Viel Spiegel in der Hamburger HafenCity

2. November 2011, 12:40
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Glas, Beton, 30.000 Quadratmeter, 13. Stockwerke und ein schwindelerregendes Atrium: "Der Spiegel" ist nach 42 Jahren umgezogen und hat eine neue Heimat - Mit Ansichtssache

"Vieles wird sich verändern, denn erstmals arbeiten alle Mitarbeiter, Marken und Medien des Verlags unter einem gemeinsamen Dach. Der intensivere Austausch zwischen den weiterhin eigenständigen Redaktionen wird viel Neues bewegen. Doch die Grundlage all unserer Arbeit wird dieselbe bleiben: die herausragende journalistische Qualität und die unabhängige Berichterstattung unserer publizistischen Angebote. Journalismus steht in diesem Haus im Zentrum allen Schaffens": Mit diesen Worten stellte Ove Saffe, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, kürzlich das neue Bürogebäude vor.

42 Jahre kam das deutsche Nachrichten-Magazin aus dem Spiegel-Haus an der Brandstwiete in Hamburg, jetzt sind die Redaktionen und die Verwaltung in die HafenCity gezogen.

30.000 Quadratmeter, 13. Stockwerke, 1.100 Mitabeiter

Das neue Gebäude bietet mit 30.000 Quadratmetern Fläche auf 13 Stockwerken Platz für 1.100 Mitarbeiter. Der Entwurf stammt vom dänischen Architektenbüro Henning Larsen, das 2007 als Sieger aus einem Wettbewerb mit 14 nationalen und internationalen Büros hervorgegangen ist. "Das Schaffen von Treffpunkten, Orten, an denen Menschen einander begegnen, ist für uns das Leitmotiv in der Architektur. Wir freuen uns, dass das neue Haus der Spiegel-Gruppe so geworden ist, wie wir es geplant haben", erklärt Klaus Troldborg von Henning Larsen.

Sensibles Thema Raumaufteilung

Spiegel Online, Der Spiegel, Spiegel TV und das "manager magazin" sind jetzt samt Verwaltung unter einem Dach vereint. Die Raumverteilung sei "ein sensibles Thema" und habe "eine Fülle von Arbeitsgruppen beschäftigt", sagt Matthias Schmolz zu meedia.de. Er ist Verlagsleiter und war für das Neubau-Projekt verantwortlich. So sind in den ersten drei Stockwerken die Mitarbeiter von Spiegel TV untergebracht. Der oberste, der 13. Stock, gehört Spiegel Online. Hier werken 125 Redakteure für die Digitalausgabe, 80 von ihnen im größten Newsroom der Stadt. Chefredakteur Georg Mascolo, Chefredakteur des Print-"Spiegel", arbeitet ein Stockwerk tiefer.

Transparenz, Vernetzung, Höhenangst

Blickfang ist das haushohe Atrium, das von Brücken und Treppen durchzogen wird. "Ein Sinnbild für Transparenz in Zeiten multimedialer Kommunikation und Vernetzung", sagt Schmolz dazu. "Die großzügige, lichtdurchflutete Architektur soll die Arbeitsprozesse in den Redaktionen, in der Dokumentation und im Verlag unterstützen, sie soll Raum geben für Konzentration und Kommunikation". Diese "Transprarenz" und "Großzügigkeit" gefällt nicht allen, weiß meedia.de. So habe der Verlag im Vorfeld Seminare zur Bekämpfung von Höhenangst angeboten, immerhin blicken die Mitarbeiter Dutzende Meter in die Tiefe.

Schimmernde Taler in der Kantine

Die legendäre, denkmalgeschützte Kantine des "Spiegel"-Verlags ist wie berichtet in das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe übersiedelt. "Manchem mag der Abschied von der legendären Panton-Kantine schwer gefallen sein, doch das neue Mitarbeiter-Restaurant, mit einer Terrasse zum Wasser, sollte alle Wehmütigen entschädigen", tröstet Schmolz. Die Stuttgarter Designer Peter Ippolito und Gunter Fleitz haben den Wettbewerb für die Ausstattung gewonnen.

Auffällig ist dabei die Decke mit rund 4.300 runden, silbrig-matten Aluminium-Elementen. "Schimmernde Taler nehmen das Tageslicht an und bilden ein reflektierendes, lebendiges Pendant zur Wasserfläche des Ericusgrabens. Große gelbe Lichtschalen sorgen für Abwechslung auf der schillernden Oberfläche und bringen auch an grauen Tagen eine positive Grundstimmung in den Raum", heißt es in einer Presseaussendung des Spiegel Verlages dazu.

Ohne Heizung und Klimaanlage

Das neue Spiegel-Haus sei "als erstes privates Bauvorhaben" mit dem "HafenCity Umweltzeichen Gold" ausgezeichnet worden, man lege Wert auf "hohe Nachhaltigkeit und einen besonders niedrigen Energiebedarf". So komme das Haus ohne konventionelle Heizung und Klimaanlage aus, dafür gibt es dreifach verglaste Fenster und temperaturausgleichende Wasserrohre. (red, derStandard.at)

  • Der Spiegel hat eine neue Adresse: Ericusspitze 1 in der Hamburger Hafencity.
    foto: noshe/der spiegel

    Der Spiegel hat eine neue Adresse: Ericusspitze 1 in der Hamburger Hafencity.

  • Das haushohe Atrium ist das dem Zentrum des neuen Hauses, laut Geschäftsleitung "ein Zeichen für Transparenz in Zeiten multimedialer Kommunikation und Vernetzung".
    foto: noshe/der spiegel

    Das haushohe Atrium ist das dem Zentrum des neuen Hauses, laut Geschäftsleitung "ein Zeichen für Transparenz in Zeiten multimedialer Kommunikation und Vernetzung".

  • Mit 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet es auf 13 Stockwerken Platz für rund 1.100 Mitarbeiter.
    foto: noshe/der spiegel

    Mit 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet es auf 13 Stockwerken Platz für rund 1.100 Mitarbeiter.

  • Im Erdgeschoss, mit einer Terrasse zum Wasser, liegt die neue Kantine.
>>> Mehr Bilder vom neuen Spiegel-Haus finden Sie hier in einer Ansichtssache
    foto: noshe/der spiegel

    Im Erdgeschoss, mit einer Terrasse zum Wasser, liegt die neue Kantine.

    >>> Mehr Bilder vom neuen Spiegel-Haus finden Sie hier in einer Ansichtssache

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