Deutschland - Türkei

Erdogan: "Deutsch als wichtigste Voraussetzung verletzt Menschenrechte"

2. November 2011, 06:43

Türkischer Premier beklagt mangelnde Unterstützung für EU-Beitritt der Türkei - Besuch in Berlin zu Gastarbeitervertrag-Jubiläum - Deutsche Regierung erzürnt

Berlin - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine mangelnde Unterstützung der deutschen Regierung für einen EU-Beitritt der Türkei beklagt. "Weil wir Türken so viel Positives für Deutschland empfinden, fühlen wir uns gerade hier im Stich gelassen", sagte Erdogan der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). "Die deutsche Politik müsste viel mehr für den EU-Beitritt der Türkei tun, weil er die Integration massiv vorantreiben würde."

Erdogan will am heutigen Mittwoch an einem Festakt der deutschen Regierung zum 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens in Berlin teilnehmen. Bei der Veranstaltung im Auswärtigen Amt wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen. Bereits am Dienstag wurde Erdogan vom deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff in Schloss Bellevue zu einem Gespräch empfangen. Über Inhalte der Unterredung wurde nichts bekannt.

Die Bundesrepublik hatte das Anwerbeabkommen am 30. Oktober 1961 mit der Türkei geschlossen, um dringend benötigte Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Viele der damaligen Gastarbeiter holten ihre Familien nach. Heute leben in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln.

Zu wenig Würdigung

Erdogan kritisierte: "Die deutsche Politik würdigt die Verflechtung der drei Millionen Türken in Deutschland nicht genug." Er plädierte für eine doppelte Staatsbürgerschaft für die rund drei Millionen Türken und türkischstämmigen Menschen in Deutschland. "Wenn ein EU-Land wie Frankreich dies schafft, warum kann Deutschland es nicht?", fragte der türkische Regierungschef. Zudem wandte er sich in scharfer Form gegen die verlangten Deutschkenntnisse für den Zuzug von Familienangehörigen. "Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte."

Bei einem Empfang am Dienstagabend in Berlin wandte sich Erdogan auch erneut an die in Deutschland lebenden Türken und türkischstämmigen Menschen. Sie sollten unbedingt Deutsch lernen, aber ihre Muttersprache nicht vergessen, sagte Erdogan. "Es ist nun an der Zeit für Erfolgsgeschichten und nicht mehr für sehnsuchtsvolle Heimatgeschichten." Erdogan wurde von den rund 1000 geladenen Gästen mit Ovationen begrüßt. Er nutzte seinen Auftritt, um auf die Stärke seines Landes hinzuweisen: "Keiner kann das Wachstum und Voranschreiten der Türkei aufhalten."

Kritik an PKK-Sympathisanten

Bei dem Auftritt kritisierte der Premier jede Unterstützung für die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) kritisiert. "Nicht nur die Terrororganisation ist verantwortlich, sondern auch jene, die diese geistig und finanziell unterstützen", sagte Erdogan am Dienstagabend in Berlin. Er verwies unter anderem auf einen Angriff der PKK im Südosten der Türkei, bei dem Ende September eine hochschwangere Frau und ein Kleinkind erschossen worden waren. "Sie sind am Tod des ungeborenen Babys genauso schuldig", sagte Erdogan. "Der Kampf gegen den Terror ist nicht nur die Angelegenheit eines einzelnen Landes, sondern auch aller, die an die Menschlichkeit glauben."

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurden-Gebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. Etwa 45.000 Menschen haben in dem Konflikt ihr Leben verloren.Die deutsche Staatsministerin Böhmer sagte zur Kritik Erdogans an den Bedingungen in Deutschland am Mittwoch: „Die Interview-Äußerungen Erdogans sind kontraproduktiv für die Integration der türkischstämmigen Migranten in Deutschland".

Böhmer, Migrationsbeauftragte der Regierung, forderte, der türkische Staat müsse lernen, die Migranten „loszulassen". Auch Innenminister Friedrich widersprach Erdogan. Er unterstrich, die erste Sprache junger Türken in der Bundesrepublik müsse Deutsch und nicht Türkisch sein. (APA)

 

Kommentar posten
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Felix Meritis
01
14.11.2011, 11:22

Es ist richtig, dass die antitürkische Paranoia hierzulande langsam zum Problem wird und dass die Anfeindungen türkischstämmiger Mitbürger im allgemeinen Diskurs längst unerträglich geworden sind. Dennoch haben die schulmeisterlichen Einmischungen Erdogans in die Innenpolitik anderer Länder leider nur einen negativen Effekt, nicht zuletzt deshalb, weil die Türkei selbst die illiberalste Minderheitenpolitik in ganz Europa verfolgt. Die Türkei ist kein Vorbild sondern ein abschreckendes Beispiel. Deshalb ist Erdogan unglaubwürdig und sein arrogantes Auftreten hilft hier niemandem.

Strukteur
 
16
9.11.2011, 16:32
Jeder soll sein eigenes Bild malen: Türken wurden auf Zypern ab 1570 angesiedelt, 400 Jahre später wurde die Insel ethnisch zweigeteilt / Strategie: Nebenher leben bis der richtige Moment gekommen ist

Immer kamen die türkischen Siedler nur nach gelungenen Invasionen.
Ein Land mit damals 60.000.000 Einwohner (2011 75 Mio.) greift eine Insel mit 600.000 Einwohner an und redet trotzdem über Ehre und Stolz.
Eine Insel, die nachweislich, von einem anderen Volk durchgehend besiedelt ist, wird gegen den Willen der Eingeborenen von Türken kolonisiert und von Ankara zu türkischem Territorium deklariert. Ist keine 30 Jahre her! Wer sagt den, dass mit der Trennung Ruhe einkehrt? Wie lange wird Ankara nur mit der Hälfte zufrieden sein?

Mitten unter uns befinden sich Schreiber, die so was für ganz normal und gerecht empfinden.
Sind die gar von überzeugt, die anderen wären immer an allem schuld oder ist dies nur gespielt?

Widerstand ist zwecklos!

Tuncay
10
5.11.2011, 15:29

Ich finde Erdogan hat Recht.
An oberster Stelle für eine Integration steht für mich das Einhalten der Gesetze im Gastland,danach erst die Sprache ,denn die erleichtert mir das Leben im Alltag(Beruf,Schule,Behörden).
Was nutzt es, wenn ich die Sprache beherrsche dafür aber die geltenden Gesetze nicht einhalte und eventuell kriminell werde?
Also,die Sprache zu erlernen ist natürlich sehr wichtig aber dennoch Privatsache.
Gesetze einhalten ist überparteilich und für jedermann ein Muss.

gekaufter poster
01
17.11.2011, 00:03

also erst das bgb pauken, und dann vokabeln? nein danke. jeder, der in mein land kommt, aber nicht mit mir sprechen will, darf gerne wieder dahin gehen, wo man sich mit ihm in seiner sprache unterhält.
nicht kriminell zu sein (im sinne von strafdelikten und nicht strafzetteln) setze ich voraus, sofern das nicht auch schon zu den menschenrechten gehört.

Hejaro Kardox
11
7.11.2011, 01:31
Ich finde Erdogan ist im Unrecht.

Erdogan soll erst in seinem eigenen Land damit anfagen. Das ist viel näher daran, die Kurden werden seit 1923 assimiliert. Warum macht er keine kurdischen Schulen für 15 Millionen Kurden auf. Die Kurden haben nicht mal eine Grundschule in der Türkei und zwar im eigenen Land.
In der Türkei ist auch nicht anders, an der ersten Stelle muss jeder türkisch lernen.
In Deutschland muss auch jeder Türkei deutsch lernen und dann können sie auch türkisch lernen. Die türkische Sprache ist in Deutschland nicht wie kurdisch in der Türkei verboten.
MfG

sc1
 
21
8.11.2011, 15:15
Deine Komedien über 1923 sind wirklich sehr lustig!! Wenn seit 1923 Kurden assimiliert wurden, wieso gibt es noch 15 Mio. Kurden in der Türkei? Wenn die Kurden assimiliert worden sind, dann würde man heute niemanden in Türkei kurdisch sprechen hören!

Bitte zuerst denken und dann posten, Sie machen sich dadurch nur lächerlich!

Was ich aber legitim finde ist Ihre Frage: Warum gibt es keine kurdische Schulen in der Türkei?...
nun, finde ich es ist nutzlos nach eigenen Schulen sich in der Türkei auszusprechen, denn dies würde genau gar nichts bringen da es kurdisch als Fremdsprache bereits angeboten wird. Aber leider werden diese kurdisch Unterrichte sehr schlecht besucht!

z1302a
01
5.11.2011, 18:18
aber wie soll man sich an gesetze halten die man nicht lesen und daher nicht verstehen kann?

Und vieles wird nicht über Gesetze kommuniziert, selbst als Deutschsprachiger liest man selten Gesetze, am muss die (deutschsprachigen) Zeitungen etc lesen, oder gibt es Übersetzungen von der FAZ, Südddeutschen, Bild?

Tuncay
00
6.11.2011, 15:24

Es sind täglich Millionen von Menschen in fremden Teilen der Welt unterwegs oder halten sich in Ländern auf, deren Sprache sie nicht verstehen.Trotzdem werden sie nicht straffällig.
Daher verstehe ich Ihre Frage nicht ,dass man unbedingt die Sprache verstehen muss um Gesetze einzuhalten.
Einen gewissen Hausverstand setze ich voraus.

the world is flat
00
8.11.2011, 12:25
ja, als Touristen wenn sie Geld mitbringen.

Oder sie wollennals underdog dort leben.
Zb ohne ungarisch zu können oder als Ausländer einen guten Rechtsanwalt zu haben, sollten sie in Ungran kein Grundstück kaufen.

Sie werden oft z.B. im Krankheitsfall - nicht mit dem Arzt, sondern mit der Versicherung, wenn sie nicht alles privat zahlen - Probleme haben. Sie werden nicht verlangen könnne, dass die anderen ihre Sprache sprechen, auch wenn sie bereit sind, es gibt halt viele ausländische Sprachen.

Sie brauchen um sich eine Serviceeinrichtung. Wenn sie sich diese leisten können, oder sich organiseren ist es möglich ohne die Sprache zu kennen in jedem fremden land zu leben.

derKurde
47
4.11.2011, 11:17
der Typ sollte 1% von seinen Anforderungen im eigenen Land für die Kurden möglich machen. Groß daher reden kann er, der sogenannte „Menschenrechtler“.

Man schämt sich fast für „Menschenrechte“ zu sein, wenn man sieht, wer diese Rechte propagiert.

sc1
 
73
4.11.2011, 13:53
Den Kurden geht in der Türkei gar nichts ab! Den Kurden geht es sogar besser als manche Türken in der Türkei!

rrrn
 
32
4.11.2011, 07:14
Erdogan

hat Recht: dies verletzt die Menschenrechte. Und es ist eine Lachnummer: Sprachen sind alle gleichwertig. Und wenn ich mir das viele Englisch bei uns anschaue: keiner will mehr zB Kaufmann sein: das heisst jetzt: prime manager support to the second level food provider. Oder in der IT: wahnsinnige Verfaelschungen von Wortbedeutungen: "2" fuer "to", "4" fuer "for". Wir "chillen", "losen ab" ...: da liege ich oft am Boden vor Lachen. WWW: W_elt_W_eiter_W_ahnsinn.

Hejaro Kardox
12
4.11.2011, 23:49
Erdogan soll erst den Kurden, den Armeniern und den Christen die Sprache in der Türkei erlauben.

Und Schulen aufmachen, sonst nimmt man ihn nicht ernst und würde er lügen wie immer.
MfG

Sunny Boy3
40
5.11.2011, 15:54
Alle Minderheiten können ihre Sprachen frei sprechen in der Türkei!

Hijaro sie lügen was das Zeug hält..

Und die Kurden sind keine Minderheit(Vertrag von Lausanne)!

Höchstens die pkk-kurden...die gehören zu der Terroristen-Minderheit!

Hejaro Kardox
37
3.11.2011, 18:02
Türken fordern eigenen Staat in Deutschland, aber die 15 Millionen Kurden haben noch nicht Mal eine Grundschule in der Türkei in Kurdengebiet und kurdisch ist noch verboten.

Der Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch, sprach ebenfalls von einer „absurden Kritik“: Es sei „nicht hinzunehmen, daß Erdogan einerseits die Gründung von türkischen Gymnasien in allen deutschen Bundesländern fordert und daß andererseits für die 15 Millionen Kurden in der Türkei nicht einmal eine einzige Grundschule in kurdischer Sprache eröffnet werden darf“. (idea/FA)

Quelle: http://www.jungefreiheit.de/Single-Ne... f32.0.html

MfG

Tuncay
31
5.11.2011, 15:31

....dann ist Hejaro aufgewacht und die Bettwäsche war Schweissnass,denn er hat geträumt dass die TR einen Staat in Deutschland errichten möchte.Muahahahah

sc1
 
83
3.11.2011, 22:11
Türken fordern eigenen Staat in Deutschland... echt!! Mich würde eine Quelle jetzt sehr interessieren wo ihre Behauptung schwarz auf weiß vorliegt!

Hejaro Kardox
22
4.11.2011, 23:52
Was bedeutet es für Sie, wenn er sagt, die Türken sollen eigene Sprache lernen und dann eine andere und zwar in einem fremden Land für Türken.

Herr Erdogan soll als erste Mal in seinem eigenen Land alles klar stellen und den Kurden Schulen aufmachen.

Mit Druck kann er keine zweite Türkei in Berlin gründen.

MfG

Sunny Boy3
43
3.11.2011, 21:08
Nein nicht 15 sondern 1 Milliarde Kurden in der Türkei...

Die Kurden sind überall in der Überzahl:

In Europa leben etwa 2 Milliarden Kurden..
In der Türkei "nur" 1 Milliarde..
Im Iran sind es 1,5 Milliarden und
im Irak sind es 2,5 Milliarden..

Wow,jetzt sind alle Menschen beeindruckt von den hohen Zahlen..

Die Kurden dürfen in der Türkei ihre sprache sprechen und lernen,Hijaro!!

Verbreiten sie hier keine Lügenmärchen!!!

Hejaro Kardox
31
4.11.2011, 23:56
Nein, wow, jetzt sind alle Menschen von ihrem Blödsinn beindruckt.

Sprechen die Kurden ihre Sprache, seit wann dann. Das bringt den Kurden nicht, die sind assimiliert und sie brauchen eigenen Schulen und auf den Ämtern.

Dann würde man sagen, die Kurden sprechen in der Türkei kurdisch.

Sonst wird die Türkei nicht wahrgenommen.

Sunny Boy3
00
5.11.2011, 15:59

Es interessiert niemanden was du persönlich warnimmst oder nicht!

Sei froh,dass der Westen der Türkei den Osten mit durchfüttert!!

Im Osten bezahlt keiner Strom und Wasser und für's heizen!
Macht alles der Staat bzw.der Steuerzahler im Westen der Türkei!

Eigentlich sollte man Testweise mal 1 Jahr den süd-Osten ausgliedern aus der Türkei!

Aber dann würden alle Kurden Asyl im Westen beantragen,wie sie es heute schon in Istanbul,Izmir und Mittelmmerküste machen!

Hejaro Kardox
11
7.11.2011, 01:38
Türkischen Lügen von Osman nicht wahr?

Meine Eltern und alle Kurden zahlen ihre Rechnungen und zahlen genauso Steuer wie die Türken.

Sie haben echt keine kleinste Ahnung wovon Sie sprechen.

Nur verdrechen Sie doch die Tatsachen, nur um Recht zu behalten.

Ich rede von der Erde und Sie sprechen vom Himmel. Sie bringen die Themen durcheinander. Passen Sie bitte etwas besser auch. Das würde ihnen und ein Paar anderen Türken gut helfen.
MfG

sc1
 
01
7.11.2011, 22:25
keine Lügen, die Kurden zaheln keine Steuer, Strom und Wasser.

Die Kurden in Hakkari sind überhaupt ganz extrem! Mit extrem meine ich in allen Richtung!

Sunny Boy3
00
7.11.2011, 18:57

Ich muss mich ganz bestimmt nicht von "ich asyl" beraten lassen..

MFG

Hartz4

Sunny Boy3
108
3.11.2011, 13:47
Türkei-Hetze hat System!!!

Wenn auch nur eine klitze kleine Kritik der Türkischen Politiker an die Europäische Politik zu hören ist ,dann sind die Türken nicht: EU-fähig,rückständig,integrationsunwillig..bla bla bla..

Wenn aber ein EU-Land wie Griechenland die EU und seine Steuerzahler abzockt betrügt und belügt,
(und die Griechischen Medien Merkel mit Adolf vergleichen) dann ist alles halb so schlimm!!!

Man schaut dann lieber weg (auch die Presse)!

Möchte nicht wissen,was man den Türken dann erst alles nachsagen würde,wenn sie das gleiche täten..

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