amerikanischem Druck" abgeschlossene Abkommen

unsere politiker machen jede sauerei mit und verkaufen die eigenen bürgerInnen an eine undurchsichtige und nur sich selbst dienende macht - die soviel gerühmte grenzenlose freiheit wird so zum grenzenlosen käfig.

wolfynyl
15
2.11.2011, 13:10

Und SPÖ und ÖVP schauen zu? Die Politik geht derzeit massiv am Bürger vorbei. Das werden die "Großparteien" noch bereuen, ausnahmslos die Marionetten der Industrie und Banken zu sein.

Resteverwerter
03
2.11.2011, 14:49
Die schauen nicht zu!

Diese Verräter beschließen dieses Gesetz noch heuer.

supermike
14
2.11.2011, 12:30
Zentrale Melderegister für jeden Scheiss werden gerade aufgebaut, um den Österreicher gläsern zu machen.

Gleichzeitig führt man Anti Terrorgesetze ein um die Rechte der Bürger künftig ohne Gerichtsbeschluss weiter beschneiden zu können.
Das derzeit Besorgnisserregenste ist aber, dass die Erfahrungen im WKII (Einführung der Legalprivatwaffenregistrierung und darauf folgende Judenentwaffnung samt folgenden Holocaust ) über den Haufen geschmissen werden durch die Einführung eines zentralen Melderegisters.
Österreich hatte aus dem Holocaust gelernt und das Waffengesetz bis jetzt nach diesen Lehren gestaltet - künftig ist eine rasche Volksentwaffnung kein Problem mehr.
Gleichzeitig wird es ein Traum für Beschaffungskriminalität weshalb schon Kritik laut wird: http://up.picr.de/8647227iui.pdf

Willkommen im bürgerrechtlosen Polizeistaat AT !!!

zeamount
02
2.11.2011, 12:03

dann steigen wir eben aus dem visa waiver programm aus - mittlerweile entsprechen die einreiseformalitäten der usa ohnehin dem aufwand, ein visum zu besorgen zu müssen.

und falls die usa dennoch daten haben möchte, dann in der form, dass die rechte auf beiden seiten völlig identisch sind und dass daten nur in ganz bestimmten, mit richterlicher verfügung legitimierten fällen herausgegeben werden.

warum sich österreich oder teilweise sogar die ganze eu so unter druck setzen lässt, verstehe ich nicht.

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