EU will Kriterien für "Made in Austria" verschärfen

2. November 2011, 11:04
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Wien - Das Herkunftszertifikat "Made in Austria" soll nach Plänen der EU künftig nicht mehr so einfach vergeben werden. Bis dato reicht es, wenn Produkte hierzulande den letzten Schliff bekommen, vereinfacht gesagt beispielsweise die Endmontage in Österreich erfolgt. Künftig soll nur dann ein Produkt "Made in Austria" sein, wenn es einen Kriterienkatalog, angelehnt an eine Liste der Welthandelsorganisation (WTO), erfüllt, berichtet die "Presse". So würde eine Ware etwa nur noch dann offiziell aus Österreich stammen, wenn zumindest 55 Prozent ihres Wertes tatsächlich in Österreich geschaffen wurde.

Diese Regelung sei "unnötig, unsinnig und bürokratisch", die Kriterien der WTO "heillos veraltet", kritisiert die Wirtschaftskammer. Sie warnt vor Mehrkosten für Österreichs Exporteure von mindestens 4,5 Mio. Euro im Jahr. Die Regeln für das österreichische Ursprungszeugnis hält Kammerexperte Herbert Herzig für streng genug. "Reines Polieren oder Verpacken" von importierten Waren würde ohnedies nicht ausreichen, meint er.

Im heimischen Finanzministerium langte dieser Tage ein Schreiben mit der dringenden Aufforderung der Exportwirtschaft ein, die Pläne im "Ursprungsausschuss" zu verhindern. Deutschland, Belgien und die Niederlande hätten sich bereits klar gegen die geplanten Änderungen ausgesprochen. (APA)

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    Was ist "Made in Austria"? Diesen Namen soll in Zukunft nicht alles und jeder so einfach tragen können.

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