Preisschub bei Flugtickets?

2. November 2011, 09:27
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Passagiere müssen seit Spätsommer schon tiefer in die Tasche greifen - ""Die Zusatzkosten müssen umgewälzt werden auf die Kunden"

Berlin - Teurer Treibstoff und Kosten für Emissionsrechte: Fliegen droht vor allem für Europäer weiter teurer zu werden. Geht es nach den Chefs der Fluggesellschaften, sollen die Kunden dafür spätestens ab 2012 tiefer in die Tasche greifen. "Die Zusatzkosten müssen umgewälzt werden auf die Kunden, und wir werden alles dafür tun", sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz erst vergangene Woche. Ob ihm das gelingt, hängt allerdings auch von der Entwicklung der Wirtschaft ab. Die Nachfrage nach Flugtickets wächst in Deutschland schon jetzt nicht mehr so stark wie noch im Frühjahr. Und die Preise für manche Flugstrecken sind zuletzt schon erheblich gestiegen.

Nach einer Erhebung des Vergleichsportals www.billigflieger.de mussten Fluggäste zwischen Juli und September vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke teils deutlich tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. So schnellte der Preis für die Strecke München-Hamburg im Jahresvergleich um ein Drittel nach oben, für einen Flug von Frankfurt nach London musste der Kunde ähnlich viel mehr bezahlen. Manche Flüge wurden freilich auch billiger - die Nachlässe fielen allerdings vergleichsweise mager aus. Auf der Langstrecke gingen die Preise meist im einstelligen Prozentbereich nach oben.

Die Fluggesellschaften haben davon vergleichsweise wenig. "Der Kostenanstieg bei Treibstoff, Steuern und Gebühren (...) frisst alles, was wir sparen, wieder auf", sagte Lufthansa-Chef Franz. Für Flugtickets konnte sein Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt vier Prozent höhere Preise durchdrücken. Dazu trug auch die lukrative Business Class bei - denn entgegen allen Erfahrungswerten buchen Geschäftsleute derzeit noch eifrig Reisen im teuren Preissegment.

Viele Strecken nicht ausgelastet

Allerdings trübt sich das Bild für die Branche derzeit ein. Schon seit Monaten kann die deutsche AUA-Mutter Lufthansa ihr aufgestocktes Flugangebot nicht komplett an den Mann bringen. Die Wachstumspläne fürs nächste Jahr strich das Unternehmen von neun auf 3 Prozent zusammen, und Konkurrent Air Berlin schickt seine Flotte auf Schrumpfkurs. Der Grund: Auf zu vielen Strecken ist angesichts des teuren Sprits und der seit Januar erhobenen deutschen Ticketsteuer offenbar kein Geld zu verdienen. Wenn die Fluglinien in der EU ab Jänner 2012 viele Millionen Euro für Emissionsrechte ausgeben müssen, wird die Herausforderung noch größer. Allein die Lufthansa schätzt ihre Mehrkosten auf 130 bis 300 Mio. Euro pro Jahr.

Die deutschen Flughäfen werden schon jetzt pessimistischer: Der Flughafenverband ADV verabschiedete sich von seiner Prognose, derzufolge die Zahl der Fluggäste in diesem Jahr um fünf Prozent wachsen soll. Im nächsten Jahr dürfte sich die Entwicklung weiter abschwächen, schätzt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Lag das Plus in den ersten neun Monaten bei 5,8 Prozent, waren es im September nur noch 2,6 Prozent.

Wegen der deutschen Ticketsteuer hatte vor allem der irische Billigflieger Ryanair sein Angebot in Deutschland zusammengestrichen. Die Abgabe, die pro Abflug mit 8 bis 45 Euro zu Buche schlägt, macht bei Billigtarifen prozentual am meisten aus - und das Fliegen schnell unattraktiv. Im kommenden Jahr soll die Abgabe zwar leicht sinken, doch die Kosten für die Emissionsrechte kommen neu dazu.

Im Europa-Vergleich schneidet die deutsche Luftfahrt schon jetzt ziemlich schwach ab. Der Branchenverband IATA, in dem fast alle Fluggesellschaften der Welt zusammengeschlossen sind, registrierte bei den europäischen Fluglinien im September eine um neun Prozent höhere Nachfrage als ein Jahr zuvor. Weltweit ging es um knapp sechs Prozent nach oben. IATA-Chef Tony Tyler erwartet allerdings nicht, dass dieser Trend anhält. Zum Jahresende werde die Nachfrage abnehmen, schätzt er. Höhere Ticketpreise durchzusetzen, dürfte damit nicht leichter werden. (APA)

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    Die Preise für Tickets steigen, die Airlines haben wegen der Mehrkosten bei beispielsweise Treibstoff aber nur wenig davon.

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